Die Plätze 18 und 19 waren die Ergebnisse der beiden Top-Mountainbiker aus der Teckregion beim sechsten Lauf zum Cross-Country-Weltcup in der Höhe von Andorra: Sowohl Luca Schwarzbauer (Canyon CLLCTV) als auch Kira Böhm (Cube Factory Racing Team), die immerhin ihr bisher zweitbestes Weltcup-Ergebnis in der Elite-Klasse einfuhr, haderten mit dem Ergebnis.
Schuhprobleme bremsen aus
Während Schwarzbauer ein äußerst konstantes Rennen fuhr, kämpfte Böhm das halbe Rennen lang mit einer sich immer weiter lockernden Schuhplatte. Folge: In der vierten von sieben Runden musste die Weilheimerin in die Technische Zone einbiegen, um den Schuh zu wechseln. Fast eine Minute und acht Plätze verlor sie, ehe sie sich als 26. wieder auf die Verfolgung machen konnte.
Während sie zunächst weiterhin ihren eigenen Rhythmus fuhr, um in der dünnen Luft auf 1.900 Meter Seehöhe nicht zu überziehen, kämpfte sie sich mit drei Plätzen pro Runde wieder zurück. In der letzten Runde investierte sie noch einmal alles und fuhr über eine halbe Minute schneller. Zum 18. Platz reichte es dann aber um gerade einmal drei Sekunden doch nicht mehr: Am Ende hatte sie 5,37 Minuten Rückstand auf die neuseeländische Tagessiegerin Samara Maxwell (Decathlon Ford), die nach dem Auftaktsieg in Brasilien und danach fünf zweiten Plätzen die Weltcup-Gesamtwertung drei Rennen vor Schluss fast uneinholbar anführt. „Ohne den Defekt hätte es heute deutlich besser laufen können“, ärgerte sich Böhm im Ziel. Vielleicht wäre sogar das Traumziel für ihre erste Elitesaison, ein Platz unter den Top 15, möglich gewesen.
Pidcock nicht zu schlagen
Das Rennen der Männer stand danach ganz im Zeichen des Briten Thomas Pidcock, der wie Schwarzbauer aus der vierten Startreihe starten musste. Doch während es dem Briten gelang, binnen zwei Runden ganz an die Spitze zu fahren, hing Schwarzbauer die ersten beiden Runden in dem Skigebiet von Pal Arinsal zunächst auf Platz 26 fest, ehe er sich mit konstanten Rundenzeiten, die nicht mal um sechs Sekunden seiner Durchschnittszeit schwankten, dann doch noch nach vorne arbeiten konnte. „Vielleicht hätte ich in den ersten beiden Runden doch etwas mehr investieren müssen“, meinte der 28-Jährige nach dem Rennen selbstkritisch. Aber Schwarzbauer hatte großen Respekt vor der Höhe und auch dem Tempo der Konkurrenz: „Wenn das auch nur annähernd so weitergeht mit der Geschwindigkeit, dann halten die das nie durch“, hoffte Schwarzbauer noch nach zwei Runden.
Und durchaus mussten einige bekannte Fahrer der hohen Anfangsgeschwindigkeit in der dünnen Höhenluft von Andorra Tribut zollen: Weltmeister Alan Hatherly (Giant, Südafrika), der Weltcupführende Christopher Blevins (Specialized, USA) oder sein Teamkollege Victor Koretzky (Frankreich) kamen erst deutlich nach Schwarzbauer ins Ziel an der Bergstation der Gondel.
Da hatte Tom Pidcock mit einer schier unglaublichen Leichtigkeit das Rennen längst vor dem Franzosen Luca Martin (Cannondale) gewonnen. „Es macht den Eindruck, dass er hier einfach aufkreuzt und uns Mountainbiker in Grund und Boden fährt“, meinte Schwarzbauer zu dem Erfolg des Olympiasiegers von 2020, der bekanntlich auch als Straßenfahrer erfolgreich ist.
Nächster Halt: DM in Wombach
Aber ganz so einfach ist es nicht: Pidcock ist seit dem Finale des Giro d’Italia am 1. Juni keine Rennen mehr gefahren und konnte sich daher optimal auf sein erstes Mountainbike-Rennen vorbereiten, „während wir in der gleichen Zeit noch zwei Weltcups gefahren sind“, so Schwarzbauer, „es ist bei der hohen Leistungsdichte fast gar nicht mehr möglich, das ganze Jahr über vorne konstant mitzufahren“, so der Weilheimer, für den wie auch für Kira Böhm am kommenden Wochenende die Deutsche Meisterschaften im Shortrack und über die olympische Distanz im fränkischen Wombach anstehen. „Ob ich in der Woche darauf die EM in Portugal fahre, steht allerdings noch nicht fest.“
Schließlich folgen von Ende August bis Mitte Oktober die letzten vier Weltcups und die Weltmeisterschaften in der Schweiz. Dort will Schwarzbauer nicht noch einmal 18. werden.

