Mountainbike: Zweites Weltcup-Rennen der Saison für Manuel Fumic – Youngster Kuch debütiert
Nächstes Kräftemessen mit den „großen drei“

Mit Optimismus hat Manuel Fumic vorgestern die Reise nach England angetreten. Im Dalby Forest in North Yorkshire findet der zweite Weltcup der Saison statt. Bereits heute bestreitet Lukas Kuch dort sein erstes U23-Weltcup-Rennen.

Kirchheim. „Ich habe ein sehr gutes Gefühl“, sagt Manuel Fumic und lässt keinen Zweifel daran, dass er sich für das zweite Weltcup-Event der Saison im Dalby Forest bei Thornton-le-Dale gewappnet sieht. „Ich bin optimistisch für Dalby, ich spüre das Kribbeln, das immer dann da ist, wenn es gut geht.“

Die Schwäche, die ihn in Pietermaritzburg beim Auftakt noch gebremst hat, die mangelnde Laktatverträglichkeit, die in einer so intensiven Disziplin wie dem Cross-Country unerlässlich ist, die sei nun nicht mehr vorhanden. „Das habe ich in Saalhausen durch meine Fahrweise auch getestet. Ich kann mitgehen, ich kann Gas geben“, sagt er.

Zu was es am Sonntag (Start 15 Uhr) im Dalby Forest reichen wird, das kann er selbstredend auch schwer einschätzen. Ob er sich mit den derzeit „großen drei“, Nino Schurter, Julien Absalon und Jaroslav Kulhavy messen, ob er in deren Liga mitspielen kann, das ist kaum einzuschätzen. Der sechste Platz von Südafrika ist sicher nicht der ausschließliche Maßstab. Da gehörten einige Fahrer zu den Geschlagenen, mit denen man jetzt wieder rechnen muss. Zum Beispiel Ex-Weltmeister Christoph Sauser oder Ralph Näf, José Hermida und Florian Vogel.

„Der Kurs gefällt mir“, sagt Manuel Fumic, der 2010 im Dalby Forest Sechster war. Die Strecke ist um etwa einen Kilometer verkürzt, aber die Charakteristik mit vielen Singletrail-Passagen, unzähligen Kurven und eher kürzeren Rampen führten im vergangenen Jahr dazu, dass sich immer Gruppen zusammenfanden.

Diesmal will Fumic von Beginn an in der Front-Gruppe mitmischen, allerdings ohne die „Führungsboulette“, wie man im Rennfahrer-Jargon zu einem Strohfeuer in der Anfangsphase sagt. Sprich: Er will sich zurückhalten und seine Kräfte einteilen. Sein Selbstvertrauen scheint jedenfalls gewachsen zu sein, aber er weiß auch: „Darüber reden ist einfach, wenn du das Rennen fährst, dann tut alles weh.“

Bereits gestern Abend bestritt Fumic in der kleinen Stadt Pickering den „Pro Sprint Eliminator“, ein Ausscheidungsfahren wie es in der MTB-Bundesliga auch praktiziert wird. Allerdings mit vier Fahrern pro Finallauf und nicht mit sechs wie in Deutschland. Das Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Jeweils die zwei Schnellsten steigen in die nächste Runde auf. Im vergangenen Jahr verpasste Manuel Fumic auf dem Stadtkurs nur knapp den Sieg, als er im Finale beim Start aus dem Pedal rutschte und am Ende noch Zweiter wurde. Zum ersten Mal gibt es auch Weltranglistenpunkte für diesen Wettbewerb. Nächstes Jahr soll es sogar einen eigenen Sprint-Weltcup geben und im österreichischen Leogang ein Sprint-Weltmeister gekürt werden.

Für Lukas Kuch (Radsport Fischer & Wagner) ist das noch kein Thema. Der knapp 19-Jährige freut sich auf seinen ersten U23-Weltcup-Einsatz, startet am heutigen Samstag (Start: 13.30 Uhr) aus der letzten Startreihe und hat keine Ahnung, wo er am Ende landen kann. „Ich kann das überhaupt nicht einschätzen, weil ich keinen Vergleich habe. Wenn ich unter die ersten 40 fahre, dann wäre das vermutlich schon ziemlich gut. Ich muss auf jeden Fall mit Köpfchen fahren“, sagt Kuch.

Das hat er schon in Saalhausen im Bundesliga-Rennen praktiziert. Dass er das Muster der Junioren-Rennen vom vergangenen Jahr nicht einfach auf die U23-Konkurrenzen anwenden konnte, das leuchtete ihm nach ein paar negativen Erfahrungen ein. „Ich habe mich schwer damit getan, weil ich es anders gewohnt war. Wenn du weit hinten startest und nach vorne musst, fährst du ein ganz anderes Rennen, weil du ständig überholen musst“, hat der Kirchheimer erkannt. Das wird im Dalby Forest auch nicht anders, da werden sich die Überholvorgänge noch schwieriger gestalten.