Altbach. Im Vergleich zur Vorwoche, als die SG mit viel Spielwitz und Einsatzfreude den Aufstiegsfavoriten HSG Leinfelden-Echterdingen bezwungen hatte, war das Spiel gegen den Tabellenvorletzten aus Altbach ein Kraftakt. Ohne die Verletzten Schopp und Kevin Ringelspacher sowie Müller, der in der zweiten Mannschaft aushelfen musste, kam die Mannschaft von Trainer Michael Rehkugler auf gerade einmal noch acht Feldspieler.
Der Beginn der Partie war zäh. Erst nach fast vier Minuten brachten die Gastgeber den ersten Treffer der Partie in die Maschen. Der Lenninger Angriff wirkte oftmals zu statisch und das Wurfglück schien bei keinem Akteur vorhanden zu sein. Dennoch brachte eine stabile Abwehr und ein erneut bärenstarker Carrle im Tor die SG Lenningen nach ungefähr zehn Minuten mit 4:2 in Front. Trotzdem tat man sich gegen schwache Hausherren sehr schwer, und so glichen die Gastgeber durch Schieder wieder zum 5:5 aus.
Mitte der ersten Halbzeit plätscherte die Partie dahin. Der TV Altbach mühte sich, scheiterte aber zu oft am entscheidenden Wurf, während bei der SG Lenningen der sprichwörtliche Wurm drin war. Ohne klare Struktur rannten sich die Lenninger ein ums andere Mal in der Abwehr der Altbacher fest, und es schlichen sich wieder unzählige Leichtsinnsfehler ins SG-Spiel ein. So kamen in der ersten Halbzeit nur neun Tore auf beiden Seiten zustande, und denkbar unbefriedigend ging es mit einem 9:9 in die Kabine.
Dort fand Lenningens Trainer Michael Rehkugler klare Worte und wollte seine Mannschaft endlich wachrütteln. Allerdings gehörte die Startphase den Gastgebern, und aus einem 9:9 wurde schnell eine 11:9-Führung für den TVA. Doch anders als in der ersten Halbzeit zeigten die Lenninger nun Kampfgeist und den nötigen Einsatz. Bächle und Haid schienen ihr Visier so langsam eingestellt zu haben, und Ringelspacher ließ nun auch ab und zu seine Klasse auf der Lenninger Spielmacherposition aufblitzen.
Doch wie so oft in dieser Saison kam man zwar zu Toren, doch litt nun die Defensive darunter, in der nicht konsequent genug agiert wurde. So dauerte es bis zum 16:16, ehe die SG wieder ausgleichen konnte. Erst danach zeigten Gäste ihre volle Leidenschaft. Nach Haids Treffer zum 20:17 bat Altbach Trainer Siebert zur Auszeit, doch die Lenninger ließen nichts mehr anbrennen. Eine rote Karte gegen Rauter einige Minuten zuvor hatte die Hausherren zusätzlich geschwächt, und somit fehlte ihnen am Ende die Klasse, um das Spiel nochmals spannend zu gestalten.
Auch ein starker Lamparter, der für Carrle in den letzten zehn Minuten im Lenninger Tor einspringen musste, nachdem dieser aus zwei Metern Entfernung einen Ball mit voller Wucht an den Kopf bekommen hatte, trug mit entscheidenden Paraden dazu bei, dass die SG den Vorsprung von drei Toren hielt. Selbst eine Manndeckung gegen Haid, Ringelspacher und Bächle führte nicht mehr zum gewünschten Erfolg aus Altbacher Sicht. Immer wieder stahlen sich Ringelspacher, Renz oder Schmid davon und kamen zu freien Wurfgelegenheiten. Den Schlusspunkt setzte Bächle mit seinem Treffer zum 26:21-Endstand.
Allerdings kann jeder Lenninger davon ausgehen, dass eine gute Viertelstunde allein mit Sicherheit in dieser Saison nicht noch einmal zu einem Sieg reichen wird. Die Pflichtaufgabe wurde jedoch erwartungsgemäß erfüllt, zwei Punkte mehr stehen auf dem Lenninger Konto und aufgrund der Nebenbedingungen kann man auch durchaus zufrieden sein. Positiver Nebeneffekt ist auch noch, dass sich die SG Lenningen durch das enge Mittelfeld in der Liga sogar kurzfristig auf Platz vier vorgeschoben hat.as
TV Altbach: Fischer, Fischer – Hofmann, Rauter (1), Rauk (1), Schmeltzle, Burger (2), Matte (4), Schieche (2), L. Schieche (4), Braun (3/2), Gölz (3), Vetter (1)
SG Lenningen: Carrle, Lamparter – Renz (3), Schmid (2), Ringelspacher (7/3), Born, Haid (6), Waldörfer (1), Bächle (4), Pisch (3)