Weilheim. Eine erste aussagekräftige Standortbestimmung für die beiden Nachwuchs-Mountainbikerinnen Patricia Hafer und Pia Pflüger, beide vom MTB Teck, soll am Sonntag das Rennen der UCI Junior Series im Rahmen des Swiss Bike Cups am Monte Tamaro sein. Schließlich sind es nur noch knapp zwei Monate bis zur Europameisterschaft, die vom 9. bis 12. Mai in Rumänien stattfinden.
Die Strecke am Monte Tamaro nördlich von Lugano gilt als eine der beliebtesten, aber auch herausforderndsten Strecken im Mountainbike-Zirkus. Bereits 2003 waren auf dem Militärgelände die Weltmeisterschaften, im Corona-Jahr 2020 die Europameisterschaften ausgetragen worden.
Pia Pflüger, mit 17 im zweiten und damit letzten Jahr als Juniorin, war schon 2022 als U17-Fahrerin bei der Tamaro Trophy mit dabei. Sie kennt also die Strecke. Damals belegte sie den 13. Platz – dieselbe Platzierung, die sie vor einer Woche beim ebenfalls zur UCI Junior Series zählenden Rennen in Marseille belegte: „Ich hatte einen schlechten Start und musste daher am ersten Anstieg schieben.“ Danach fand Pflüger, die in der Saison 2024 im Trikot RBW Bike Shop Freiburg unterwegs ist, immer mehr ins Rennen. „Dieses gute Gefühl will ich jetzt an den Monte Tamaro mitnehmen“, sagt Pflüger, die seit diesem Schuljahr im Sportinternat in Freiburg wohnt. Sie gehört 2024 nicht zum Nationalkader, will sich aber mit einem guten Ergebnis für die Europameisterschaft empfehlen. „Ihre Leistungen waren im letzten Jahr sehr schwankend“, begründet Junioren-Bundestrainer Marc Schäfer seine Entscheidung, die Bronze-Medaillen-Gewinnerin der Deutschen Meisterschaften im vergangenen Jahr nicht in den Nationalkader berufen zu haben: „Aber ich bin guter Hoffnung, dass sie jetzt über den Winter näher an die Weltspitze herangerückt ist.“
Neuland im Nationaltrikot
Für Patricia Hafer hingegen ist das Rennen am Monte Tamaro in vielerlei Hinsicht Neuland, startet die 16-Jährige doch erstmals im Nationaltrikot und bei einem Rennen der UCI Junior Series, der höchsten Rennklasse für Juniorinnen und Junioren des Weltradsportverbandes UCI. „Ein bisschen nervös bin ich schon“, gibt die Schülerin zu.
Aber sie ist auch selbstbewusst: Obwohl sie als 44. von 48 Starterinnen ins Rennen gehen wird, will sie unter die besten drei Deutschen kommen. Immerhin werden sich insgesamt sieben deutsche Mountainbikerinnen am Sonntagmittag ins Renngetümmel stürzen. „Durch den Platten am Start habe ich in Obergessertshausen nur zwei Punkte bekommen, deswegen stehe ich jetzt so weit hinten“, weiß Hafer: „Deswegen ist wichtig, gleich am Start gut weg-zukommen.“ Das könnte gar nicht so einfach werden, denn am Sams-tag ist heftiger Regen vorhergesagt, am Sonntag soll es allerdings trocken bleiben.
Wie sehr dann die Strecke mit ihren vielen rutschigen Fels-, aber auch tiefen Matschpassagen abtrocknet, wird man sehen müssen: „Ich mag es, wenn es feucht ist, damit ich richtig Grip habe. Wenn es aber richtig matschig ist und man das Gefühl hat, gar nicht voranzukommen: das ist so nicht mein Ding.“

