Leichtathletik
Nachwuchstalente stimmen positiv

Beim Kreistag in Denkendorf sprach der Vorsitzende Martin Moll aus Kirchheim von einem guten Jahr 2024. Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen der besten Sportler und Auszeichnungen ehrenamtlicher Funktionäre.

Wurden als Sportler des Jahres ausgezeichnet: Janne Henschel, Moritz Jäger, Nele Pfisterer, Ben Rüdinger und Katrin Ochs (von links). Foto: Martin Moll

Die Europameisterschaften in Rom im Juni und die Olympischen Spiele in Paris im August haben der Leichtathletik gutgetan. „Es konnten zwar nicht die erhofften Medaillenzahlen erzielt werden, doch auf emotionaler Ebene hat die Leichtathletik die Menschen eingefangen und mitgenommen“, sagte Martin Moll in seiner Begrüßung der rund 50 Vereinsvertreter aus dem Leichtathletikkreis Esslingen. Es seien eben nicht immer nur die Siege, die eine Sportart ins Rampenlicht stellen. Zehnkampf-Star Leo Neugebauer aus Leinfelden beispielsweise, der nach seinem deutschen Zehnkampfrekord mit 8836 Punkten bei Olympia Silber gewann, habe mit seiner Authentizität und Leichtigkeit eine ganze Nation elektrisiert. Beeindruckend war laut Moll, wie professionell und ehrlich der 24-Jährige Sunnyboy mit seinen Stärken und Schwächen umgegangen ist, was wiederum zu der Erkenntnis führe, dass man nicht immer gewinnen muss, um ein „ganz Großer“ zu sein. Mitgelitten hatte die Sportwelt mit Manuel Eitel aus Reichenbach (SSV Ulm), dessen „Olympia-Traum“ kurz vor seinem Zehnkampfstart aufgrund einer Corona-Infektion wie eine Seifenblase platzte.

Gesteigertes Interesse

Jedenfalls hat der mediale Rummel um die deutschen und lokalen Spitzenathleten laut Moll ein gesteigertes öffentliches Interesse ausgelöst. Auch eine nachhaltig gute lokale Pressearbeit habe sich positiv auf die Kreis-Vereine ausgewirkt, ist Moll überzeugt. So seien die Zuwächse in der Kinderleichtathletik für Sechs- bis Zehnjährige sichtbar, was die guten Teilnehmerzahlen bei den zahlreichen Kinder- und Schülersportfesten bestätigen würden, so der Kreisvorsitzende. Allerdings sei seiner Auffassung nach trotz guter Förderstrukturen weiterhin unvermeidbar, dass jedes Jahr Athletinnen und Athleten aus den älteren Jugendklassen mit dem Wettkampfsport aufhören. So sieht der 67-jährige ehemalige Sprinter der LG Teck den Kreis mit seinen rund 40 aktiven Vereinen vornehmlich als Ausbildungsverband. Die wenigen Spitzen-Athleten wechselten irgendwann zu den großen Vereinen wie VfB Stuttgart und VfL Sindelfingen oder verließen den Kreis in andere Landesverbände.

Positiv sei, dass der Übergang von der Kinderleichtathletik in die U14- und U16-Jugend sehr gut funktioniere. Dass dies so ist, liege an der Aktivität des Kreises und seiner Vereine, die mit 25 Wettkampfveranstaltungen wieder ein attraktives Wettkampfangebot in unterschiedlichen Formaten für alle Altersklassen geschaffen haben. Zudem glänzte der Kreis durch ein kompetentes Wettkampf- und Kampfrichter-Team um die Kreis-Beauftragten Peter Brändle (Köngen), Anja Fruhmann (Denkendorf), Dietmar Bauder (Köngen) und Philipp Steeb (Echterdingen).

Moll lobte die ergebnisorientierte, harmonische Zusammenarbeit der zehn Kreisausschussmitglieder. Auch die Zusammenarbeit mit der Region Achalm mit den Kreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb unter dem Vorsitzenden Dr. Peter Mayer (Nellingen) funktionierte ausgezeichnet. Was allerdings fehle, seien lokale, vereinsübergreifende Talentschmieden, in denen bestimmte Disziplinschwerpunkte gesetzt sind.

Mitgliederstärkster Kreis

Auch wenn die Mitgliederzahlen seit zwei Jahren leicht rückläufig sind, ist der Kreis Esslingen nach wie vor der mitgliederstärkste innerhalb des Württembergischen Leichtathletikverbandes. Mit 8400 Mitliedern liegt man deutlich vor den Kreisen Ulm (7710) und Göppingen (5717).

Veranstaltungs-Highlights 2024 waren das internationale Junioren-Mehrkampfmeeting in Bernhausen mit den WM- und EM-Qualifikationen der U20 und U18 sowie der Schüler- und Jugend-Kreisvergleichskampf zwischen Esslingen, Rastatt/Baden-Baden und der Südpfalz im neu sanierten Kirchheimer Stadion. Moll dankte der Schüler- und Jugendbeauftragten Cornelia Luber (Owen) für die Zusammenstellung der Kreis-Teams, die es geschafft haben, den Gesamtsieg in den Kreis zu holen. Was Moll zuversichtlich stimmt, sind die vielen Nachwuchstalente aus den Vereinen, die sich immer mehr auf Landes- und nationaler Ebene behaupten können. mm