Lokalsport
Neue Hoffnung mit zwei Joker-Toren

Fußball Landesligist VfL Kirchheim hat am Samstag beim SV Neresheim verdient mit 3:0 gewonnen und startet damit noch einen Versuch, den drohenden Abstieg abzuwenden. Von Klaus Schlütter

Kirchheims Coach Felix Lache hatte in Neresheim nicht viel Grund zum Aufregen. Seine Mannschaft setzte sich beim SV mit 3:0 durch. Foto: Michael Treutner

Hurra, wir leben noch!“ war ein Bestseller des österreichischen Autors Johannes Mario Simmel. Der Titel ließe sich original auf die aktuelle Gemütslage der Kirchheimer Landesliga-Truppe übertragen. Der stark abstiegsbedrohte Aufsteiger des Vorjahres arbeitet, wie schon zu Jahresbeginn, an einem Comeback mit dem Ziel Klassenerhalt, wie der 3:0-Sieg bei Leidensgenosse SV Neresheim bewies.

Der erste Rettungsversuch endete nach drei Siegen und einem Unentschieden bekanntlich abrupt. Der zweite Anlauf soll nun von Erfolg gekrönt sein, auch wenn der Rückstand auf das rettende Ufer, sprich Nichtabstiegsplatz, immer noch sechs Punkte beträgt. Spieler Tobias Heim, der mit Felix Lache das Trainerduo bildet, verspricht: „Mit uns hat keiner mehr gerechnet. Von einer Wende kann man nach einem Sieg zwar noch nicht reden. Aber wir werden weiter kämpfen bis zum Schluss, mit Leidenschaft, Laufbereitschaft, Aggressivität.“ Mut macht ihm: „Vom Potenzial her sind wir besser als wir tabellarisch dastehen.“

Auf dem Platz kann Heim nicht mehr zum Rettungsversuch beitragen. Der Bruch seines Nasenbeins beim Spiel in Geislingen erfordert eine Zwangspause bis Saisonende. Dafür sind am nächsten Sonntag im Heimspiel gegen die SSG Ulm – dieses findet erst um 19 Uhr statt– der in Neresheim gelb-rot gesperrte Valon Dodaj und wahrscheinlich auch der erkrankte Nico Hummel wieder dabei.

Ohne drei Leistungsträger und mit einer Negativserie von vier Niederlagen im Hinterkopf begann der VfL sehr konzentriert in der Abwehr und lauerte geduldig auf die erste Konterchance. Die ergab sich in der 20. Minute. Argjend Szalaj setzte sich energisch gegen seine Verfolger durch, bediente Meksud Colic auf rechts, und der fackelte nicht, sondern traf volley ins linke Eck. Mit einer verdienten 1:0-Führung ging es in die Pause.

Adonis Shalaj macht den Deckel drauf

Die Neresheimer reagierten mit wütenden Attacken. Der VfL hielt stramm dagegen, und nach zehn Minuten verebbte das Zwischenhoch der Gastgeber. Zwei Joker, beide in der 59. Minute eingewechselt, entschieden das Spiel endgültig für Kirchheim. Baybüyük Berk schloss ein Supersolo mit dem 2:0 ab (78.), und Adonis Shalaj machte mit seinem Tor in der 90. Minute den Deckel auf das 3:0.

99 Zuschauer erlebten den sechsten Saisonsieg der „Blauen“ live. Die VfL-Anhänger, die zuhause geblieben waren und sich über „Fußball.de“ über den Ausgang des Spiels informierten, waren frustriert. Auf der Plattform für den Amateurfußball hieß es zunächst: „Der VfL Kirchheim ist weiter in Bedrängnis geraten, gegen den SV Neresheim war am Ende kein Kraut gewachsen“. Irren ist menschlich. Erst Stunden später wurde die Falschmeldung korrigiert.