Kirchheim. Spätestens der Dreipunkteerfolg Jaivon Harris’ zum 69:79 bremste zwei Minuten vor Spielende die vagen Hoffnungen auf einen durchaus möglichen Sieg. So blieb Knights-Coach Frenkie Ignjatovic nichts anderes übrig, als seinem Gegenüber Torsten Daume zum 88:78-Sieg zu gratulieren.
Vorangegangen war ein Spiel, das alte Probleme aber auch Lichtblicke offenbarte: Ohne den erkrankten Sebastian Adeberg auf nur acht Spieler dezimiert, startete Ignjatovic mit Brooks, Alexander, Tomasevic, Smallwood und Schneider. Schnell war zu sehen, dass es vor allem die „Langen“ auf Kirchheimer Seite waren, die das Spiel offen hielten. Einzig Chris Alexander konnte zu Beginn noch von außen den Ball erfolgreich versenken. Ansonsten waren es Marcus Smallwood, Dominik Schneider (10 Punkte, 8 Rebounds) und auch Youngster Jonathan Maier (14, 3), die die knappe Führung von 20:19 im ersten Viertel verteidigten.
Diesen hart erkämpften Anschluss gaben die Ritter jedoch in der zweiten Hälfte des zweiten Viertels verloren. Mit steigender Foulbelastung und ohne Konzept gegen die Zonenverteidigung der Gäste verloren die Knights an Boden, sodass es nur eine logische Konsequenz war, dass BG-Kapitän Rouven Roessler mit fünf Punkten in Folge erstmals einen Zehnpunktevorsprung realisierte, den das Team bis zur Halbzeit auch nicht mehr hergab (35:46).
Farbe und Glanz brachten in dieser Situation nur die Lateinformation des TSC Kirchheim aufs Parkett. Zu Songs von Robbie Williams wirbelten die Tanzpaare in der Halbzeitpause über den Parkettboden und sorgten so für positive Zerstreuung der etwas betrübten Zuschauer, während sich Knights-Coach Ignjatovic noch über das technische Foul ärgerte, das ihm wegen Meckerns nach Abpfiff in die Pause verhängt wurde.
Konsequenterweise begann die zweite Spielhälfte mit Freiwürfen für die Gäste und mit einem Ausbau der Führung durch Ex-Ritter Nils Menck zum 35:49. Das Spiel der Knights glich in dieser Phase einem Kampf gegen Windmühlen: Immer, wenn das Team das Spiel schnell machte und durch eine intensive Abwehr Fehler der Karlsruher provozierte, konnte der Abstand reduziert werden. Zu oft jedoch fanden entweder die Karlsruher eine Antwort oder die eigenen Guards vergaben durch ihre eklatant schlechte Wurfausbeute jede Chance auf eine erfolgreiche Aufholjagd. Zeitweise hatte es den Eindruck, als hätten Alexander, Burnette & Co. ihre Treffsicherheit mit den Silvesterkrachern in den Himmel geschickt. Mehr als ein ausgeglichenes drittes Viertel konnten die Ritter ihren Gästen in dieser Spielphase nicht abtrotzen.
So war es aber auch nicht verwunderlich, dass fünf Minuten vor Schluss die Spannung in einer Phase nochmals anstieg, in der Ignjatovic seine drei „großen“ Spieler Schneider, Smallwood und Maier gleichzeitig aufs Feld schickte. Dominik Schneider verkürzte auf 63:69, mehr war den Rittern an diesem Abend aber nicht vergönnt. Letztendlich feierten die Karlsruher einen verdienten Sieg.
Für die Knights dagegen geht es weiter um den Klassenerhalt. Nur dank der Niederlagen der Kellerkonkurrenten Crailsheim und Leipzig konnte der Fall auf einen Abstiegsrang vermieden werden. Bis zum Spiel gegen den Nürnberger BC kommenden Samstag steht viel Arbeit an, gilt es doch, die positiven Ansätze aufzugreifen und die Problempunkte anzugehen.bs
