Saisonstart im Fußball
Neustart, Aufstiegsträume, Abwehrsorgen: Das erwartet die Teckteams in der Kreisliga A

Der AC Catania Kirchheim, die SGEH, die SF Dettingen, der TV Neidlingen, die SGM Owen/Unterlenningen und der FC Kirchheim fiebern dem Start in der Kreisliga A2 entgegen. Der TSV Notzingen geht in der Staffel 1 auf Punktejagd.

Nach dem Teckbotenpokal in Notzingen rollt ab diesem Wochenende wieder auf Ligaebene der Ball. Foto: Markus Brändli

AC Catania Kirchheim

Nur ein Dutzend Tore fehlte den Rosso-Blu am Ende der vergangenen Saison zum Klassenverbleib in der Bezirksliga. Ein Grund mehr für das neu etablierte Trainerteam Antonio Potenza und Michele Latte als Saisonziel selbstbewusst den Wiederaufstieg anzugeben. Zwar verließen mit Michael Fischer (TSG Esslingen) und Torjäger Carmelo Trumino (1. FC Heiningen) zwei Leistungsträger den ACC. Doch die Catanesi machten aus der Not eine Tugend und verjüngten den Kader. „Unser Durchschnittsalter liegt nun bei 24 Jahren“, sagt Coach Potenza, der ebenso wie Kollege Latte zumindest in der Hinrunde auch selbst die Kickstiefel schnüren wird. Mit dem verbands- und oberligaerfahrenen Benjamin Sedinovic (23) haben die Kirchheimer ein beidfüßiges und bei der TSG Hoffenheim ausgebildetes Defensivjuwel an Land gezogen,. Dazu gesellt sich mit Manuel Renz (27) ein Mittelfeldakteur, der seine Stärken gegen den Ball hat und bislang für den Landesligisten FV Neuhausen auflief. Beide fielen beim Teckbotenpokal in Notzingen bereits positiv auf. Im Mittelfeld werden die Rosso-Blu auch in der kommenden Saison ein personelles Überangebot haben. Gesetzt scheinen hier neben Neuzugang Renz nur Antonio Rendina und Gianluca D‘Onofrio. In der Innenverteidigung soll Mathieu Baudouin in die Bresche springen und sich zum Führungsspieler entwickeln.

SGEH

Mit Selbstvertrauen geht die SGEH in die neue Saison. „Wir sind gut besetzt und haben keinerlei personelle Probleme“, sagt Jonas Salcher. Der Pressesprecher der Sportgemeinschaft weiß, wovon er spricht. Schließlich kickt der 27jährige Rechtsfuß seit Jahren selbst mit. Und er hat klare Vorstellungen, wo die Reise in dieser Saison hingehen soll: „Mindestens Platz drei oder vier sollte am Ende schon ‘rausspringen.“ Schließlich war die SGEH am Ende der vergangenen Spielzeit nur knapp in der Aufstiegsrelegation gescheitert. Im zweiten Entscheidungsspiel gegen den Bezirksligisten TSV Berkheim zogen die Älbler nur unglücklich den Kürzeren. In der neuen Saison muss die Sportgemeinschaft auf Nick Kuchenbecker verzichten. Den Torjäger zog es zurück zum Heimatverein SV Hülben, wo er aus beruflichen Gründen etwas kürzer treten kann. Auf der Habenseite kann die SGEH auf ein Trio vom 1. FC Frickenhausen bauen: Fabian Weber, Nico Spreitzer und Agron Gashi spielen in der neuen Saison „höher“ – zumindest was die Lage des Fußballplatzes angeht. Zur Einstimmung auf die neue Spielzeit hat die SGEH bereits ein Trainingslager in Sonthofen im Allgäu absolviert – inklusive Hotel, Verpflegung und Übungseinheiten auf dem Sportplatz. „Das haben wir so schon öfter gemacht“, sagt Jonas Salcher, der in der Trainerfrage auf Kontinuität setzen kann: Mario Tumbas bleibt der Coach, der vom mitspielenden Co Dennis Oswald unterstützt wird.

SF Dettingen

Neue Saison, neues Trainerteam, neues Glück: die Sportfreunde Dettingen gehen selbstbewusst aber nicht überheblich in die neue Spielzeit. Schmerzhaft war der enttäuschende sechste Platz in der abgelaufenen Spielzeit. „80 Gegentore sind der Beweis für unsere Enttäuschung“, gibt Christian Renz unumwunden zu. Der Fußball-Boss der Dettinger, im nächsten Jahr Gastgeber des Teckbotenpokals, geht in seine persönlich finale Saison. Im April 2026 ist nach dann 16 Jahren Schluss für den Funktionär, der freilich das Zeitungsturnier noch als Organisationskopf begleiten wird. Beerben wird ihn mit Robin Spranz, Rico Frick und Martin Klosowski ein Triumvirat. Damit es im Jahr eins nach der Trennung von Spielertrainer Yannik Kögler auch mit dem sportlichen Erfolg klappt, haben sich die Sportfreunde mit dem gleichberechtigten Übungsleitergespann Simone Stuppia und Gabriele Rizzo auf das Ziel „vorne mitspielen“ verständigt, ohne jedoch eine angestrebte Platzierung zu nenne. Ex-Coach Kögler wird den Dettingern freilich als Torjäger fehlen. „Unser Spielsystem, das stark auf ihn zugeschnitten war, ist jetzt variabler“, weiß Christian Renz. Mit Rückkehrer Gabriel Müller (TSV Köngen), Redon Gashi (TSV Jesingen) und Torspieler Marvin Hellmann (TSV Bernhausen) haben sich die Sportfreunde punktuell und qualitativ sinnvoll verstärkt. „Wir sind gut vorbereitet – das hat man ja beim Teckboten-Pokal schon gesehen“, sagt Renz mit einem Augenzwinkern.

TV Neidlingen

Unterm Reußenstein stehen die Zeichen weiter auf Umbruch. Nach einer schwierigen Saison im Jahr eins nach Spielertrainer Patrick Kölle und zahlreichen Spielerrücktritten haben sich heuer nun auch die Routiniers Fabian Latzko, Dennis Heilemann, Patrick Class, Markus Sekan und Michael Aust wohl endgültig in Richtung Ü32-Senioren verabschiedet. Verstärken wird das Team Rückkehrer Tim Mohoric (SGOH) sowie Janic Huonker von der U19 des TSV Weilheim. TVN-Trainer Christopher Andrä ist stolz auf die wenigen Tore in der abgelaufenen Saison. 54 Gegentreffer waren der drittbeste Wert der Liga. Dafür schwächelte die Offensive, die nur die gleiche Anzahl Tore erzielte – und damit nur den fünftletzten Platz belegte. Ein Manko ist in dieser Saison die Quantitative: „Unser Kader ist klein“, sagt der Coach, der aber auch betont, „dass neue Akteure in Neidlingen auch charakterlich zur Mannschaft passen müssen.“ Traditionell wurden diese Eigenschaften im Trainingslager in Kranzegg im Allgäu getestet, wo neben Trainingseinheiten auf dem Sportgelände des TSV 1908 Fischen, direkt am Illerufer gelegen, auch Teambuilding-Maßnahmen auf dem Programm standen. Die Sportliche Leitung in Neidlingen hat nach wie vor Steffen Kuch, der nun von Dennis Heilemann und Heiko Kölle unterstützt wird. Das Saisonziel formuliert Christopher Andrä diplomatisch und ohne Druck: „Wir wollen besser abschneiden, als in der vorigen Saison.“

SGM Owen/Unterlenningen

Das Team ist der Star – auf kaum einen anderen A-Ligisten trifft diese Attitüde besser zu, als auf die SGM. Marc Schmohl, der Sportliche Leiter, bestätigt: „Wir haben keine ‘Überflieger’ und bewegen uns deshalb immer an unserem Leistungslimit.“ Im Jahr zwei nach dem Aufstieg wird die Luft für die SGM eher dünner in der Kreisliga A. Das Leistungsgefüge der Liga ist inzwischen sehr homogen. In Owen und Unterlenningen, wo die Spielgemeinschaft auch dem Sinn nach von der gemischten Führungsriege „gelebt“ wird, waren alle mit der abgelaufenen Saison zufrieden. Der Klassenverbleib wurde Dank einer guten Rückrunde gesichert. Kontinuität ist deshalb auch personell angesagt. Kevin Rieke und Julian Deuschle bleiben die spielenden Trainer, Claus Eberle coacht von der Seitenlinie. Wichtigstes Ziel sei es, so Marc Schmohl, „deutlich weniger als die 96 Gegentore der letzten Saison zu kassieren.“ Verstärkt hat sich sein Team nach dem Abgang von Denis Muratovic (TSV Weilheim) und der Ankündigung, dass einige arrivierte Kicker „kürzer treten“ wollen, vor allem in der Breite. „Wir müssen eine bessere Balance zwischen Offensive und Defensive finden“, sagt der altgediente Fußballfunktionär, der auf wenig verletzungsbedingte Ausfälle hofft. Schließlich ist auch in dieser Saison der Klassenverbleib das erklärte Ziel. „Im Notfall“, freut sich Marc Schmohl, „können wir glücklicherweise dabei auf Akteure aus unserer AH zurückgreife.“

FC Kirchheim

Fünf Jahre mussten die Anhänger des FC seit der Vereinsgründung warten. Im Juni wurde der ersehnte Aufstieg in die Fußball-Kreisliga A war mit einem beeindruckenden Torverhältnis von 104:22 realisiert worden. Deni Kalfic, einstmals Verbandsligaspieler beim VfL Kirchheim und beim FC Heiningen, ist Vereinsmitgründer, Vorstand, Kapitän und „Mädchen für alles“ im Club – und alles andere als zurückhaltend: „Unsere letzte Niederlage haben wir am 26. Oktober 2024 gegen die SGOH kassiert. Wir wollten aber eigentlich verlustpunktfrei durch die Saison kommen“, gibt sich der quirlige Spieler und Funktionär selbstbewusst. Klar, dass keine Leistungsträger den Verein verlassen haben. Dafür haben schon in der Vorbereitung die sieben Neuzugänge gut eingeschlagen. „Das Komplettpaket stimmt“, sagt Kalfic, dessen Vater Mato im Verein als „Headcoach“ agiert. Ihm zur Seite steht mit Ranko Malbasic einer der (mitspielenden) Gallionsfiguren des Vereins. Die Stärke des FC war bislang die kompromisslose Abwehr und der treffsichere Sturm. Nun soll, so Deni Kalfic, „weiter daran gearbeitet werden, spielstark und griffig gegen den Ball zu agieren.“ Auch die äußeren Positionen sollen gestärkt werden, damit mehr Assists produziert werden. Das Hauptaugenmerk liegt im ersten Jahr auf der Weiterentwicklung des Vereins. „Ich wünsche mir eine sorgenfreie Saison aber um die ‘Goldene Ananas’ spielen wir auch nicht gerne“, sagte Deni Kalfic augenzwinkernd.

TSV Notzingen (Kreisliga A1)

Nach dem Teckbotenpokal ist vor der Punkterunde: der diesjährige Gastgeber des Zeitungsturniers sollte die „Wunden“ des Organisationsstresses erfolgreich geleckt haben und als Aufsteiger hoch motiviert in die Staffel 1 der Kreisliga A einsteigen. Es ist ein verdienter Erfolg des einstigen Landesligisten nach Jahren in den „Tiefen“ der Kreisliga B. Große Veränderungen hat es beim TSV nicht gegeben. Personelle Verstärkung im Trainerteam erfuhr das Eichert-Team durch Martin Habram, der aus dem Trio Alex Wollmann, Birant Sentürk und Jörg Sauer nun ein Quartett macht. Nach den schmerzhaften Abgängen von Luca Keck und Daniele Attorre (beide zum VfL Kirchheim) wurde der Kader bewusst verjüngt. Das macht die neue Aufgabe in Liga neun nicht unbedingt leichter. Michael Panknin, Abteilungsleiter Fußball und mit Tobias Krauss in Personalunion auch Sportlicher Leiter, erwartet, dass die Mannschaft um jeden Punkt ackern muss: „Wir werden trotz der offensiven Abgänge mit Marian Ropertz und Luca Calusic sicher wieder einen guten Sturm stellen. In der Defensive haben wir mit Seher Kaaouchi (MTV Stuttgart U19) und Can Aksan (SV Nabern) personell ordentlich nachgelegt.“ Dem entsprechend rechnet Positivdenker „Panker“ mit Platz sieben bis neun im Endklassement. Interessant: bereits am dritten Spieltag kommt es zur Neuauflage des Duells mit dem VfB Oberesslingen / Zell. Im entscheidenden Relegationsspiel im Juni in Unterboihingen hatten die Notzinger die Esslinger Vorstädter mit 6:2 quasi vom Platz gefegt und den Aufstieg in die Kreisliga A klar gemacht.