Extremsport
Nichts für Weicheier

Markus Ertelt, der Schauspieler, passionierte Extremsportler, Lauf-Veranstalter und zweifache Vater aus Unterensingen blickt auf seine Teilnahme bei der Sport-Reality-Show Exatlon zurück. 

Im Kampf gegen die Elemente, sich selbst und das gegnerische Team: Markus Ertelt hat in der Sendung Exatlon stets alles gegeben. Foto: Acunmedia

In den vergangenen Tagen hieß es für Markus Ertelt erst einmal Wunden lecken. Nach viereinhalb Monaten in der Sport1-Show Exatlon in der Dominikanischen Republik war der 46-Jährige doch ziemlich angeschlagen. Neben einer tiefen Wunde am Schienbein, bei der sowohl Muskel als auch Haut mit 14 Stichen genäht werden mussten, hatte er sich im Laufe der Dreharbeiten noch einige weitere durchaus schmerzhafte Blessuren zugezogen. „Das ist bei so einem Format halt drin“, sagt der Schauspieler.

Normalerweise kennt man den Extremsportler Markus Ertelt eher aus TV-Sendungen wie Soko, Sturm der Liebe, Tatort oder Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Dass der Unterensinger bei dieser Mischung aus Sport-Show und Reality-Format mitmischte, war reiner Zufall. „Ich war gerade auf dem Sprung in den Urlaub, als ein alter Klassenkamerad aus der Realschule meinte – Mensch Markus, das wär‘ doch was für Dich. Also hab ich noch schnell ein Bewerbungs-Video gedreht und es hingeschickt. Kurze Zeit später kam die Einladung zum Erstgespräch, und dann folgten schon die Leistungstests“, erzählt Markus Ertelt. Auch ein umfassender Gesundheitscheck gehörte dazu. Nachdem auch dieser bestanden war, bekam der 46-Jährige wie 19 weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter den Zuschlag.

Die Aufgaben in den Parcours waren vielfältig und vor allem anstrengend. Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Ausdauer waren gefragt. Foto: Acunmedia

Im September flog die Gruppe schließlich in die Dominikanische Republik. „Ich wusste nicht, dass das Ganze über so viele Monate gehen würde“, sagt Ertelt, für den dies als Vater von Zwillings-Mädchen durchaus ein Entscheidungskriterium ist.

Zunächst wurde vor Ort das riesige Gelände mit den Parcours und den Unterkünften erkundet, entschieden, wer ins rote und wer ins gelbe Team kommt und welches Team wo schläft, ehe die Entscheidungswettkämpfe losgingen. Jede Woche musste sich ein Kandidat verabschieden, was in den so genannten Elimination-Games entschieden wurde. „Am Anfang kamen immer neue Kandidaten nach, so dass die Teams nicht kleiner wurden. Ab November hat das aufgehört“, erklärt Markus Ertelt. Er musste mit seinem Team meist im „Bad Camp“ leben, also ohne Komfort. „Das war ein großer Raum mit zwölf Betten, im Außenbereich gab es vier Duschen, eine Toilette für alle.“ Privatsphäre sieht anders aus. Zumal auch überall Kameras hängen, denn wie bei „Big Brother“ gehören auch bei Exatlon die Gespräche unter den Teilnehmern zur Unterhaltung der Zuschauer dazu. Auch auf Kaffee musste der 46-Jährige die meiste Zeit verzichten. „Den gab es nämlich nur im Good Camp.“ Eier, Haferflocken, Reis und Fleisch, Bananen und Ananas gab es stets in ausreichender Menge.

Kein Kontakt zur Außenwelt

Viel schlimmer als der Verzicht auf sämtlichen Komfort oder Genussmittel war das abgeschottet sein von der Außenwelt und die Trennung von seiner Familie. „Man bekommt überhaupt nichts mit, und außer zu den anderen Teammitgliedern hat man zu niemandem Kontakt. Man weiß nicht was zuhause passiert oder zum Beispiel in der Politik. Das ist Teil des Konzepts.“ Nur über Weihnachten durften alle für wenige Tage heimfliegen. Bei Frau und Kindern war die Freude natürlich groß. „Die Mädels haben öfter die Zusammenfassung der Folgen gesehen, also durchaus mitbekommen, was ich da mache.“ Dennoch wollten sie ihren Papa so schnell wie möglich wiederhaben. Doch ein Weilchen mussten sie noch warten, denn Markus Ertelt, der der Älteste in der Show war, hielt trotz schwerer Verletzungen lange durch.

Die erste heftige Wunde zog sich der 46-Jährige schon recht früh in der Sendung zu. „Ich bin volle Karacho in den Parcours gelaufen, beim Sprung auf dem glitschigen Boden weggerutscht und mit dem Schienbein gegen eine Absperrung geknallt“, erzählt der Unterensinger. Vollgepumpt mit Adrenalin brachte er den Lauf zu Ende, sah dann allerdings in entsetzte Gesichter, denn sowohl die Haut als auch der Muskel waren durchtrennt. „Den anderen ist schon schlecht geworden beim Anblick.“ Im Krankenhaus wurde alles genäht und Markus Ertelt musste ein paar Tage dort bleiben. „Das war hart. Keiner hat mit mir gesprochen, ich hatte nichts zu Lesen, kein Handy. Man liegt nur da und hofft, dass alles gut verheilt und sich nichts entzündet.“

Wieder im Gym aktiv

Während im Laufe der Sendung fünf Teilnehmer verletzt heim mussten, bekam er das Go wieder einzusteigen. „Ich bin dann mit Manschette gelaufen. Allerdings ist gleich beim ersten Einsatz die Naht wieder aufgegangen.“ Also musste er nochmal genäht werden. Später kam noch eine Verletzung am Kopf dazu, die genäht werden musste. Außerdem ein Bänderriss am linken Fuß und drei angebrochene Rippen. „Das summiert sich mit der Zeit. Ich kann die Belastung eigentlich gar nicht beschreiben. Deshalb habe ich auch oft mit mir gekämpft, ob weitermachen sinnvoll ist.“ Trotz der täglichen körperlichen Herausforderungen fühlte sich Markus Ertelt noch nie so unfit wie zur Zeit der Dreharbeiten. „Man hatte keine Zeit für Krafttraining.“

Seit seinem Ausscheiden wenige Folgen vor dem Finale ist Markus Ertelt wieder fast täglich im Gym anzutreffen. Dort stählt er seine Muckis, und auch die nächsten Projekte sind in Planung. „Mein zweites Buch ist im Grunde schon fertig. Ich muss mich nur noch mit einem Verlag einigen. Und dann will ich als Schauspieler wieder mehr vor der Kamera stehen.“

Markus Ertelt hat während der Dreharbeiten in der Dominikanischen Republik seinen 46. Geburtstag gefeiert. Er war der älteste Teilnehmer in der Show, und oftmals der beste. Foto: Acunmedia

Das Sport-Reality-TV-Format und seine Regeln

Exatlon Germany ist eine Sport-Reality-Show, bei der zwei Teams in anspruchsvollen Parcours gegeneinander antreten. Die Teilnehmer leben rund um die Uhr zusammen und kämpfen um den Titel des Exatlon Champions. Jede Woche endet mit einem Spiel, das darüber entscheidet, wer die Show verlassen muss.
Die Teams bestehen aus einer gleichen Anzahl männlicher und weiblicher Teilnehmer. Die Parcours sind so gestaltet, dass sie verschiedene Fähigkeiten wie Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Kraft fordern. Die Spiele können entweder einzeln, im Duo oder als Gruppe gespielt werden. Meistens treten Männer gegen Männer und Frauen gegen Frauen an, aber auch gemischte Duelle sind möglich.
Jeder Parcours muss von den Teilnehmern in der schnellstmöglichen Zeit und korrekt bewältigt werden. Der Spieler, der den Parcours am schnellsten und ohne Regelverstöße absolviert, gewinnt einen Punkt für sein Team. Das Team, das zuerst eine bestimmte Punktzahl erreicht, gewinnt das Spiel. Bei einem Unentschieden gibt es ein abschließendes „Flaggenrennen“, um den Sieger zu bestimmen.
Die Teilnehmer spielen auch um verschiedene Belohnungen, wie beispielsweise luxuriösere Unterkünfte oder andere Vorteile, die im Verlauf der Woche vergeben werden.
Am Ende jeder Woche gibt es ein Spiel, das darüber entscheidet, welches Team einen Spieler verlieren wird. Im sogenannten Play-Out-Spiel kämpfen die nominierten Spieler um den Verbleib. Der Verlierer dieses Spiels scheidet endgültig aus dem Wettbewerb aus.
Zum Schluss kämpfen die verbliebenen Teilnehmer um den Titel des Exatlon-Champions.
Weitere Infos gibt es auf www.sport1.de. sl