Weilheim. Knapp acht Jahre ist es her, als der TSV Weilheim das Teckbotenpokal-Turnier zum letzten Mal ausrichtete. Damals verlief das Meeting überhaupt nicht nach dem Geschmack des Vereins: Wetterbedingt säumten anstatt der erhofften 5 000 zahlenden Fußball-Zuschauer lediglich derer 3 755 die 48 Spiele in der Turnierwoche. An zwei Tagen hatte es wie aus Kübeln geschüttet, und auch sonst wurde es rund ums Lindachstadion nie trocken. Die 44. Veranstaltung, von einem Tief namens „Xaviera“ heftigst gebeutelt, geriet zum Turnier, in dem Dauerregen, Rindenmulch und Regenkleidung omnipräsente Begleiter waren. Sportlich verlief für die Weilheimer alles nach Plan (4:2-Finalsieg über den TSV Ötlingen nach Verlängerung unter dem damaligen Spielertrainer Oliver Klingler), wirtschaftlich beileibe nicht. „Von den Einnahmen können wir in den nächsten Jahren zehren“, sagte Martin Koch im Abschlussgespräch – die Enttäuschung konnte der Abteilungsleiter gut kaschieren.
Vielleicht, weil er routiniert war im Umgang mit eigenen Schlechtwetter-Veranstaltungen: Geregnet hatte es nämlich auch schon bei der Ausrichtung 1995, als das Turnier zum letzten Mal im alten Format über die Bühne gegangen war. Teckbotenpokal und Weilheim – wetterbedingt passte das in den letzten 19 Jahren nie zusammen.
Dass nicht aller schlechten Dinge drei sind, hoffen die Macher vorm Turnier 2014 inbrünstig. Manche schauen schon mal brennend interessiert im Internet nach hilfreichen Wetter-News. „In der Niederschlagsprognose geht der Trend zu einem leicht zu nassen Sommerverlauf 2014“, ist dort in etwas holprigem Deutsch zu lesen. Wie gut, dass meteorologische Langzeitprognosen meistens so zutreffend sind wie die selbst angekreuzten Lottozahlen.
Für ein erfolgreiches Acht-Tage-Turnier 2014 tun sie in diesen Tagen alles in Weilheim, und derzeit sind sie schon weiter als die meisten Ausrichter-Vereine davor: Knapp vier Wochen vor dem Meldeschluss am 24. April stehen Spielmodus, die meisten Teilnehmer, Zeitplan und abendliches Rahmenprogramm bereits fest (http://www.teckbotenpokal-2014.de/). Turnierleiter Günther Friess („das ist unser Jahres-Highlight“) und Funktionärs-Kollegen haben auf Organisationsebene ein hohes Tempo vorgelegt.
Neben zwei Weilheimer Mannschaften – die „Erste“ ist Titelverteidiger – haben nach dem Ausschreibungsstart am 11. Februar elf weitere Vereine ihre Zusagen für das Meeting gegeben: SV Nabern, TSV Oberlenningen, SF Dettingen I, SF Dettingen II, TSV Schlierbach, TV Neidlingen, TG Kirchheim, VfL Kirchheim, TSV Notzingen, TSV Jesingen I und TSV Jesingen II. Friess („wir wollen ein Turnier mit möglichst lauter Teckvereinen“) wartete bis gestern zwar noch auf die Rücksendungen von SGEH, AC Catania, TSV Holzmaden, TSV Ohmden, TSV Owen, TSV Ötlingen und TV Unterlenningen, zeigte sich aber zuversichtlich, dass die meisten Säumigen kurzfristig noch melden werden. 13 Teams stehen fest – sieben sind noch gesucht. Für den Fall der Absage eines Teckvereins stehen mit dem TSV Gruibingen und dem TSV Wernau bereits Nachrücker fest. „Beide Vereine haben zugesagt, im Falle einer Absage einzuspringen“, sagt Friess.
Wie der TV Neidlingen 2013 wartet auch der Nachbarverein mit einigen spielplantechnischen Neuerungen auf. Eine davon sind die fünf installierten Vierer-Gruppen in der Vorrunde, eine zweite die speziellen Qualifikationskriterien fürs Achtelfinale. Dorthin gelangen neben jeweils zwei Gruppenbesten noch die sechs besten Hinterbänkler. Unter allen Dritt- und Viertplatzierten wird nach Vorrundenabschluss eine Tabelle erstellt, deren Platzierungskriterien Punkte, Tordifferenz und geschossene Tore sind, „entsprechend den WFV-Turnierstatuten“, wie Friess sagt. Der „Weilheimer“ Spielmodus hat erneut eines für Fans, Spieler und Clubverantwortliche: den Reiz des Neuen.
Erstmals spielen die Mannschaften in Weilheim um ein Gesamtpreisgeld von 2 650 Euro – das ist historischer Pokal-Rekord. Teckboten-Verlag und Ausrichterverein haben das ursprüngliche Budget so erhöht, dass nunmehr bereits jeder Viertelfinalist mit einem Bargeld-Preis belohnt wird. Das neue Preisgeld-Ranking lautet jetzt 1 000 Euro (für Platz eins), 650 Euro (Platz zwei), 350 Euro (Platz drei), 250 Euro (Platz vier) und 100 Euro (Plätze fünf bis acht). Neben den finanziellen Zubroten wurden noch Sonderpreise für den besten Turnier-Torjäger und spezielle Torschützen ausgelobt.
Viele elementare Turnier-Aufgaben wurden von den Weilheimer Offiziellen inzwischen erledigt. Den wichtigsten Job zum Gelingen des Turniers in knapp vier Monaten muss allerdings ein anderer erledigen: Petrus.
