Kirchheim. Dass ein Erfolg in der Nürtinger Eisenlohrhalle (Spielbeginn 20 Uhr) schwierig wird, ist nicht abzustreiten. Zumal sich der VfL in den vergangenen Jahren nicht gerade als Auswärtsmacht präsentiert hat. Auch wenn die Chancen auf den Klassenerhalt – vier Spiele vor Saisonende fehlen dem VfL aufs rettender Ufer sechs Punkte – gering sind: Die Blauen geben weiterhin alles, von fehlender Motivation ist nichts zu erkennen.
In den Trainingseinheiten unter der Woche bereitete sich das Team ausführlich auf die Spielweise der TG vor. Die Nürtinger sind nach ihrer unerwartet deutlichen 24:35-Niederlage vergangenes Wochenende gegen Hinterbänkler Calw auf Wiedergutmachung aus. Wer TG-Trainer Rolf Gaber kennt, weiß, dass seine Ankündigung nach der Pleite in Calw nicht nur eine leere Drohung sein sollte. „Ohne Ball“ sollten die nächsten Übungseinheiten ablaufen, und darunter kann man sich wahrlich weniger nette Lockerungsübungen vorstellen. Vieles blieb in Calw im Argen, doch am meisten stach das mangelhafte Umschalten von Offensive auf Abwehr ins Auge. Daran soll nun intensiv gearbeitet werden.
Ähnliches gilt beim VfL: Hier muss vor allem die Abstimmung in der Defensive deutlich besser werden. Mit einer ähnlichen Abwehrleistung wie zuletzt beim 31:33 gegen Pfullingen wird es in Nürtingen nichts zu erben geben, zumal die TGN durchaus für ein temporeiches Spiel bekannt ist. Entscheidend wird für die Kirchheimer sein, den Rückraum um Mittelmann Mario Mangold und Dennis Ulbrich in Schach zu halten. Gefahr droht den Teckstädtern auch von TG-Linksaußen Max Kapplick, auf seiner Position einer der Topwerfer der Liga. Nicht umsonst wechselt Kapplick zur kommenden Saison zu Württembergligist TSV Zizishausen.
Personell kann VfL-Coach Engelbert Eisenbeil aus dem Vollen schöpfen. Lediglich hinter dem Einsatz von Kapitän Roman Keller, der unter der Woche krankheitsbedingt das Bett hüten musste, steht noch ein Fragezeichen. Ob mit oder ohne Keller ist der VfL zum Siegen verdammt: Bei eigener Niederlage und gleichzeitigem Sieg des zehntplatzierten SV Mössingen wäre der Kirchheimer Abstieg endgültig besiegelt.jm/nz
VfL: Osswald, Pisch, S. Latzel, S. Smetak, F. Smetak, M. Mikolaj, J. Mikolaj, Rudolph, Kuchenbaur, Krempler, Späth, Keller (?), Castello
