Kelheim. Nach einer ausgeglichenen Durchgangs-Bilanz krebsen die Ötlinger Bundesliga-Schützen weiter tief im Tabellenkeller herum. Die Qualifikation für die Endrunde ist damit praktisch verpasst.
Die Ötlinger 1:4-Niederlage gegen die HSG München war durchaus vermeidbar, denn zeitweise lagen die Luftpistole-Schützen aus dem Rübholz in Führung. Etwas Trost konnte man aus dem 4:1-Sieg gegen die Singoldschützen Großaitingen schöpfen, der zugleich der erste Saisonerfolg war. Nichtsdestotrotz belegen die Ötlinger trotz der Verpflichtung des Weltklasseschützen Asgeir Sigurgeirsson weiterhin den vorletzten Tabellenplatz.
Im Duell gegen den Tabellenvierten HSG München boten die Bajuwaren an Position eins den serbischen Profischützen Andrija Zlatic auf – er traf auf Sigurgeirsson. Zwischen beiden Luftpistole-Größen entwickelte sich ein spannendes Duell. Während der Ötlinger mit den ersten zwei Serien von 97 und 99 Ringen seine Klasse bewies und unaufhörlich davon zog, hatte der serbische Profi Schwierigkeiten, nach Serien von 95 und 93 Ringen in den Wettkampf zu finden. Mit weiteren sehr guten Serien von 98 und 97 Ringen besiegelte Sigurgeirsson seinen 391:380-Sieg. Mit dieser Weltklasseleistung verbesserte der Isländer seine persönliche Bestleistung in der Bundesliga um sechs Ringe. Lange sah es danach aus, als wenn die Ötlinger die Münchner im Griff hatten. Patrik Lengerer hatte nach der Hälfte der Distanz mit einem Ring die knappe Führung gegen Arben Kucana übernommen. Der Ötlinger beendete seinen Wettkampf mit guten 381 Ringen, verlor dann aber noch hauchdünn 381:382. Auf Position drei hatte Achim Rieger von Beginn an keine Chance und unterlag dem sehr gut aufgelegten Tobias Heider mit schwachen 369:378 Ringen. Ähnlich erging es Markus Geipel (5), der dem wie immer schnell startenden Leo Braun 375:376 unterlag. Jörg Kobarg hätte die Möglichkeit gehabt, für Ötlingen zu punkten, verlor aber seinen Wettkampf gegen den Münchener Benjamin Munkhart mit 373:376. Damit war die Chance, in der Tabelle noch nach oben zu rutschen, vergeben.
Großaitingens Nummer eins Tobias Steinberger bot der Ötlinger Nummer eins anfangs die Stirn, am Ende behielt Sigurgeirsson mit 383:376 Ringen aber die Nase vorn. In der Paarung zwei lief Patrik Lengerer immer einem Rückstand hinterher. Dennoch gewann er mit seiner letzten Serie und 374 Ringen gegen Alexander Leuchtle (373). Ähnlich knapp gestaltete sich die dritte Paarung. Achim Rieger bezwang Kevin Venta schließlich 378:374. Auch Jörg Kobarg und Sebastian Kugelmann lagen nach 20 Schuss gleichauf. Hier hieß der Gewinner mit 378:370 Ringen Kugelmann. Markus Geipel konnte den Großaitinger Ralf Wieler mit 372:344 Ringen besiegen und einen weiteren Einzelpunkt bei Ötlingens erstem Saisonsieg erringen.
Wenn die Ötlinger im Januar in Ludwigsburg die allerletzte Chance zu zwei Siegen gegen Weil am Rhein und Ludwigsburg nutzen können, kann die drohende Abstiegs-Relegation noch vermieden werden. Sollte der Tabellenletzte Großaitingen noch an den Rübholzern vorbeiziehen, ist nach 16 Jahren Zugehörigkeit zur Bundesliga das TSV-Kapitel Leistungssport fürs Erste aber beendet.ww