Matthias Heer gewinnt 25. Käppelelauf – Magdalena Weißer aus Owen zweitschnellste Frau
Oberschwäbischer Sieg mit Nürtinger Wurzeln

Er wohnt zwar nicht mehr in der Region, doch beim Käppelelauf schaute Matthias Heer mal wieder in der Gegend vorbei. Der einstige Mittelstreckler der TG Nürtingen setzte sich im Dress der LG Welfen bei der 25. Auflage des regionalen Laufklassikers an Allerheiligen klar durch. Die Jugendliche Magdalena Weißer vom TSV Owen belegte in der Frauenwertung Gesamtplatz zwei.

Dettingen. Dieses Jubiläumsrennen war eines der ganz besonderen Art. Neben den souveränen Vorstellungen des nun für die LG Welfen startenden Siegers Heer (Endzeit 28,27 Minuten) sowie der Gewinnerin bei den Frauen, Monika Pletzer (TSV Frickenhausen, 34,18), und dem quantitativ rekordverdächtigen Team des TB Neuffen (35 Starter) stand der Rückzug der langjährigen Käppelelauf-Organisatoren Alfred Brosch (Frickenhausen) und Peter Born (Nürtingen) im Mittelpunkt. „Wir hatten schon vor Jahren untereinander abgesprochen, dass wir mit dem 25. Lauf als Organisatoren aufhören“, plauderte der wie Born mit viel Beifall verabschiedete Alfred Brosch aus dem Nähkästchen.

So endete am Käppele am vergangenen Freitag eine Ära. „Der Dank gilt der Gemeinde Dettingen, die uns im vergangenen Vierteljahrhundert stets unkompliziert und unbürokratisch die Durchführung des Laufs ermög­licht hat“, resümierte Born. Dem ­Vernehmen nach sollen bereits potenzielle Nachfolger Interesse bekundet haben. „Es wäre natürlich auch in unserem Sinne, dass es den Käppelelauf weiter gibt“, betonte Peter Born, im Trikot der TG Nürtingen mit 7.43 Stunden einst langjähriger Bezirksrekordhalter im 100-Kilometer-Straßenlauf.

Rückblende: Der Vorgänger des Käppelelaufs war von dem kurze Zeit später verstorbenen Nürtinger Horst Knott mit einem Zieleinlauf beim Nonnenbrunnen initiiert worden. Seit 1989 ist das Käppele bei Dettingen der Ankunftspunkt nach 7,3 absolvierten Kilometern.

In Spitzenjahren absolvierten fast 200 Läufer die Strecke, am vergangenen Freitag nahmen immerhin 144 den Weg vom Reuderner Sportplatz Richtung Ziel auf sich. Für einen Schmunzler sorgte der für das Brunnenapotheke-Team startende Wolfgang Sauter. Der auch als Fußball-Schiedsrichter bekannte Hobbyläufer äußerte aufgrund „eines Trainingsrückstandes“ den Wunsch, eine Viertelstunde vor den anderen Teilnehmern starten zu dürfen. Das Organisationsteam gestand ihm die Umsetzung dieses ungewöhnlichen Plans nach kurzer Absprache zu. Sauter absolvierte schließlich die Strecke netto in rund 75 Minuten und wurde ehrenvoller Letzter.

Der Käppelelauf war einmal mehr ein Treffpunkt für die regionale Läuferszene. Mit Dennis Galac (Nürtingen) und Sabine Henzler (Sulzburghof Lenningen) feierten dabei gleich zwei Teilnehmer ihren ersten Sieg in der Tälescup-Gesamtwertung. Belohnt wurden sie wie auch die anderen Tälescup-Sieger der vergangenen Jahre mit Äpfeln und Wein aus der Region. Beachtlich schlug sich zudem Bjarne Mergl, Sohn des ehemaligen Tälescup-Siegers Mathias Mergl aus Beuren. Mit seinen knapp 13 Jahren bewältigte der Jugendliche die Strecke in weniger als 34 Minuten.

Am meisten Grund zur Freude hatte freilich Matthias Heer. Berufsbedingt mittlerweile nach Oberschwaben gezogen und in Bad Wurz­ach als Lehrer tätig, zeigte sich der Bahnspezialist im Dress der LG Welfen in guter Verfassung. Zwar musste der Sieger auf dem Käppele erst einmal minutenlang intensiv durchschnaufen, doch schon bei der Siegerehrung hatte sich der Mittelstreckler von den ungewohnten Strapazen gut erholt. Die herzlichsten Glückwünsche erhielt er vom Zweitplatzierten Siegfried Tröndle (47). Der Wernauer war ein erbitterter Widersacher und verlor erst in der Schlussphase des Laufs den Kontakt zum führenden Heer.