Siebte Pleite für VfL-Basketballer
Ohne Glück und Cleverness

Wieder nichts: Auch gegen Rot-Weiß Stuttgart haben die Oberliga-Herren der VfL-Basketballer eine gute Leistung gezeigt, verloren aber 79:90. Es war die siebte Niederlage im siebten Saisonspiel.

Kirchheim. Das Spiel gegen Stuttgart war fast eine Kopie der vorangegangenen Partie in Reutlingen und hatte auch große Ähnlichkeiten mit den Begegnungen gegen Söflingen und Marbach. Grüßt hier wie im Bill-Murray-Filmklassiker „Groundhogs Day“ ein Basketball-Murmeltier in der Zeitschleife? Die junge Truppe von Trainer Pasko Tomic wartet in der Oberliga weiter auf den ersten Saisonsieg, wird langsam immer konkurrenzfähiger – und verliert immer knapper.

Auch gegen die Gäste von Rot-Weiß Stuttgart, die in Kirchheim den vierten Sieg in Serie feierten, war wieder eine klare Aufwärtstendenz zu beobachten und zu sehen, wie sich die Mannschaft von Woche zu Woche weiterentwickelt. Und wie sie gegen Ende, wenn der Druck größer wird, doch immer wieder die gleichen Fehler macht.

Stuttgart spielte fast die kompletten 40 Minuten Zonenverteidigung, und da muss man von außen treffen, wenn man erfolgreich sein will. Der VfL konnte das und machte das. In der sechsten und der siebten Minute streuten der immer sicherer werdende Chris Schraml und NBBL‘er Cons­­tantin Munz drei von draußen ein, Kirchheim ging 20:15 in Führung. Pasko Tomic: „Das intensive Wurftraining hat sich gelohnt.“

Nach dem 24:21 im ersten Viertel war die Trefferquote auch in den zweiten zehn Minuten gut, doch die 45:42-Pausenführung konnte den Coach nicht zufriedenstellen: „Mit ein bisschen mehr Genauigkeit und Cleverness wären das mehr als drei Punkte Vorsprung gewesen.“

Als dann der treffsicherste Kirchheimer, Munz, seinen fünften Dreier einlochte, stand es 57:50 (24.) – und der VfL leistete sich seinen ersten Blackout. Stuttgart wurde ein 11:0-Lauf gestattet, die ganze Mühe und die starke Leistung waren binnen drei Minuten dahin – 57:61 (27.). Doch Kirchheim erholte sich: Die nächsten sieben Minuten blieb man dran (69:72, 34.), doch es folgte der nächste Einbruch. Offensiv wurde zu schnell abgeschlossen und wieder einmal der eine oder andere Ball hergeschenkt. Defensiv konnte plötzlich niemand mehr den 17-jährigen Jones stoppen. Von dem stammten acht der 13 Punkte der Stuttgarter zum entscheidenden 72:85 (36.). Wie zuletzt, gingen in der wichtigsten Phase Struktur und Ruhe verloren. Tomic: „Wenn der Druck größer wird, fehlt uns einfach noch die Cleverness. Und Pech kommt dann meist auch dazu.“

Doch die Hoffnung steigt von Woche zu Woche, dass die VfL-Basketballer – wie Bill Murray im Film – aus der Zeitschleife entlassen werden. Pasko Tomic drückt das so aus: „Die Entwicklung geht weiter, unsere jungen Spieler lernen es. Irgendwann werden wir belohnt.“ut

VfL Kirchheim: Beck (4), Bozic (8), Eberle (7), Gritschke (3), Kiriakidis, Munz (31/6), Reichmuth (4), Reza (4), Schlipf (3/1), Schraml (15/3), Wanzke