469 Starter beim 31. Silvesterlauf
Ohne Rutsch ins neue Jahr

Die Sonderprüfung durch Eis und Schneematsch blieb dem Läufervolk diesmal erspart. 469 Teilnehmer beim Kirchheimer Silvesterlauf durften sich am Montag über gute Streckenverhältnisse und angenehme Temperaturen freuen.

Kirchheim. Zum 31. Mal am 31. Dezember hieß es Laufschuhe schnüren und hin zum Rathaus, wo um 15 Uhr pünktlich wie immer der Startschuss für das letzte Sportspektakel des Jahres fiel. Wie immer? Nicht ganz. Wer sich in Sachen Silvesterlauf zum Kreis der Serientäter zählen darf, der kennt die Tücken, von denen kein Streckenprofil und keine Eckdaten erzählen. Knöcheltiefer Morast, Schneematsch oder blankes Eis, all das gab es in den vergangenen Jahren. Am 31. Dezember 2012 zeigte sich der Teckberg hingegen von seiner freundlichen Seite. Trotz kurzer Schauer am Tag zuvor war die Strecke griffig wie selten. Wer es ins vordere Drittel des Läuferfeldes schaffte, dem blieb diesmal sogar die übliche Rutschpartie auf dem berüchtigten „Ho-Tschi-Minh-Pfad“ erspart.

Ein buntes Völkchen war es auch diesmal, das die neun Kilometer mit seinen 459 Höhenmetern hinauf bis zur Teck und auch wieder hinunter unter die Schuhsohlen nahm. Freizeitläufer, Triathleten, Radsportler, Basketballer oder Kletterer, für alle hat der Fitnesstest zum Jahresschluss seinen Reiz. Dass sich der typische Teckläufer in kein Profil pressen lässt, bewiesen selbst diejenigen, die die letzte Biegung zum Burgportal als Erste nahmen. Mit Johannes Thum und Christian Pfäffle bewiesen zwei Mountainbiker vom MTB Teck, dass Radler nicht nur an der Kurbel schnelle Beine haben. Zwischen dem 19-jährigen Pfäffle, der solches Terrain üblicherweise mit dem Bundesadler auf der Brust und auf zwei Rädern meistert und seinem Verfolger Achim Pohl, der als Dritter den Burghof erreichte, lagen 36 Lebensjahre. Der 56-Jährige vom SC Wiesensteig weiß durchaus, wie es geht: Im vergangenen Jahr war er als Erster oben.

Dass die Erstürmung des Burgbergs ein kraftraubender Akt ist, musste einer feststellen, der als „Ritter“ seine Festung sonst eher unterm Basketball-Korb verteidigt: Marcus Smallwood von den Kirchheim Knights war um die Erkenntnis reicher, dass zwei Zentner Lebendgewicht auch als fettfreie Masse ihre Wirkung in der Ebene besser entfalten. Der Zwei-Meter-Mann mühte sich als Charity-Botschafter zugunsten der Teckboten-Weihnachtsaktion redlich (siehe Info unten).

Eine Premiere und ein Jubiläum gab es ebenfalls an diesem Tag: Bevor sich Eva Rother vom VfL Kirchheim als eine von 72 Frauen zum 25. Mal auf die Strecke machen durfte, gab der neue Lauftreff-Leiter Alexander Rehm sein Debüt an der Startpistole. Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, die traditionell den Startschuss gibt, ließ dem neuen Mann an der Spitze des 30-köpfigen Lauftreff-Teams diesmal den Vortritt. Pünktlich los ging‘s trotzdem.Fotos: Deniz Calagan