Dettingen. Rätselraten um Ravensburg: Die Volleyballer aus der Spielestadt, mit 29 Punkten aktuell Landesligadritter hinter dem TTV Dettingen (32), haben laut Verbandsspielwart Jürgen Schulz nicht für die Relegationsspiele zur Oberliga gemeldet. In dem Fall hätten die Dettinger ihr Ticket für die Aufstiegspartien unabhängig vom Ausgang des letzten Landesligaspieltags bereits sicher, träfen am 5. und 6. April im Turnier-Modus auf den Vizemeister der Landesliga Nord und den Tabellenachten der Oberliga. Theoretisch könnte die Ravensburger Relegationsmeldung allerdings noch beim Staffelleiter liegen, der sie noch an Schulz weiterleitet – eine Stellungnahme von Ravensburger Seite war die ganze Woche über ebenso wenig zu bekommen wie vom Staffelleiter.
Trotz der verlockenden Aussicht, die Aufstiegsspiele eventuell auch als Tabellendritter zu erreichen, hält sich die Begeisterung unter der Teck in Grenzen. „Wir wollen die Relegation aus eigener Kraft erreichen und nicht, weil Ravensburg zurückzieht“, betont Teamsprecher Stephan Lehmann. Zweiter wird der TTV allerdings nur, wenn man morgen beim bereits fest stehenden Meister VfB Ulm II drei Punkte holt und der TSB Ravensburg gleichzeitig gegen Ligaschlusslicht SC Weiler und die erste Mannschaft des VfB Ulm (Vierter) keine sechs Zähler ergattert. Bei Punktgleichheit würde das bessere Satzverhältnis zugunsten der Oberschwaben entscheiden.
Losgelöst von allen Relegationsrechenspielen legt Dettingens Trainer Klaudius Scheufele den Fokus auf die morgige Partie. „Ziel ist, gegen Ulm ein gutes Spiel zu machen. Ob wir dann am Ende Zweiter oder Dritter werden, ist nicht so wichtig“, betont er, der sich trotzdem schon mal mit den potenziellen Relegationsgegnern beschäftigt hat. Vizemeister der Landesliga Nord wird der VfL Sindelfingen oder der TSV Ellwangen, der Oberligateilnehmer kann die TG Nürtingen werden. Momentan noch auf einem Abstiegsplatz, könnte sich die TGN morgen mit einem Heimsieg gegen den SV Fellbach III in die Relegation retten. „Nürtingen und Sindelfingen schaffen das“, ist sich Scheufele sicher. Sindelfingen spielte vergangene Saison in derselben Staffel wie die Dettinger, die gegen den VfL einen Sieg und eine Niederlage bilanzierten. Und bei den Nürtingern wimmelt es laut Scheufele nur so vor „alten Hasen, die alle richtig gut Volleyball spielen können.“
Und sein Team: Wären die Dettinger überhaupt reif für die fünfthöchste Spielklasse? „Der Leistungssprung von der Landesliga in die Oberliga ist groß, da würde es für uns von Anfang an ums nackte Überleben gehen“, mahnt Scheufele. Gleichzeitig weiß er um den Ehrgeiz seines Teams, das die Saison nur allzu gerne mit dem zweiten Platz krönen will. Zumal die Motivation vor dem morgigen Spiel eine ganz besondere ist: Der TTV ist das einzige Team, die den VfB Ulm II in dieser Spielzeit schlagen konnte. Ein erneuter Sieg wäre das i-Tüpfelchen auf die zweite Landesligasaison.
Sollte der gelingen, werden alle danach gebannt auf ihre Smartphones schauen. Per Ergebnis-App wollen sich die Dettinger über die Ravensburger Partien informieren. Für den Feier-Fall der Fälle haben die TTV-Volleyballer auch schon vorgesorgt. „Eine Kiste Bier wird sicher einer im Kofferraum dabei haben“, verrät Stephan Lehmann.
