Handball-Landesliga: Keine Trainerdiskussion beim TSVO – VfL erstmals mit Rudolf
Owener in der Pflicht

Vor dem nächsten richtungsweisenden Spiel für die abstiegsbedrohten Landesligahandballer des TSV Owen ist die Trainerfrage nach wie vor tabu. Die Abteilungsleitung hält fest an Trainer Manfred Haase, dessen Team im Heimspiel gegen Göppingen einmal mehr zum Siegen verdammt ist. Lokalrivale VfL Kirchheim muss derweil zu einem ihm unbekannten Gegner nach Bartenbach.

Owen/Kirchheim. Für die Handballer des TSV Owen geht es im Heimspiel gegen die TS Göppingen im zehnten Saisonspiel der laufenden Saison bereits ums nackte Überleben. Alles andere als ein Erfolg wäre für die Mannschaft von Trainer Manfred Haase, die mit vier Punkten auf dem letzten Tabellenplatz steht, zu wenig. Bei einer Niederlage müssten die Gelbhemden die rote Laterne mit ziemlicher Sicherheit mit ins neue Jahr nehmen.

Unter der Woche war einmal mehr Ursachenforschung angesagt, doch auch vier Tage nach der desaströsen Niederlage gegen Schorndorf hatte niemand eine Erklärung. Abteilungsleiter Dietmar Kerner lässt jedoch weiterhin keinen Zweifel an Trainer Manfred Haase aufkommen. Er sieht nun die Mannschaft in der Pflicht. „Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, dass das Owener Flaggschiff ins Schlingern geraten ist, nun sollen sich alle aufs Wesentliche konzentrieren“, so Kerner. Auch wenn er kein weiteres Lippenbekenntnis abgeben wollte, eine Trainerdiskussion schloss Kerner kategorisch aus.

Der Druck auf den Gästen ist ebenfalls enorm hoch, denn mit einer Niederlage in Owen wären die Göppinger (Platz 9/6:10 Punkte) ebenfalls in höchster Abstiegsgefahr. Man darf also sicher keinen Handball-Leckerbissen in der Owener Teckhalle erwarten, dafür ist die Brisanz der Partie zu groß.

Das Lazarett bei den Teckstädtern lichtet sich indes nur sehr langsam, zumindest Uwe Raichle wird nach wochenlanger Pause wieder mit an Bord sein. Das Ziel dürfte trotz allem klar sein: mit einem Heimsieg den Abstand zum Tabellenmittelfeld verringern und Selbstvertrauen tanken für das schwere Ziel Klassenerhalt. Ob dies gelingt, wird sich morgen um 17 Uhr in der Teckhalle zeigen.

Tags zuvor ist der VfL Kirchheim (8. Platz/6:8 Punkte) ab 20 Uhr zu Gast beim TSV Bartenbach (6./7:9) in der Göppinger Parkhaushalle. Der Gegner ist für den VfL gänzlich unbekannt. Das Team aus dem Göppinger Vorort ist nur den ganz jungen Spielern ein Begriff, da beide Vereine in der Jugend aufeinandertrafen. Auffällig jedoch die Torstatistik: Bartenbach ist eine angriffslustige Mannschaft, die schnell von hinten herausspielt und so viele Tore erzielt.

Die Abwehr scheint allerdings nicht das Zugpferd zu sein, da der TSV die drittschlechteste Abwehr der Liga stellt. Hier wird die Chance des VfL liegen. Mit einer sattelfesten Abwehr und vor allem einer schnellen Rückzugsbewegung will man es den Bartenbachern gehörig schwer machen, ihr gewohntes Angriffsspiel aufzuziehen. In der Offensive muss der VfL seine Angriffe geduldig und zielorientiert ausspielen, da sich mit Sicherheit Räume zum Abschluss eröffnen werden.

Die knappe und kraftraubende Niederlage gegen Ligaprimus SKV Unterensingen vom vergangenen Sonntag steckte der Mannschaft Anfang der Woche noch in den Knochen, was im Trainingseinsatz jedoch keineswegs zu sehen war. VfL-Coach Ralf Wagner hat erstmals nach drei Spielen wieder den kompletten Kader zur Verfügung. Fabian Richter (Rücken) und Leonard Real (Ellenbogen) haben ihre Verletzungen auskuriert, und auch Matthias Mikolaj hat nach seiner Knieverletzung aus dem Owen-Spiel wieder mittrainiert und ist vermutlich rechtzeitig fit.

Zugleich ist die Partie in Bartenbach das erste Saisonspiel von Martin Rudolf im VfL-Dress. Anfang der Saison vom Ligakonkurrenten TSV Owen nach Kirchheim gewechselt, hat der 20-Jährige seine Wechselsperre mittlerweile abgesessen und kann somit von nun an aktiv ins Spielgeschehen eingreifen und wird Ralf Wagner im Rückraum mehr Möglichkeiten geben.

Sollten die Leistungen aus den Spielen gegen Esslingen und Unterensingen wiederholt werden, sollte einem weiteren Auswärtserfolg nichts im Wege stehen.jb/rh

TSV Owen: Langlinderer, U. Raichle – Thum, S. Martin, Krüger, Mosca, Büchele, Bäuchle, Schmid, Bauer, Kerner, Jauss, H. Raichle, Dunkel, Dur-Schmid

VfL Kirchheim: Oßwald, Pisch – S. Smetak, Latzel, M. Mikolaj, Keller, Richter, Lehmann, Real, J. Mikolaj, Späth, Schwarzbauer, Habermeier