Wie viele Steigen hat eigentlich die Alb? Egal. Pascal Bischof kennt sie jedenfalls alle. Der 28-Jährige hat beim Ultramarathon am Sonntag die längste Strecke mit 310 Kilometern in Angriff genommen, und diese Mammutdistanz mit 5730 Höhenmetern bei sengender Hitze als schnellster bewältigt. Apropos Hitze: „Die hat das Event wirklich extrem gemacht“, erzählt er. „Bei den ersten zehn Albsteigen am Vormittag war es noch okay. Da war ich mit anderen in einer sechsköpfigen Spitzengruppe unterwegs. Ab Bad Urach wurde es dann mit der Hitze richtig übel“, berichtet der Dettinger. Dennoch konnte sich der Starter des Kirchheimer Schlossgymnasiums genau hier absetzen. Die restlichen 80 Kilometer nahm er dann alleine in Angriff. „Da ich nie wusste, wie knapp die Verfolger hinter mir waren, bin ich einfach die ganze Zeit am Anschlag gefahren“, meint der 28-Jährige achselzuckend.
Während eines Rennens mehr als 5000 Höhenmeter zu bewältigen, ist auch für den Lizenzfahrer eher ungewöhnlich. „Normalerweise sind es zwischen 1000 und 3000. Aber man kann sich auf alles einstellen. Am Ende ist es eine Frage von Pacing und Ernährung“, erklärt der Dettinger, der sich aufgrund der Hitze rein flüssig versorgt hat.
Dass seine Rechnung aufgehen könnte, war für den 28-Jährigen aber alles andere als sicher. Mitte Januar hatte sich Pascal Bischof, der im Winter äußerst erfolgreich auf den Skiern unterwegs ist, beim freien Fahren das Schlüsselbein gebrochen. „In den letzten Wochen habe ich mich seit der Verletzung zum ersten Mal wieder richtig gut gefühlt.“ Daher ging er vorsichtig optimistisch von einem Platz unter den ersten Zehn aus. „Dass es die schnellste Zeit wird, hätte ich vorher nie gedacht, zumal auch echt starke Konkurrenten am Start standen.“ Geschenkt bekam Bischof den Triumph aber nicht, denn bei den letzten fünf Anstiegen wurde es ihm ganz schön schwummrig im Kopf. „Durch ausreichend Flüssigkeit konnte ich mich in den Abfahrten aber immer wieder abkühlen und so am nächsten Anstieg ans Limit gehen.“ Nun steht erstmal Urlaub an, ehe ein Rennen in Albstadt folgt.

