Kirchheim. Der Sieg als Pflicht – die Bedeutung des vorletzten Heimauftritts in der Hauptrunde war vor Spielbeginn in den Gesichtern der Kirchheimer Korbjäger abzulesen. So nahm der sichtlich konzentrierte Coach Ignjatovic unmittelbar vor dem Tip-Off seine Starting Five nochmals in die Arme, gab ihnen so den letzten Motivationsschub. Dieses Vertrauen stellten Baumer, Smithson, Byrd, Schoo und Beran auch umgehend unter Beweis, zeigten sich hellwach und kombinierten nach Belieben. 10:0 zeigte die Anzeigentafel nach noch nicht mal vier Minuten Spielzeit – ein Sahnestart der Ritter, dem die Gäste aus Sachsen zu diesem Zeitpunkt nur an der Freiwurflinie begegnen konnten.
Beim Stand von 15:4 brach jedoch der Spielfluss der Ritter: Aufkommende Foulprobleme von Schoo und Beran brachten Ignjatovic unter Wechselzwang, die Leichtigkeit war plötzlich dahin. Chemnitz drehte auf, erzielte elf Punkte in Folge und ging 90 Sekunden vor Ende des ersten Viertels mit 17:16 erstmals in Führung. Sebastian Adeberg war es zu verdanken, dass die Ritter mit 20:17 zum Ende des ersten Viertels noch die Nase vorn hatten.
Im zweiten Viertel mussten die Zuschauer mit ansehen, wie Chemnitz mehrfach zu einfachen Korberfolgen kam, während auf Kirchheimer Seite vor allem DJ Byrd eine Fahrtkarte nach der anderen schoss. Somit zogen die Gäste zwischenzeitlich auf 35:29 davon. In dieser Phase prägten Fehler auf beiden Seiten die Partie und angefeuert vom Publikum fanden die Gastgeber langsam wieder ins Spiel zurück und schlossen durch Buntic zum 36:39-Halbzeitstand auf.
„Die Kirchheimer kamen jedes Mal heißer aus den Startlöchern“, beschrieb Chemnitz-Coach Felix Schreier nach dem Spiel den wohl entscheidenden Unterschied der Kontrahenten. Wie schon zu Spielbeginn, erwischten die Kirchheimer den besseren Start nach der Halbzeitpause und als DJ Byrd sein Visier wieder richtig eingestellt hatte und mit einem Dreipunktewurf den 41:41-Ausgleich erzielte, fiel nicht nur ihm ein Stein vom Herzen. Zug um Zug konnte der Vorsprung nun ausgebaut werden, bevor es mit einem Neun-Punkte-Vorsprung (58:49) in den letzten Spielabschnitt ging.
Dort befanden sich die Knights weiter auf der Siegesspur. Kurzzeitig auf Zonendeckung umgestellt, gelangten sehenswerte Ballgewinne und auch die offensive Presse der Gäste konnte nicht verhindern, dass Sebastian Adeberg und Ben Beran mit den Vorsprung weiter erhöhten. Als Gäste-Coach Schreier beim Stand von 67:52 weniger als fünf Minuten vor Spielende zur Auszeit rief, schien bereits alles gelaufen. Als hätte Alfred Hitchcock Regie geführt, waren es urplötzlich Steven Monse und vor allem Eric Palm, die Chemnitz mit insgesamt vier erfolgreichen Dreiern nochmals in Schlagdistanz brachten (74:70). Das große Zittern begann, doch dank souveränen Aktionen von Radi Tomasevic und Brian Smithson konnte der umjubelte Sieg nach Hause geschaukelt werden.
Die Chancen auf einen Play-Off-Platz sind mit diesem wichtigen Sieg gewahrt worden. Um sicher unter die besten acht zu kommen, müssen zwei der letzten drei Spiele gewonnen werden. Am kommenden Wochenende wartet ausgerechnet der souveräne Tabellenführer Göttingen auf die Teckstädter.bs
