Offenburg. „Ich muss zugeben, ich bin enttäuscht. Vor heimischem Publikum will es einfach nicht klappen“, stöhnte Manuel Fumic, der nach dem Rennen im Lager von Cannondale saß und sich von seiner Freundin Anna trösten ließ.
Er hatte sich in der ersten Runde in der neunköpfigen Spitzengruppe etabliert, war seiner Strategie gefolgt, erst einmal zu beobachten und keine Führungsarbeit zu machen. Dieser Plan ging auf bis kurz vor dem Ende der zweiten 5,1-Kilometer-Runde. Dann platzte der Vorderreifen und der Rest des Rennens war nur eine Aufholjagd. „Ein Körner-Verschießen“, wie Manuel Fumic das nannte, weil es von Rang 65 aus extrem schwierig war, an den Horden schwächerer Fahrer vorbeizukommen. Erst in den letzten drei von sieben Runden ging es besser und er machte noch 20 Ränge gut, was dann auf Platz 28, fünfeinhalb Minuten hinter Julien Absalon (1.46,21 Stunden) endete.
„Was soll ich sagen“, warf er die Hände in die Luft, „ich habe keinen Fahrfehler gemacht. Der Plattfuß ist bergauf passiert. Auf der Felge bin ich noch zwei Mal gestürzt und habe viel Zeit verloren. Die Form war gut, ich habe mich bewusst zurückgehalten.“ 15 Minuten nach dem Rennen fand er aber seine positive Haltung wieder. „Das war unglücklich, da stehe ich drüber. Jetzt will ich sehen, was bei der Deutschen Meisterschaft am nächsten Sonntag möglich ist.“
Absalon gewann zum fünften Mal in Folge in Offenburg, 29 Sekunden vor Jaroslav Kulhavy und 41 Sekunden vor dem Franzosen Maxime Marotte. Bester Deutscher war Moritz Milatz auf Platz 14. Manuel Fumic ist in der Gesamtwertung jetzt von Rang fünf auf Rang acht zurückgefallen. Absalon führt das Klassement an.
Beim Sprint am Freitagabend hatte Fumic, wie schon eine Woche zuvor in England, auch eine Enttäuschung erlebt. Diesmal legte er die klar beste Qualifikationszeit vor, kam aber beim Start im sechsköpfigen Viertelfinale nicht rechtzeitig ins Klickpedal und musste dann in der ersten Kurve den Fuß auf den Boden setzen, um einen Sturz zu vermeiden. Aus der letzten Position heraus war er chancenlos auf’s Weiterkommen und schied aus. Er kam als 25. in die Wertung, während der Schweizer Thomas Litscher die Konkurrenz vor seinem Landsmann Severin Disch und dem überraschend stark auftrumpfenden Simon Gegenheimer aus Remchingen gewann.
Christian Pfäffle (Rothaus Poison-Bikes) vom MTB Teck bot in Offenburg eine gelungene Vorstellung. Dass er sein Ziel, eine Platzierung unter den ersten Zehn, verfehlte, lag vor allem an einem Missgeschick in der ersten Runde. Er gehörte zur neunköpfigen Spitzengruppe, als ihm die Kette vom Zahnkranz fiel und er so aus den besten 20 herausfiel.
Rein zeitlich war das Missgeschick nicht dramatisch, aber Pfäffle hatte in der Folge schwer zu kämpfen, um Positionen gut zu machen. „Es war ganz schwer vorbei zu kommen und so konnte ich meine Stärken in den Abfahrten überhaupt nicht ausspielen. Erst ab Runde drei ging es und der vierten dann richtig gut“, erklärte Pfäffle. Das bestätigte auch die Rundenanalyse. Er absolvierte die letzte Runde mit der drittbesten Zeit und lag am Ende 2,11 Minuten hinter dem Sieger Jens Schuermans (Belgien, 1.07,07 Stunden), aber nur zehn Sekunden hinter Rang zehn. Der Neuffener war damit auch bester Deutscher.
