Gotha. Die Ausgangslage war klar: Durch den Heimsieg gegen Gießen am Freitag hatten sich die Kirchheimer das Finale um die Playoffs in Gotha erarbeitet. Die Hausherren benötigten jedoch ebenfalls die beiden Punkte zur sicheren Qualifikation für die Finalrunde.
Das Spiel war von Beginn an vom Kampf geprägt. Beide Defensivreihen dominierten zunächst, hielten den Gegner jeweils klug vom eigenen Korb weg. Ohne Shooting Guard DJ Byrd, der weiterhin an einer Innenbandverletzung laboriert, bereitete besonders Björn Schoo den Gothaern großes Kopfzerbrechen. Beim Zwischenstand von 14:12 ging es in die Viertelpause. Acht Punkte gingen da bereits auf das Konto des Kirchheimer Center.
Im zweiten Abschnitt waren es dann die Gastgeber, die von Beginn an Druck aufbauten und nun auch in der Offensive ins Rollen kamen. Besonders Chase Griffin, der mit 24 Punkten zum Topscorer der Partie avancierte, hatte sein Visier nun richtig eingestellt. Bei den Rittern zeigte sich nun, dass das kräftezehrende Spiel vom Freitagabend noch in den Knochen steckte. Immer wieder fehlten wenige Zentimeter, um den Gegner am Punkten zu hindern.
Zur Halbzeit lagen die Knights mit 33:44 zurück. Hoffnung gab den Rittern jedoch der Auftritt zwei Tage zuvor. Auch hier war man mit einem Rückstand in die Kabine gegangen, um dann im dritten Abschnitt groß aufzuspielen. Angetrieben von einigen mitgereisten Fans, kam nun auch endlich die Kirchheimer Offensive im Spiel an. Es entwickelte sich ein Schlagabtausch, bei dem beide Mannschaften keinen entscheidenden Stich setzen konnten. Immer wieder hatten die Rockets die passende Antwort parat.
Beim Stand von 68:56 für die Gothaer ging es in den Schlussabschnitt. Trainer Frenkie Ignjatovic schenkte Mike Baumer das Vertrauen und der junge Guard zeigte sein Potenzial. Mit klugen Anspielen dirigierte Baumer das Spiel. Die Hausherren schienen nun nervös zu werden. Der Rückstand verkürzte sich nun zusehends und die Kirchheimer drückten aufs Tempo. Max Rockmann (15 Punkte), mit einigen sehenswerten Distanzwürfen, brachte sein Team immer näher heran.
Knapp fünf Minuten vor dem Ende stand es 73:67 für die Hausherren. Und Kirchheims Defensive wollte unbedingt den Ballgewinn. Sie zwangen die Gothaer zu einem Verzweiflungswurf aus knapp neun Metern, den Griffin jedoch eiskalt verwandelte. Die mit rund 1 700 Zuschauern ausverkaufte Halle stand Kopf. Die Ritter versuchten nochmals alles, doch Gotha fand nun wieder seinen Rhythmus und führte geschickt die Angriffssysteme aus. Zum Ende der Partie mussten die Korbjäger bereits früh foulen, um Zeit zu sparen, doch die Gothaer versenkten traumwandlerisch sicher und zogen somit verdient in die Playoffs ein.
Da auch die Heidelberg Academics ihre Partie in Ehingen verloren geben musste, wären die Ritter bei einem Sieg als Siebtplatzierter in die Playoffs eingezogen und hätten sich mit den Crailsheim Merlins messen dürfen – zu diesem Duell kommt es nun nicht. Die Enttäuschung war den Kirchheimer Spielern nach Spielende deutlich anzumerken. Dennoch dürfen sich Mannschaft und Trainer über eine gelungene Saison freuen.cs
