Brezel Race
Radsportfieber in und um Kirchheim

Am Sonntag findet die vierte Auflage des Jedermannrennens mit Start und Ziel in Stuttgart statt. Organisatoren und Teilnehmer fiebern dem Event, das auch durch die Teckregion führt, entgegen. 

Vergangenes Jahr hatte die Deutschland-Tour für Begeisterung in der Region gesorgt – am Sonntag soll das Brezel Race in und um Kirchheim wieder Fans an die Strecke locken. Foto: Markus Brändli

Die Radsportszene in der Region fiebert dem kommenden Sonntag entgegen, wenn die vierte Auflage des „Brezel Race“ nicht nur Tausende Fahrer auf, sondern auch unzählige Zuschauer an die Strecke(n) lockt – mittendrin: Kirchheim, wo die Pedaleure auf ihrem 120-Kilometer-Rundkurs mit Start und Ziel in der Stuttgarter City am späten Vormittag erwartet werden. Von Wendlingen kommend geht es über die Stuttgarter Straße und den unteren Teil der Fußgängerzone in der Max-Eyth-Straße auf den Alleenring bis zum Schwarzen Adler, von dort über die Schlierbacher Straße und die Jakobstraße bis zur Notzinger Steige Richtung Wasserturm und auf der Kirchheimer Straße weiter nach Notzingen. „Wir erwarten rund 4000 Teilnehmende“, frohlockt Albrecht Röder, der als „Erfinder“ des Brezel Race gilt, das 2025 seine vierte Auflage erlebt.

Sieger auf dem Alleenring

Röder ist in der Szene kein Unbekannter: Der 57-Jährige war elf Jahre aktiver Rennradfahrer, zunächst bei seinem Heimatverein RSV Reichenbach. 1986 nahm er an der Junioren-WM in Marokko teil und erreichte Platz zehn im Straßenvierer. Nach Erfolgen bei nationalen Meisterschaften wechselte er 1988 zum RSV Öschelbronn und 1991 zum Team Olympia Dortmund, mit dem er 1992 die Bundesliga-Teamwertung gewann und als letzter Anfahrer von Erik Zabel fuhr. Im selben Jahr gewann er das Radrennen auf dem Kirchheimer Alleenring, ehe er 1994 beim TSV Betzingen seine Laufbahn beendete. 

Nach seiner aktiven Karriere wechselte Röder in den organisatorischen Bereich des Radsports. Rund 20 Jahre leitete er für den SWR die mehrtägige „Tour de Ländle“. 2007 verantwortete er die Streckensicherheit bei der Straßen-WM in Stuttgart, was ihn 2008 ins Organisationsteam der Olympischen Spiele in Peking führte. Von 2012 bis 2016 war er Organisationsleiter der „Tour d’Azerbaidjan“. Seit 2018 ist Röder Streckenchef der wiederbelebten Deutschland-Tour. Zudem betreut er mit seiner 2000 gegründeten Freunde-Eventagentur weitere Radsportveranstaltungen wie das Brezel Race, bei dem er auch am Sonntag als Streckenleiter fungiert. „Für die Teilnehmer ist es ein einmaliges Erlebnis, mit sonst eher ungewöhnlichen Durchschnittsgeschwindigkeiten durch urbane Gegenden zu fahren“, fasst er den Reiz der Veranstaltung zusammen.

Einer, der dies genauso empfindet, ist Hagen Kottke aus Kirchheim. „Da es relativ flach ist, wird man unheimlich schnell. Ich freue mich schon darauf, regelrecht durch Stuttgart und die Region zu brezeln“, sagt der 47-Jährige, der seiner Premiere beim Brezel Race seit Wochen entgegenfiebert. „Das fehlt noch auf meiner Bucketlist“, lacht der passionierte Rennradfahrer, der dieses Jahr unter anderem bereits die 310 Kilometer „Albtraufkönig“ bei Alb Extrem, die in Szenekreisen heilige Erstürmung des Mont Ventoux von allen drei Seiten sowie die Strecke einer Tour-de-France-Etappe absolviert hat. „Ich peile dieses Jahr die 10.000-Kilometer-Marke an“, sagt er, der das Rennen am Sonntag dennoch entspannt angehen will. „Für mich soll das eine Genussfahrt werden.“

Davon sind die Profifahrerinnen, die am Sonntag im Rahmen des Women’s Grand Prix antreten, weit entfernt. 120 Fahrerinnen aus 20 Teams, darunter WorldTour-Mannschaften, nehmen am wichtigsten deutsche Eintagesrennen für Profi-Radsportlerinnen teil. Seit 2023 wird das Rennen, das Teil der UCI ProSeries ist, gemeinsam mit dem Brezel Race als Doppel-Event aus Profi- und Breitensport ausgetragen. Start und Ziel ist dieses Jahr die Filharmonie in Filderstadt.

 

Straßensperrungen in Ötlingen und Kirchheim

Der Startschuss für die lange Variante des Brezel Race über 120 Kilometer ist am Sonntag um 9.30 Uhr auf der Theodor-Heuss-Straße in Stuttgart, wo auch das Ziel ist. Die Strecke verläuft in Teilen durch Ötlingen und Kirchheim, wo die Strecke von 9.40 bis 11.15 Uhr für die Hobbyfahrer und von 12.40 bis 13.10 Uhr für den Women’s Grand Prix gesperrt ist. Während der Sperrzeiten fahren die Buslinien in Kirchheim sehr eingeschränkt. Weitere Auskünfte sind über den VVS und die SSB erhältlich.
Alle Informationen zur Teilnahme und zum Besuch entlang der Strecke gibt es auf www.brezelrace.de.