Jubiläum
Rhythmische Sportgymnastik im TSV Ötlingen feiert 50-jähriges Bestehen

Seit einem halben Jahrhundert wird im TSV Ötlingen die filigrane Sportart betrieben. Am Sonntag wird in der Eduard-Mörike-Halle entsprechend gefeiert.

Die Vorfreude ist groß: Die RSG-Sportlerinnen üben fleißig für die Jubiläumsfeier am Sonntag in der Ötlinger Eduard-Mörike-Halle. Foto: Reimund Elbe

Der Countdown zum Jubiläum läuft – exakt dort, wo am Sonntag mit einem breit gefächerten Unterhaltungsprogramm 50 Jahre Abteilungsexistenz gefeiert wird, läuft am Mittwochabend Trainingsbetrieb. 17 junge Sportlerinnen üben in der Eduard-Mörike-Sporthalle konzentriert mit Reifen, Seil, Ball, Band oder Keule, bereiten unter anderem ihre Live-Auftritte bei der großen Feier vor.  

Wer von Rhythmischer Sportgymnastik in Ötlingen spricht, lässt meist rasch den Namen Brigitte Eichhorn fallen. So auch Christina Küfner. Die heutige Abteilungsleiterin weiß und wusste, wie viele andere, die im Februar 2025 im Alter von 89 Jahren Verstorbene sehr zu schätzen. Vor einem halben Jahrhundert hatte Brigitte Eichhorn Wagemut bewiesen, wurde Impulsgeberin, um die Rhythmische Sportgymnastik (in der Szene kurz „RSG“ genannt“) als Klubangebot aufzubauen und zu etablieren. Selbst Wettkämpferin, wirkte sie zudem als Trainerin, Abteilungsleiterin, zeichnete für die Finanzen verantwortlich. „Ohne sie würde es diesen Sport bei uns so wohl nicht geben“, stellt die heutige Abteilungsleiterin Küfner dankbar und mit etwas Melancholie fest. Es hätte Brigitte Eichhorn sicher gefallen, wie sich das Team zum Jubiläum für die Öffentlichkeit präsentiert.

Parallelen zum Ballett

„Ein festlicher Nachmittag mit traumhaften Showeinlagen, Moderationen und leckerer Bewirtung“, warte auf alle Gäste, frohlockt Christina Küfner. Ein sportlicher Feinschliff hierzu erfolgt just am Mittwochabend. Die Trainerinnen Angelina Andric, Celine Lusiak und Yelda Polat leiten die über zweistündige Übungseinheit in der Mörike-Sporthalle, legen dabei bereits aufs Aufwärmprogramm großen Wert. „Am Anfang joggen die Mädels einige Runden, dann folgen etwa fünf Minuten Seilspringen, Dehnen, anschließend folgt die Feinarbeit an den einzelnen Handgeräten“, ordnet Yelda Polat den Ablauf ein. Die 23-jährige Notzingerin, einst selbst in zig Wettkämpfen unterwegs, weiß, worauf es in der Rhythmischen Sportgymnastik ankommt: „Disziplin, Körpersprache, Beweglichkeit sind ganz wichtige Bausteine. Viele Bewegungen kommen grundsätzlich aus dem Ballett.“   

In den vergangenen 50 Jahren ist die „RSG“ nicht nur zur olympischen Medaillendisziplin herangereift (Debüt 1984 in Los Angeles), auch auf lokaler Ebene wie in Ötlingen sammelten sich Titel. Auftritte der Ötlingerinnen bei Stadtfesten, Jubiläen, Pressebällen und vielen weiteren Events erhöhten zudem kontinuierlich den Bekanntheitsgrad in der Region. Aktuell schöpft die Unterabteilung der Klub-Turnsparte aus einem Fundus von rund 30 Sportlerinnen – ein Wert mit Luft nach oben. „Deshalb bieten wir unter anderem Schnupperkurse an“, sagt Christina Küfner. 

Das aktuelle Team hat offenbar viel Spaß bei der Sache. Vier Tage vor dem Jubiläumsauftritt herrscht gute Laune in der Mörike-Sporthalle. „Klar sind wir etwas aufgeregt, aber wir hatten schon viele Wettkämpfe vor Publikum, kennen dadurch die Situation“, berichtet Nayla Demirkaya. Teamkollegin Vanessa Heide hat ebenfalls ein positives Gefühl. „Die Übungen für Sonntag laufen im Training gut“, stellt sie lächelnd fest. Mila Aprigliano rückt zum Üben mit ihrer jüngeren Schwester an. „Wir gehen immer zusammen ins Training, außer eine von beiden ist krank“, berichtet die neunjährige Mara. 

Um 14 Uhr beginnt die Jubiläumsfeier, Oberbürgermeister Pascal Bader wird zu Beginn ein Grußwort sprechen. Danach folgt unter anderem eine Fotoshow – mit Erinnerungen an ein halbes Jahrhundert „RSG“ in Ötlingen.