Baku. Olympia steht vor der Tür und Robin Walter (24) präsentiert sich rechtzeitig in Medaillenform. Beim Weltcup in Baku/Azerbaidschan, für die Luftpistolen-Elite eine Generalprobe für die Spiele in Paris, glänzte der Topschütze des TSV Ötlingen mit 238,7 Ringen im Finalkampf und dem Gewinn der Silbermedaille hinter dem siegreichen Chinesen Xie Yu (234,1), aber vor dessen Landsmann Bowen Zhang und dem Koreaner Wouho Lee.
Bereits in der Qualifikation (60 Schuss) hatte Walter seine überragende Form unterstrichen. Mit 585 von 600 möglichen Ringen qualifizierte er sich souverän für das Finale der besten Acht. Als Zweitplatzierter nur übertroffen vom Türken Yusuf Dikec (587 Ringe), der jahrelang Ötlinger Gastschütze in der Bundesliga war. Im Endkampf der besten Acht legte Walter einen Blitzstart hin, führte nach der ersten Zehner-Serie mit Abstand. Bis ihn mitten in der Erfolgsserie eine „8“ zurückwarf. Schuss für Schuss machte er den verlorenen Boden wieder gut und überholte mit einer finalen 10,6 den zweiten Chinesen noch um einen Zehntelpunkt.
Auch im Mixed war Walter mit 291 Ringen auf Finalkurs. Seine Partnerin Doreen Vennecamp (Steinbach-Hallenberg) konnte da nicht ganz mithalten, brachte fünf Ringe weniger ins Ziel. Als Zehnte fehlte dem Duo ein Ring zum Einzug ins Finale.
Die Form stimmt bei Robin Walter. Aber ist er auch in der Lage, am 18. Mai in Wiesbaden das finale innerdeutsche Duell um das letzte Olympiaticket zu lösen? Die erste Ausscheidung hatte überraschend sein Konkurrent Michael Schwald mit vier Ringen Vorsprung gewonnen. Überraschend deshalb, weil Walter in den vergangenen beiden Jahren in allen großen internationalen Wettkämpfen gegenüber dem Ex-Ötlinger aus Südbaden die Nase vorn hatte. Wie auch jetzt beim Weltcup in Azerbaidschan. Schwald landete mit 574 Ringen abgeschlagen auf dem 37. Platz.
Die letzte Entscheidung über die Nominierung liegt bei Bundestrainerin Claudia Verdicchio-Krause. Kommentar des langjährige Ötlinger Schützenchefs Joachim Poppek: „Egal, wie das Duell ausgeht, ich möchte nicht in ihrer Haut stecken.“

