Lokalsport
Ruhiger, teurer Nachmittag

Heilbronn. Der Abzug nach dem Umzug war ein friedlicher. Ein paar Hundert Reutlinger Fans marschierten freudetrunken Richtung Bahnhof, im Schritttempo gefolgt von Einsatzfahrzeugen der Polizei. Einschreiten mussten die Beamten nicht. Die Angst vor Randale gewaltbereiter Fangruppen, die zur Spielverlegung nach Heilbronn geführt hatte, erwies sich als unbegründet.

Ein Happy End, begünstigt durch den glücklichen Ausgang für den SSV Reutlingen, das den VfL Kirchheim und den Steuerzahler allerdings teuer zu stehen kommt. Die tragen die Kosten für den Einsatz von 100 Beamten der Bereitschaftspolizei Böblingen, die einen geruhsamen Nachmittag erlebten. Für den Verein belaufen sich die Ausgaben für den Wechsel des Spielorts auf rund 1 800 Euro. Doch das ist nicht alles: Nach Heilbronn fuhren etwa 600 SSV-Fans. Ins wesentlich nähere Kirchheim wären 1 000 gekommen, schätzt VfL-Geschäftsführer Walter Rau. Zu den entgangenen Einnahmen aus Eintrittsgeldern von etwa 2 000 Euro kommt ein weiterer Betrag in ähnlicher Höhe, weil der Kiosk im Stadion nicht vom VfL, sondern von den Gastgebern bewirtschaftet wurde. Macht summa summarum 6 000 Euro, die den Blauen durch die Lappen gingen.

Auch Wege trennten sich in Heilbronn: Christian Kuhn, Emrah Polat und Sabri Gürol wurden von Walter Rau zum Saisonende verabschiedet, ebenso Uwe Beran, Ferdi Er und Torwarttrainer Imdat Korkmaz, die im Frankenstadion nicht mit dabei waren. Wegen des Umzugs fiel die traditionelle Hocketse der Fans mit der Mannschaft zum Abschluss der Saison aus. Die Spieler trafen sich nach der Rückkehr nach Kirchheim mit den engsten Mitarbeitern zu einem internen Essen.

Am 3. Juli bittet Rainer Kraft wieder zur ersten Trainingseinheit in Vorbereitung auf das große Jubiläumsspiel gegen den VfB Stuttgart am 9. Juli an der Jesinger Allee. Ab dem Wochenende 5./6. August rollt der Ball schließlich in der Oberliga wieder, dann neu mit dem SSV Ulm (Absteiger Regionalliga), dem SV Bonlanden (Verbandsliga-Meister Württemberg), dem SV Spielberg (Baden), dem Offenburger FV (Südbaden) und dem Sieger der Relegation (FV Ravensburg, VfR Mannheim). In die Verbandsklasse verabschiedet haben sich SV Linx, ASV Durlach, VfB Neckarrems, TSG Weinheim und SGV Freiberg.ks