Leichtathletik
Sören Butter und Lukas Melzer schreiben Geschichte

Bei den süddeutschen Meisterschaften in St. Wendel holt das Duo der LG Teck Gold im Hochsprung und im Hammerwerfen.

Sören Butter, hier beim ersten Sprung über die Einstiegshöhe von 1,70 Metern, hat in St. Wendel aufgetrumpft. Foto: pr

Zwei 16 Jahre alte Jungspunde haben für die LG Teck Sportgeschichte geschrieben. Innerhalb 24 Stunden kürten sich Sören Butter im Hochsprung und Lukas Melzer im Hammerwerfen im Klaus-Bouillon-Sportzentrum in Sankt Wendel zu süddeutschen U18-Meistern.

Vielleicht war es das rhythmische Klatschen der Zuschauer im Vorfeld seines dritten und letzten Versuchs im Hochsprung über die 1,88 Meter, das Sören Butter beflügelte. Würde er diese Höhe überspringen, wäre der größte Sieg in seiner jungen Laufbahn so gut wie sicher. Der 16-jährige Weilheimer geht mehrmals die vier Sekunden, die zwischen dem Neun-Schritte-Anlauf und der Landung liegen, gedanklich durch. Sören Butter bleibt äußerlich cool, wirkt konzentriert und zuversichtlich. Der Sprung gelingt, die Latte bleibt liegen, Sören Butter ist süddeutscher U18-Meister im Hochsprung.

Wer hätte vor einer Woche gedacht, dass der Athlet vom Stammverein TSV Weilheim nach seinem Landestitel (1,89 Meter) in einem wesentlich stärkeren Feld sieben Tage später bei den „Süddeutschen“ nachlegen würde. Auf die Frage, wie er sich fühle und ob er es sich so vorgestellt habe, wie es gelaufen sei, hatte Butter eine schnelle Antwort parat: „Ja, ganz gut, aber die 1,91 Meter hätte ich noch gerne geschafft für die „Deutschen“, aber dann eben beim nächsten Mal.“

Hoffen aufs DM-Ticket

Viel Zeit bleibt dem Weilheimer allerdings nicht mehr. Bereits in zwei Wochen steigen die U18-Titelkämpfe in Wattenscheid, für dessen Teilnahme eine Norm von 1,91 Meter festgelegt ist. Da jedoch erst neun Springer mit dieser Höhe gemeldet sind, stehen die Chancen nicht schlecht, dass Butter mit seiner Bestleistung von 1,89 Metern angenommen wird. Dass Höhen über 1,90 Meter nicht das Problem sind, bestätigt auch Technik-Trainer Peter Sigel: „Mit dem Körper kommt Sören hoch und gut drüber, nur die zu schräge Position über der Latte mit zu wenig Hohlkreuz verhindern dies noch“.

Der entscheidende Sprung war der über die Höhe von 1,85 Meter. Butter war der einzige der insgesamt 15 Teilnehmer, der diese Höhe im ersten Versuch meisterte und sich dadurch einen Vorteil erarbeitete. Gleich vier Konkurrenten legten dann im zweiten und dritten Durchgang nach, scheiterten anschließend allerdings alle an den 1,88 Metern. So ging Silber überraschend an Arthur Hildebrandt (TV Lemberg/1,85), Bronze an den Favoriten Ricardo Apostel (LAV Kassel/1,85).

Konter im vierten Versuch

Als Lukas Melzer tags darauf in den Hammerwurf-Ring trat, verarbeitete Sören Butter seine Erlebnisse bei 35 Grad im Weilheimer Freibad. Der Erwartungsdruck bei Melzer war allerdings deutlich höher, immerhin war der Kirchheimer Kreisrekordhalter (59,99 Meter) Titelverteidiger. Mit einer Bestleistung von 60,63 Metern angereist, gehörte Melzer zum engeren Favoritenkreis. In der mittäglichen Hitzeschlacht setzte Melzer gleich im ersten Durchgang mit 58,50 Metern eine beruhigende Weite, die hinter Philip Hartmann (DJK Aschaffenburg/58,82) den zweiten Platz bedeutete. Nachdem Hartmann im weiteren Verlauf Fehlwürfe produziert hatte, konterte Melzer im vierten Durchgang mit einer neuen persönlichen Bestweite von 63,15 Metern und legte im fünften Versuch mit 61,39 Metern nach. Nachdem sich der Aschaffenburger, der mit 63,58 Meter die Deutsche U18-Jahresbestenliste anführt, nicht mehr steigern konnte, war die Titelverteidigung von Lukas Melzer mit einer neuen Kreisrekordweite und dem Sprung auf Platz zwei der Deutschen Rangliste gelungen.

Im Frauenwettbewerb, den Lucie Holzapfel (Eintracht Frankfurt) mit 61,16 Metern gewann, kam Melzers Schwester als mit 19 Jahren jüngste im Feld mit 48,59 Metern auf den fünften Platz.

Im Speerwerfen der Frauen überzeugte die 26-jährige Bempflingerin Rebecca Zweigle (LG Neckar-Erms-Aich) mit 43,58 Metern und Bronze hinter Luisa Tremel (LG Stadtwerke München/51,52) und Jana Lowka (Frankfurt/47,53).

Zwei Bronzemedaillen gab es für Lara Beinlich (LG Filder) über 800 Meter der U18 in 2.14,60 Minuten hinter Judit Aechtle (LG Offenburg/2.13,75) und Lucie Biehl (TuS Katzenelnbogeln/Rheinland/2.14,12), sowie für die Erkenbrechtsweilerin Lena Stoppel im Dress des TV Rottenburg, die im Diskuswerfen der U18 mit 40,93 Metern zum ersten Mal die 40 Meter-Marke übertraf. Gold ging an Antonia Heberle (TV Rottenburg/43,60), Silber an Eva Kircheis (TV Haiger/41,79). Im Kugelstoßen kam Stoppel mit 12,16 Metern auf den achten Platz.