Die einen saßen am Sonntagabend kurz vor 17.30 Uhr enttäuscht auf dem Wembley-Kunstrasen, die anderen schossen, jubilierend, Fotos für die sozialen Medien – Szenen nach dem Match AC Catania gegen SGEH. Die Feierbiester rekrutierten sich aus den Kickern der Sportgemeinschaft Erkenbrechtsweiler-Hochwang. Per hart erkämpftem 1:0 räumte der Vizemeister auch an Spieltag zwei das komplette Punktepaket ab.
„Wir haben gut strukturiert agiert, sind auch in hektischeren Spielphasen sachlich geblieben“, bilanzierte SGEH-Trainer Mario Tumbas. Hochkaräter trieben in der Schlussphase den Puls der rund 200 Zuschauerinnen und Zuschauer in die Höhe, unter anderem bedingt durch beidseitige Pfostentreffer. Der spielentscheidende Angriff ging jedoch schon Mitte der ersten Halbzeit vonstatten. Nico Turco flankte von der linken Außenposition ins Getümmel, SGEH-Kapitän Jonas Salcher vollendete per Kopf überlegt zum Siegtreffer. ACC-Spielertrainer Antonio Potenza gratulierte der SGEH anschließend fair zu einem „verdienten Erfolg“. In Summe seien ein wenig die Körner ausgegangen. Das Fehlen von Giancarlo D’Onofrio als Mittelfeldstratege sei zudem ein Nachteil gewesen. Potenza: „Diese Niederlage fördert den Lernprozess für unsere jüngeren Spieler.“ Außer der SGEH hat lediglich Aufsteiger und Spitzenreiter FV 09 Nürtingen (5:1 in Neuffen) beide Saisonpartien gewonnen.
FC Kirchheim mit nächstem Step
Nur wenige Meter vom Wembley-Platz entfernt hatte bereits gegen 17.15 Uhr der FC Kirchheim nach dem Kreisliga A-Aufstieg ein weiteres Stück Klubgeschichte geschrieben: Per 2:1 gegen den TSV Altdorf sammelte der Liga-Neuling erstmals Zähler im neuen sportlichen Umfeld. In der Partie auf dem Kunstrasenplatz an der Lindach ereignete sich eine äußerst strittigen Szene, mit negativen Folgen für die Altdorfer. Bei einem schmerzhaften Treffen von FC-Spielertrainer Deni Kalfic mit TSV- „Co“ Max Füssenhäuser, in einem Zweikampf prallten beide Akteure im Schienbeinbereich mit Wucht zusammen, sah Füssenhäuser die Gelbe Karte wegen eines angeblichen Foulspiels. „Ich spitzle den Ball durch, dann trifft er mich“, schilderte Kalfic die Szene, Füssenhäuser wähnte sich in seiner Interpretation „deutlich vor Deni am Ball“. Als der Altdorfer zur Behandlung vom Platz humpelte, kam es noch zum Disput mit Schiedsrichter Dr. John Köber, welcher ihm prompt die Rote Karte zeigte. Es soll das Wort „Lachnummer“ gefallen sein. „Wir freuen uns auf jeden Fall riesig, dass wir den ersten Sieg gelandet haben“, so Kalfic.
Diskussionen in Neidlingen
Eine strittige Szene trug sich auch beim Duell des TV Neidlingen mit den SF Dettingen zu. Beim Stande von 2:3 wurde kurz vor Spielende, nach Neidlinger Ansicht, ein Zweikampf zwischen Florian Gräter (SFD) und Christian Kuch (TVN) von Referee Marcel Messerschmidt falsch interpretiert. „Florian traf Christian erst am Fuß, dann erst den Ball“, war sich TVN-Trainer Christopher Andrä sicher. SFD-Coach Simone Stuppia führte aus, dass der Unparteiische durchaus auf Elfmeter pro Neidlingen hätte entscheiden können: „Da hatten wir Glück“, gab der Dettinger zu. Statt Elfer für Neidlingen gab’s Freistoß für die SFD, für die der überragende Yannick Frick mit seinem vierten Tor alles klar machte.
Marc Schmohl zieht seinen Hut
Was die Spielgemeinschaft Owen-Unterlenningen beim vermeintlichen Favoriten TSV Grafenberg zelebrierte, sorgte unter anderem bei SGOU-Sprecher Marc Schmohl für beste Laune. 3:2 nach 0:2 – der 0:5-Auftaktdämpfer gegen den AC Catania Kirchheim gehörte am Sonntagabend der Vergessenheit an. „Hut ab, wie sich die Mannschaft präsentiert hat“, lobte Schmohl. Für den entscheidenden Treffer brach Spielertrainer Kevin Rieke mit einer Uralt-Fußballweisheit - dass ein gefoulter Akteur nicht selbst zur Tat am Elfmeterpunkt schreiten sollte. Routinier Rieke verdrängte die Weisheit, schoss den Ball sicher ins Netz. „Wir haben insgesamt gesehen gut gepresst, am Schluss hatten wir das Glück des Tüchtigen“, bilanzierte Schmohl.

