Fussball
„Sandhasen“ vermissen ihren Rasen

Verbandsligist TSV Oberensingen muss beim ersten Heimspiel mit widrigen Platzverhältnissen zurechtkommen.

Der Rasen in Oberensingen ist nicht wegen vieler Spiele kaputt, sondern weil er ausgetrocknet ist und wohl zu wenig bewässert wurde. Archivfoto

Böse Zungen könnten sich daraus einen üblen Wortwitz machen. Die „Sandhasen“ müssen in ihrem Sandkasten spielen, wäre dann ein wohl passender Scherz. Erstere, das sind die Verbandsliga-Fußballer der TSV Oberensingen, immerhin in Württembergs höchster Spielklasse unterwegs, und ein Sport-Aushängeschild der Stadt Nürtingen – und der Zusatz, der ließe sich problemlos auf den Zustand der Trainingsstätte anwenden, denn: In den Plätschwiesen gleicht der Nebenplatz eher einem heruntergewirtschafteten südeuropäischen Bolzplatz anstelle eines Spielfelds für ein ordentliches Fußballtraining oder gar -spiel.

Sand, Dornensträucher, Büsche und ganz wenig Rasen sind dort an vielen Stellen zu finden. „Es sieht aus, als hätte Oberensingen seit zehn Jahren keinen Fußballverein mehr. Langsam habe ich die Schnauze voll“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Marc Fecher. Das Malheur der Oberensinger mit ihrer Spielstätte geht also in die nächste Runde. „Dabei war der Platz vor Kurzem noch super“, sagt TSVO-Kapitän Simon Brandstetter. Die TSVler legen auch selbst Hand an. So gut es eben geht. Dabei dürfen sie das eigentlich gar nicht, schließlich obliegt das der Stadt Nürtingen. Gerade darin sehen sie das Hauptproblem, denn die kümmere sich ihrer Meinung nach nicht genug darum.

Braune Flecken im Grün

Das Thema ist beileibe kein neues. In ihrer ersten Verbandsliga-Saison (2023/24) mussten die „Sandhasen“ wegen der Platzsanierung stets auf andere Spielstätten ausweichen. Im März dieses Jahres kehrten sie dann nach einer zweiten Sanierung endlich zurück nach Hause, doch schon zu Beginn der Vorbereitung Anfang Juli machten sie zu ihrem Entsetzen bereits wieder ungewollte Bekanntschaft mit braunen Flecken.

Die vielen Niederschläge und auch die Bemühungen des Vereins, den Platz zu schonen, sorgten allerdings wieder für bessere Verhältnisse. Trainiert wurde an anderen Orten, und auch die Testspiele wurden nicht in Oberensingen ausgetragen. Am Montag gab es dennoch eine böse Überraschung. Trainer Leonard Gjini rief Fecher an und fragte, was denn mit dem Platz passiert sei. Trocken, hart und keineswegs verbandsligawürdig noch -tauglich präsentierte sich das Geläuf. Matthias Eisenschmid, der Amtsleiter des Nürtinger Tiefbauamts, geht davon aus, dass heute um 14 Uhr wie geplant gespielt werden kann. Er schiebt den Zustand auf die klimatischen Extrembedingungen. Denn bewässert sei stets worden, „alle zwei Tage mit bis zu 90.000 Litern“, versichert er, räumt aber auch das eine oder andere Versäumnis ein.