Schwäbisch Hall. Ungüstiger hätten die Vorzeichen für das entscheidende Spiel der Jesingerinnen in Schwäbisch Hall nicht sein können: Noch nie hatte der TSV bei der TSG gewinnen können, zudem mussten die Teckstädterinnen auf Trainer Stefan Fortunat (mit dem VfL in der Landesliga aktiv) und Kapitän Daniela Fischer (krank) verzichten. Die TSG Schwäbisch Hall hingegen hatte nach der 6:149-Klatsche der Vorwoche, als etliche Stammspielerinnen gefehlt hatten, wieder das komplette Personal zur Verfügung.
Gleich zu Beginn setzten die Gastgeberinnen dem TSV mit Würfen jenseits der Dreierlinie zu. Doch die Gäste versuchten mitzuhalten. Die Trefferrate nach dem ersten Viertel lag bei 7:6, wobei die Gastgeberinnen jedoch fünf Dreier versenken konnten, mit 20:14 führten. Anfangs des zweiten Viertels spielte Jesingen konsequent und effektiv, konnte bis auf 20:23 herankommen. Doch mit drei Dreiern stellte Hall den alten Abstand wieder her. Mit 42:29 aus Sicht der Gastgeberinnen ging es in die Pause.
Inzwischen traf das Endergebnis aus Stuttgart ein. Der MTV Stuttgart hatte den TV Derendingen in einem kampfbetonten Spiel mit 58:51 besiegt, die Derendinger Schützenhilfe für Jesingen blieb aus – Stuttgart war in diesem Moment punktgleich mit dem TSV Jesingen, aufgrund des direkten Vergleich jedoch am TSV vorbeigezogen. Die Ausgangslage war klar: Um die Klasse jetzt noch zu halten, hätte Jesingen das Spiel gewinnen müssen. Doch die Belastung war zu hoch, die Kräfte bei den teilweise angeschlagenen Spielerinnen schwanden. Die TSG parierte die Angriffe und konnte selber die Führung weiter ausbauen. Am Ende des dritten Viertel stand es 41:62 – ein Rückstand, der nicht mehr aufzuholen war. Die Gastgeber zeigten im letzten Viertel den Klassenunterschied auf und gewannen klar mit 89:54.
Der TSV Jesingen rutschte damit am letzten Spieltag auf den vorletzten Tabellenplatz zurück und muss nach nur einer Saison wieder aus der Oberliga absteigen. TSVJ-Trainer Stefan Fortunat meinte in einer ersten Reaktion: „Ärgerlich, dass der worst case eingetreten ist.“ Hinter dem Einsatz vieler Spielerinnen, die im Herbst ein Studium aufnehmen werden, steht nun im Hinblick auf die neue Saison ein Fragezeichen. Fest steht, dass aus der Jesinger Jugendarbeit wieder einige nachkommen werden.fjr
