Ebersbach. Fast wäre es den Bezirksliga-Handballern der SG Lenningen gelungen, bei der HSG Ebersbach/Bünzwangen zwei Punkte zu entführen – so blieb es beim 29:29 Unentschieden.
„Da sind wir einfach noch nicht clever genug, um in einer entscheidenden Spielphase das Tor zu machen“, bemängelte Trainer Klaus Wöller. Dabei nahm er taktisch klug in der 59. Minute eine Auszeit beim 29:29. Er impfte seiner Mannschaft ein: „Nehmt nicht zu früh den Wurf, ihr seid in der Überzahl und vor allem begeht kein Stürmerfoul.“ Es hat nicht mehr geklappt. Adrian Schmid und Oliver Ringelspacher wurden an der Kreismitte gestoppt. Eine Minute zuvor hätte Florian Dieterich alles klarmachen können, als er von ganz links kommend in den Kreis einschwebte, aber Torhüter Christoph Engler nicht überwinden konnte.
Lenningen musste letztlich mit dem Punkt zufrieden sein, zumal Florian Kurz in der 58. Minute zum 29:28 einwarf, um gleich danach eine Zeitstrafe zu kassieren. Die HSG um ihren Besten geschwächt, verdiente sich diesen Punkt durch einen großen kämpferischen Einsatz. Dabei hätte HSG-Teammanager Eduard Rath gerne die sehr gute Rückrundenbilanz seiner Sieben mit einem doppelten Punktgewinn beendet. Sein Statement: „Es war eine ganz schwache erste Halbzeit. Die Jungs hatten einfach nicht den Willen, das Spiel zu gewinnen. Unterm Strich war es eine gerechte Punkteteilung“. Dem stimmte auch Klaus Wöller zu. Wobei er aufgrund der ständigen „Führungsarbeit“ seiner Mannschaft (die HSG konnte nur viermal vorlegen )gerne einen Sieg mitgenommen hätte. Dafür reichte es nicht.
Auch deshalb, weil auf SG-Torjäger Ricki Austen zu viel Verantwortung lastete, Jan Lamparter die vierwöchige Spielpause nicht kaschieren konnte, und Lenningens Angriff zu linkslastig agierte. Im Defensivbereich wurde die SG mächtig in Bewegung gehalten. Tempomacher Florian Kurz und Tobias Labude gönnten der SG in der zweiten Halbzeit keine Verschnaufpause. Neben Torjäger Ricki Austen zeigte vor allem „Goldfinger“ Robin Renz eine starke Leistung. Lange Anspiele auf ihn fingerte er mit einer Hand und traf. Zu wenig wurde Rechtsaußen Timo Haid ins Spiel gebracht. Lenningen gelang es nur selten, im gebundenen Spiel Ballgeschwindigkeit zu erzeugen. Die HSG mit körperlichen Vorteilen, zwang die Gäste zu Wurfpositionen im Nahbereich. Da bedurfte es der List eines Ricki Austen, um in die Lücke zu stoßen. Auf der Gegenseite trumpften die Gastgeber durch Distanzwürfe auf. Da war die SG-Abwehr anfällig wie ein Kleinkind gegen Keuchhusten. Auch das Zeitstrafenkonto war nahezu ausgeglichen – SG 14 Minuten und HSG 12 Minuten. Und nicht von ungefähr erinnerte Eduard Rath an die jahrelangen Gemeinsamkeiten in der Landesliga, bei denen sich beide Mannschaften immer auf „Augenhöhe“ begegnet waren.döl
