Kirchheim. Einer der wenigen Lichtblicke an einem aus Kirchheimer Sicht enttäuschenden Abend: Cooper Land war an seinem Geburtstag mit 19 Punkten Topscorer der Knights und bis zum fünften Foul Ende des Schlussviertels einer der Auffälligsten im gelben Trikot. Land war es auch, der die ersten sieben Kirchheimer Punkte erzielte. Doch auch Vechta kam in der Offensive gut in die Partie. Wenig Nervosität auf beiden Seiten in der Anfangsphase. Den Hausherren war anzumerken, dass die beiden verlorenen Heimspiele Wirkung gezeigt hatten.
Doch das anfängliche Bemühen um eine stabilere Defensive mündete in zahlreichen ungeschickten Fouls. Mit Tomasevic, Alexander und Smallwood kassierten in der ersten Spielhälfte gleich drei Kirchheimer technische Fouls. Vechta versuchte seinerseits die Emotionen unter Kontrolle zu halten. Gewohnt stark setzte der überragende US-Guard Richie Williams (17 Punkte, 11 Assists) seine Mitspieler in Szene. Center Jakob Doerksen, mit 27 Punkten Topscorer des Abends, profitierte am meisten davon. Doch auch die Knights punkteten stetig. Zur Halbzeit schien beim Stand von 49:52 alles möglich.
Doch nach der Pause verzettelten sich die Gastgeber immer häufiger in Einzelaktionen. Sebastian Adeberg und Dominik Schneider, die hinten aufopferungsvoll versuchten, die Löcher zu stopfen, war es zu verdanken, dass Kirchheim nicht deutlicher in Rückstand geriet. Mit 72:81 ging es ins Schlussviertel. Knapp fünf Minuten vor Spielende verkürzten die Gastgeber auf 84:89 und schürten damit wieder Hoffnung. Doch der Gegner aus Vechta geriet nie ernsthaft in Gefahr. Sobald Kirchheim heiß zu laufen drohte, zogen die Niedersachsen das Tempo an und zogen häufig völlig unbedrängt in Richtung Korb. Was die Knights auch versuchten, der Gegner hatte die Antwort parat.
„Wir wollten unseren Höhenflug fortsetzen. Dass es schwer wird, in Kirchheim zu gewinnen, war von Anfang an klar“, war Vechtas Trainer Pat Elzie nach Spielschluss bemüht, den Gegner stark zu reden. Für ihn war der Abend etwas Besonderes: „Ich habe mich gefreut, viele Gesichter wiederzusehen“, meinte Elzie, der vor vier Jahren das Zepter in Kirchheim an Frenkie Ignjatovic übergeben hatte. Der hat nun ganz andere Sorgen, nachdem die Hoffnungen, mit Ahmad Smith und Besnik Bekteshi zwei letztjährige Leistungsträger zurückzuholen, geplatzt sind. „Ich kann keinem etwas vorwerfen. Der Einsatz hat gestimmt“, meinte Ignjatovic sichtlich enttäuscht nach dem Spiel und beschwor den Mannschaftsgeist: „Wir kommen nur gemeinsam da raus.“
Gerade in dieser Schwächephase müssen die Ritter zum gefürchteten Derby nach Crailsheim, wo man bisher noch nie gewinnen konnte. Gegen das ebenfalls schwächelnde Team aus Hohenlohe wäre ein Sieg besonders wichtig für das angeschlagene Selbstbewusstsein. Deshalb hofft man weiter auf die Unterstützung der Fans, die am Wochenende die Mannschaft im Bus begleiten können. Alle Infos zur Fahrt gibt es auf der Homepage der Knights unter www.kirchheim-knights.de.cs/tb
