Mountainbike
Schwarzbauer schafft das Double

Der Weilheimer holt bei der DM in Wombach beide Titel im Shorttrack und im Crosscountry-Rennen. Kira Böhm verpasst als bärenstarke Debütantin mit zwei zweiten Plätzen die Überraschung.

DM-Titelverteidiger Luca Schwarzbauer, eingerahmt vom zweitplatzierten Julian Schelb (links) und Leon Kaiser, der als Dritter in Wombach Bronze im Crosscountry-Rennen holte.  Foto: Armin Küstenbrück

Gleich zwei weitere deutsche Meistertrikots hat der Weilheimer Mountainbiker Luca Schwarzbauer (Canyon-CLLCTV) am Wochenende seiner Sammlung hinzufügt. Kira Böhm (Cube Factory Racing), ebenfalls aus Weilheim, ging im Shorttrack und im Rennen über die olympische Distanz jeweils mit Silber nach Hause. Patricia Hafer vom MTB Teck vervollständigte den Medaillensatz der Teck-Biker mit Bronze bei den Juniorinnen. Das ist die Bilanz der Deutschen Mountainbike-Meisterschaften im nordbayerischen Wombach.

Schwarzbauer beherrschte sowohl die Konkurrenz im Shorttrack am Freitagabend, als auch über die olympische Distanz am Sonntagnachmittag nach Belieben, Böhm musste sich als Debütantin in der Elite am Freitagabend der Olympiateilnehmerin Ronja Eibl geschlagen geben, nachdem diese eingangs der letzten Runde an Böhm vorbeigezogen war und die Weilheimerin die Attacke vor den Singletrails im Wald nicht mehr kontern konnte.

Am Sonntag hingegen war es Nina Graf, die sich als Stärkste auf dem herausfordernden Kurs im Spessart erwies. „Nina war ja auch schon im Weltcup immer vor mir“, erkannte die 22-jährige Böhm die Leistung ihrer Konkurrentin an. Zwar hatte Böhm am Anfang noch versucht, an Graf dranzubleiben – „auch auf die Gefahr hin, dass ich hinten raus platze“ - musste dann aber hinter der physisch deutlich stärkeren Kontrahentin reißen lassen. „Ich bin dann bis ins Ziel mein Tempo weitergefahren, denn das Rennen ist bekanntlich erst an der Ziellinie zu Ende.“ Doch Graf gab sich keine Blöße, ihr unterliefen keine Fehler und kein technischer Defekt. Mit 1:42 Minute Vorsprung gewann Nina Graf (Lapierre Racing Unity) vor Kira Böhm und Ronja Eibl (Origine Racing Division). Alle drei stammen aus Württemberg.

Für Luca Schwarzbauer bedeutete der Sieg am Sonntagnachmittag nicht nur die Titelverteidigung im olympischen Crosscountry, sondern auch, dass erst zum zweiten Mal in der noch jungen Geschichte des Shorttracks beide Meister-Trikots auf den Schultern eines Sportlers liegen: „Das ist schon etwas Besonderes“, freute sich der Reuderner, der inzwischen in Weilheim wohnt. Schwarzbauer hatte zwar wie schon beim Weltcup in Val di Sole, als er kurz aus dem Pedal gerutscht war, Startprobleme – doch das hinderte ihn nicht, sich schon nach kurzer Zeit an die Spitze des Feldes zu setzen: „Im Weltcup ist das natürlich fatal und kann dich gleich einen Top-Ten-Platz kosten“, meinte er hinterher. „Hier konnte ich den Fauxpas schnell wieder ausbügeln.“

Eine Runde lang beobachtete er seine Konkurrenten, dann startete er am langen Anstieg eine Attacke, der keiner Folgen konnte. Souverän drehte Schwarzbauer seine sieben Runden in der schwülen Hitze oberhalb des Mains: „Früher hätte allein schon der Wetterbericht mir Schweißperlen auf die Stirn getrieben“, so der 28-Jährige. Doch die harte Arbeit an sich selbst, mit der Hitze umgehen zu lernen, zeigte Früchte: „Dass ich jetzt auch bei solchen Witterungsbedingungen performen kann, macht mich extrem glücklich“, stellte Schwarzbauer im Ziel fest.

43 Sekunden Vorsprung im Ziel

Eigentlich hatte er damit gerechnet, im Rennen alle Register ziehen zu müssen, um sein Trikot zu verteidigen, doch dann lief es doch ganz gut. Nach 1:16:09 Stunden hatte Schwarzbauer 43 Sekunden Vorsprung auf Julian Schelb (KMC-Ridley), der in den letzten Runden noch etwas näher kam. Dritter wurde weitere 17 Sekunden dahinter Leon Kaiser, der Lebensgefährte von Kira Böhm in Freiburg im Breisgau.

Kurz vor Böhm hatte sich Patricia Hafer die Bronzemedaille bei den Juniorinnen gesichert: „Ziel erreicht!“, freute sich die Abiturientin über ihren Erfolg – für die Teilnahme an der Europameisterschaft nächste Woche in Portugal hat es dann aber doch nicht mehr gereicht: „Jetzt hoffe ich, dass mich der Bundestrainer für die Weltmeisterschaft in Crans Montana im September in der Schweiz nominiert.“ Hafer hatte sich lange einen Dreikampf mit den beiden vor ihr Platzierten, der neuen Deutschen Meisterin Klara Müller (RC Mistral Neunkirchen) und Leni Burger (SG Simmerberg) geliefert, wollte sogar am letzten langen Berg attackieren, doch ihre Konkurrentinnen konnten die Attacke erfolgreich abwehren. Nach gut 55 Minuten überquerten die Drei binnen 13 Sekunden die Ziellinie.