Mountainbike
Schwarzbauer und Böhm im Titelmodus

Bei den Deutschen Meisterschaften in Wombach am Wochenende zählen die beiden Weilheimer zu den Favoriten – sowohl im Shorttrack, als auch über die olympische Distanz.

Ob Luca Schwarzbauer am Wochenende Grund zum Jubeln haben wird? Foto: Armin Küstenbrück

In Wombach, einem Stadtteil von Lohr am Main, gleich hinter der baden-württembergischen Grenze, werden ab heute die Deutschen Meister 2025 im Mountainbike Cross-Country gesucht. Wie im Weltcup machen den Auftakt die Shorttrack-Rennen, ehe am Sonntag die Wettkämpfe über die olympische Distanz anstehen.

Dort ist Luca Schwarzbauer (Canyon-CLLCTV) Titelverteidiger. Und obwohl eigentlich das schnelle Shorttrack-Rennen seine Paradedisziplin ist, hat er bis dato nur 2022 dort den Titel geholt, als in dieser jungen Spielart des Mountainbikesports erstmals die Deutschen Meister gesucht worden. In Wombach will er erstmals das Double schaffen und beide Trikots auf seinen Schultern vereinigen.

Die Voraussetzungen dafür stehen nicht schlecht, schließlich ist Schwarzbauer im Weltcup in beiden Disziplinen bester Deutscher. Doch er ist nur vorsichtig optimistisch: „Das wird keine leichte Aufgabe. Die technische Strecke verzeiht keine Fehler. Vielleicht ist genau an diesem Tag ein anderer Fahrer auch besser als ich.“ Doch dann ergänzt er selbstbewusst: „Rein physisch, wenn alles gut klappt und ich meine Aufgabe gut ausführe, kann ich beide Rennen gewinnen. Wenn ich keine Chance auf den Titel hätte, würde ich auch nicht antreten.“

Da aber auch Punkte für die Weltrangliste vergeben werden, die für die Startaufstellung in Weltcup und den Weltmeisterschaften herangezogen werden, „werde ich auf jeden Fall um jeden Platz kämpfen, auch wenn emotional nur der Titel zählt“, so Schwarzbauer, aktuell auf Platz 15 besagter Weltrangliste. Deswegen schickt auch sein in Spanien beheimatetes Team Canyon-CllCTV extra einen Mechaniker und den Teammanager als Betreuer nach Lohr, um die Mission Meisterschaftsdouble mit bestem Support zu unterstützen.

Nur sechs Frauen am Start

Für Kira Böhm (Cube Factory Racing) sind es die ersten Meisterschaften in der Elite-Klasse. Im vergangenen Jahr holte die Weilheimerin den Meistertitel in der U23-Klasse über die olympische Distanz, im Shorttrack wurde sie in der gemeinsamen Klasse Elite/U23 knapp Zweite hinter Lia Schrievers (KMC Ridley). Über die Kurzstrecke sieht Böhm auch in diesem Jahr die größeren Erfolgschancen, ist sie doch ähnlich wie Luca Schwarzbauer international vor allem hier auf den besseren Plätzen zu finden.

Doch gerade im Shorttrack ist die Situation ähnlich wie bei den Männern: Es gibt eine ganze Handvoll Kandidatinnen und Kandidaten, die ganz vorne mitmischen können, abhängig von Tagesform und auch ein bisschen Glück.

Ein wenig traurig stimmt derweil ein Blick auf die Startliste der Frauen über die lange Distanz am Sonntag: Gerade einmal sechs Fahrerinnen haben sich in der höchsten deutschen Rennklasse für das Meisterschaftsrennen gemeldet. Allerdings sind vier davon unter den Top 40 der Welt zu finden, sodass es für keine der Fahrerinnen ein Spaziergang zum Titel werden dürfte: „Es wird auf jeden Fall ein komplett anderes Rennen als im Weltcup, wo gerade in der Startphase viele Fahrerinnen um dich herum sind“, erwartet die erst 22-jährige Böhm dennoch einen spannenden Wettkampf um die Medaillen. „Mein Ziel ist es, mindestens ein Trikot zu holen“, gibt Böhm als Ziel vor.

Schwieriger könnte das über die olympische Distanz werden: „Nina Graf ist dort schon sehr stark“, weiß Böhm. Schließlich steht Graf (geborene Benz) von der Lapierre Racing Unity als Dreizehnte zehn Plätze weiter vorne in der Weltrangliste und war bei den beiden letzten Weltcup-Rennen im Val di Sole und Andorra jeweils in den Top Ten zu finden. Deswegen will sich Böhm vor allem auf die Kurzdistanz konzentrieren.

Mit Titelverteidigerin Lia Schrievers hat Böhm eine sehr ernsthafte Konkurrentin: „Lia ist sehr stark im Schlusssprint.“ Deswegen werde es wohl ein sehr taktisches Rennen im Spessart. „Im letzten Jahr bin ich alles von vorne gefahren und dann auf den letzten Metern übersprintet worden.“ Diesen Fehler wolle sie dieses Jahr nicht machen.

Ebenfalls am Start stehen aus der Region: Louis Krauss (Neckartailfingen/Elite Männer), Luis Oßwald (ReudernU23), Patrick Ander (SV Reudern/U23), Lukas Kubis (MTB Teck/ Masters 2-4), Pia Pflüger (Frauen/MTB Teck) und Patricia Hafer (MTB Teck(U19).