Fußball-Kreisliga A 2 
SFD gegen ACC: Wenn „die Gesetze des Fußball“ greifen

Der AC Catania trennt sich in einer spannungsgeladenen Partie mit 1:1 von SF Dettingen. Der FC Kirchheim siegt souverän mit 5:2 in Grafenberg – alle anderen Partien werden witterungsbedingt abgesagt.

Die Dettinger um Gabriel Müller lieferten sich ein packendes Duell mit Vincenzo Palmieri und den Catanesi. Foto: Markus Brändli

Eisige Kälte und frostige Spieloberflächen verhinderten am Samstagnachmittag gleich vier Partien des 14. Spieltags in der Kreisliga A2. Die Kirchheimer Clubs AC Catania und FC Kirchheim traten ihre jeweiligen Auswärtspartien beim SF Dettingen und TSV Grafenberg allerdings trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt aus.

Dadurch überraschte es nicht, dass sowohl die Sportfreunde als auch der AC etwas Anlaufzeit brauchten, um auf Betriebstemperaturen zu kommen. Nach rund 30 Minuten strahlte lediglich der Freistoß-Versuch von SF-Akteur Gabriele Rizzo ein wenig Gefahr aus. Doch kaum war die Anfangskälte ausgeschwitzt, zündete die deutsch-italienischen Gäste plötzlich. Zweimal verhinderte das Aluminium den Führungstreffer. Zuerst köpfte Pasquale Rendina den Ball an den Pfosten. Kurz darauf traf Santiago Potenza nach einem abgefälschten Versuch von Gabriele Rizzo ebenfalls nur den Pfosten, später setzte er einen gefährlichen Distanzschuss knapp neben das Gehäuse. Die nächste große Gelegenheit, kreiert durch eine Flanke von Michele Latte, parierte diesmal SF-Keeper Noah Habold souverän. „Wenn wir mit zwei Toren führen, dürfen sie sich nicht beschweren“, hatte Potenza noch in der Halbzeitpause erklärt.

Anschließend musste der 40-Jährige mitansehen, wie seine Mannschaft die Partie Stück für Stück aus der Hand gab. Vom „ungeschriebenen Gesetz“ sprach Potenza später – und meinte damit den vorausgegangenen Führungstreffer der Dettinger in der 57. Minute. Nach dem 1:0 durch SF-Akteur Oghuzan Ileli nach Vorarbeit von Yannick Frick, war es nur kurze Zeit später Frick selbst, der frei vor dem Tor an Goalie Kevin Dravetz scheiterte. „Das spiegelt die Saison beider Mannschaften wider“, betonte SFD-Coach Simone Stuppia. Denn auch seine Elf musste sich den Gesetzmäßigkeiten des Fußballs beugen. Nach der vergebenen Chance war es diesmal der AC, der eiskalt zuschlug: Kurze Ecke, Flanke in den Rückraum, Abschluss – Manuel Renz glich in der 79. Minute aus.

Der Startschuss für eine völlig verrückte Schlussphase: Latte vergibt knapp vor dem Tor, Santiago Potenza schießt im Nachsetzen den gegnerischen Torwart an. Kurz darauf verfehlt Latte mit der Picke das Tor nur um Zentimeter. In der Nachspielzeit vergab dann Hüseyin Kisa die große Chance zum Dettinger Sieg, als er den Ball über das Tor setzte. Letztlich ließ das Gesetz des Fußballs Gnade walten – beide Teams nutzten ihre Matchbälle nicht. „Amaro in bocca, sagt man bei uns“, erklärte Potenza und übersetzte: ein bitterer Beigeschmack.

Schnellstart für den FC

Zwar war der FC Kirchheim denselben Temperaturen ausgesetzt, doch die Kirchheimer Offensive zündete sofort. Keine zwei Minuten waren gespielt, da zappelte der Ball bereits im Grafenberger Netz. Der Treffer war das Produkt der taktischen Vorgabe des Trainerduos Mato und Deni Kalfic: Statt des üblichen Ballbesitzfußballs setzte der FC konsequent auf schnelle Umschaltmomente. Nach einem gedankenschnellen Ballgewinn sprintete Izudin Coric durch und verwandelte sicher zur frühen Führung. Der Ausgleich durch Frider Geiger in der 15. Minute beeindruckte die Gäste kaum, denn trotz überwiegendem Ballbesitz waren die Hausherren selten zwingend. Nur vier Minuten später brachte Llumnica Preparim den FC per Freistoß erneut in Front.

„Wir vergeben eigentlich jede Woche unsere Chancen. Diesmal hat es aber gut geklappt“, sagte Spielertrainer Deni Kalfic, der wegen mehrerer Bänderrisse in der Schulter nicht mitwirken konnte. „Umso schöner, wenn ich nicht spiele und wir trotzdem gewinnen.“ Auch der erneute Anschluss der Gastgeber nach dem 3:1 durch David Malbasic sorgte bei Kirchheim kaum für Unruhe: „Sie hatten zwar mehr Spielanteile, waren aber nicht wirklich gefährlich.“ Für die endgültige Entscheidung sorgte Joker Taner Mustafov, der mit einem Doppelpack den Deckel auf die Partie machte – die Enstehung? Beide Male identisch nach schnellem Umschalten, genau wie vom Trainerteam gefordert.

Mit dem Sieg klettert der FC Kirchheim auf Rang zwölf und verlässt damit die Gefahrenzone.