Fußball
SGM-Frauen vor Pokal-Hit gegen VfB: Hoffnung auf einen heißen Fight

Die Frauen der SGM Wendlingen/Ötlingen gelten im Pokal-Viertelfinale gegen den VfB Stuttgart II als Außenseiter. Dennoch soll der Verbandsligazweite in Verlegenheit gebracht werden.

Ob das Pokalspiel für die SGM-Frauen zum Fingerzeig wird?  Foto: Markus Brändli

Vorerst nur theoretische Gedankenspiele, aber absolut reizvolle: Noch drei Siege, dann stünde die SGM Wendlingen/Ötlingen in der ersten Runde des DFB-Pokals. Klingt verrückt, auch weil sich die kommende Aufgabe im WFV-Pokal-Viertelfinale, vorsichtig formuliert, als herausfordernd darstellt. Der Verbandsliga-Tabellenzweite VfB Stuttgart II rückt am Sonntag (Beginn 13 Uhr) zum Match im Wendlinger Speck an, noch in der vergangenen Runde Punktspiel-Kontrahent eine Etage tiefer.

„Toll, gegen solch ein Team anzutreten“, betrachtet SGM-Coach Carlo Liotti das Kommende in erster Linie als Lohn für die bisherige Cup-Performance seiner Spielerinnen. In zweiter Linie kündigt der ehemalige Oberliga-Fußballer mutigen Fußball an: „Wir werden gegen den VfB kein Catenaccio spielen.“ Diese auch als Schweizer Abwehrriegel bekannte Taktikvariante wurde einst vor rund 90 Jahren von dem aus Öster­reich stammenden Trainer Karl Rappan ausgetüftelt. Der Job gegen die Stuttgarterinnen dürfte nicht nur wegen des Spielklassenunterschieds extrem kompliziert werden. Nur sechs Gegentore hat der VfB II beispielweise in den ersten elf Begegnungen der Punktrunde in Summe kassiert.

SGM-Abteilungsleiter Martin Bestenlehner sieht den vermeintlichen Außenseiter auf einem guten Weg. Besonders das Vorbereitungsspiel gegen den Verbandsligisten SV Jungingen, gecoacht vom ehemaligen Spielgemeinschaft-Trainer Simon Heller, findet seinen Zuspruch. „Das war stark“, so das Urteil des Funktionärs über den 3:2-Triumph am Abend des 23. Februar. Die Testphase endete allerdings am Mittwochabend mit einer 0:1-Niederlage gegen den TSV Sondelfingen, aktuell in der Landesliga-Südstaffel auf Tabellenplatz sechs einsortiert. Bestenlehner bleibt hinsichtlich der Viertelfinal-Partie gegen den VfB II Realist: „Es bedarf schon eines guten Tages, um ins Halbfinale zu kommen. Es wird hoffentlich ein heißer Fight.“ Wenn es so käme, hätte der SGM-Chef nichts dagegen einzuwenden. Ein Duell gegen den VfB Stuttgart I (bereits fürs Halbfinale qualifiziert) wäre denkbar.

Carlo Liotti hatte den Kader Anfang Februar zur ersten Trainingseinheit gebeten. Drei bis vier Einheiten standen seitdem pro Woche auf dem Programm. Neuzugänge gibt es bei der SGM Wendlingen/Ötlingen keine. Mit Lea Micko und Nina Streicher kicken zwei Akteurinnen künftig studien- beziehungsweise beruflich bedingt für die zweite Mannschaft in der Bezirksliga. Fingerbruch auskuriert heißt es unterdessen bei Torhüterin Vanessa Propach. Der Verlauf der Vorbereitung stimmt Liotti froh. Schwere Verletzungen, von denen die Wendlingerinnen und Ötlingerinnen in den vergangenen Jahren immer wieder verfolgt wurden, blieben bislang aus. „Mit speziellen Kräftigungsübungen, die von unserem Athletikcoach Rolf Kurutz durchgeführt werden, betreiben wir diesbezüglich Prophylaxe“, betont Carlo Liotti. Ansonsten setzt der Coach auf den Gemeinschaftssinn. Alle trainierten fleißig, auch die zweite Mannschaft leiste Unterstützung. Ein Pokalcoup brächte weitere Schubkraft für den Restrundenauftakt am 16. März bei Normannia Gmünd.