Vertragsverhandlungen bei Fußballoberligist VfL Kirchheim gehen in die heiße Phase
Sieben stehen auf der Kippe

Kaum ist der Osterstress für Fußballoberligist VfL Kirchheim vorbei, geht‘s für Spieler und Verantwortliche in die heiße Phase der Vertragsverhandlungen. Unter den Wackelkandidaten, die den Verein theoretisch im Sommer verlassen könnten, ist auch Ferdi Er.

Kirchheim. Alles neu macht der Mai? Von wegen: Beim VfL eher der April: So führte die zweite Halbzeit der Kirchheimer Ostermontags-Partie gegen Durlach aus VfL-Sicht gleich zu zwei Torpremieren. Sowohl Linksverteidiger Mike Baradel als auch der eingewechselte Ryan Callahan erzielten ihre ersten Punktspieltreffer für das Kirchheimer Oberligateam. Ob Callahan auch in der neuen Saison das VfL-Trikot tragen wird, steht freilich noch in den Sternen. Der US-Amerikaner, dessen Vertrag im Gegensatz zu dem von Baradel (2012) im Sommer ausläuft, würde gerne bleiben. Doch ist unklar, ob sein Visum verlängert wird. Mit Callahan und mit den sechs anderen Akteuren, deren Verträge eine Laufzeit bis 2011 haben, beginnen dieser Tage die Vertragsverhandlungen.

Auf der Liste derer, die Kirchheim im Sommer theoretisch verlassen können, steht auch Ferdi Er. Der 30-jährige Defensivkünstler, mit dem VfL 2003 WFV-Pokalsieger, ist in den vergangenen Wochen aufs Abstellgleis geraten. Nach dem Einwechsel-Theater gegen Hollenbach vor zwei Wochen (wir berichteten), saß er in den letzten beiden Spielen auf der Bank, kam nur gegen Nöttingen zu einem Kurzeinsatz – ein Schelm, wer bei diesen Vorzeichen an Trennung denkt? „Dass er zuletzt nicht spielte, hat nichts mit dem Hollenbachspiel zu tun“, versichert Trainer Rainer Kraft, „bei ihm wissen wir einfach noch nicht, wie wir planen“, so Kraft, der jedoch betont, dass jeder Spieler auf den Prüfstand komme – ohne Rücksicht auf Vorgeschichte(n). „Ich bin relativ schmerzfrei, was Namen angeht“, betont der Trainer, der mit Er und allen anderen so schnell wie möglich eine Einigung erzielen will.

Dazu gehört auch einer, der bereits bis 2013 verlängert hatte, derweil aber wieder zum Wackelkandidaten avancierte: Christian Kuhn, Dauerrenner auf der linken Außenbahn, zieht es beruflich Richtung Backnang und befürchtet durch zeitliche Engpässe Defizite in der Trainingsbeteiligung. Die Verhandlungsführung seitens des Vereins übernimmt indes eine Troika: neben Cheftrainer Kraft sitzen noch Geschäftsführer Walter Rau und Sportkoordinator Kurt Dangel am Verhandlungstisch.

Gespräche laufen freilich auch mit Akteuren, die der Verein längerfristig an sich binden möchte. Uwe Beran, ausgestattet mit einem Vertrag bis 2012 wird derzeit von höherklassigen Vereinen umgarnt. Gerne würde der VfL ihm eine vorzeitige Verlängerung anbieten – zumal, so Sportkoordinator Kurt Dangel, „in der nächsten Saison ja der sechste Oberliga-Platz reicht, um dann 2012/13 in der vierten (Regional-)Liga zu spielen.“

Zeitgleich wird auch nach externen Verstärkungen gesucht. „Wir sind sowohl an erfahrenen höherklassigen Spielern dran, die nun studieren wollen oder einen Arbeitsplatz suchen, aber auch an jungen Akteuren mit Potenzial“, bestätigt Dangel. Keine Kontakte hingegen gebe es, so der Sportkoordinator, zu den Ex-Kirchheimern Roberto Forzano (SSV Reut­lingen) und Jannik Froschauer (SSV Ulm). Geplatzt sind auch die Hoffnungen, das Böblinger Sturmtalent Christian Mijic könnte nach Kirchheim kommen. Der 19-jährige Landesligakicker war von unzähligen höherklassigen Clubs hofiert worden, unter anderem auch dem VfL – vergebens. Der Deutsch-Kroate wechselt zur neuen Saison zu den Stuttgarter Kickers. „Schade“, meint Rainer Kraft, „aber wir sind an vielen anderen Spielern dran.“

Eine Personalie ist indes noch mit einem Fragezeichen versehen: Im Gegensatz zu Chefcoach Kraft (Vertrag bis 2012) ist Co-Trainer Oliver Otto noch nicht davon überzeugt, über die Sommerpause hinaus beim VfL zu bleiben. Kraft freilich möchte ihn halten: „Ich würde gerne mit ihm weitermachen.“wai/pet