Weilheim. Als sie den Ball zum 4:2 im gegnerischen Tor versenkt hatte, warf sie Kusshändchen gen Himmel: Nadine Enoch, beste Akteurin auf dem Platz, hätte just in diesem Augenblick die Welt umarmen können. Rund 40 Meter weiter sprang derweil ihr Trainer Roland Lang wie von einer Tarantel gestochen von seiner als Sitzgelegenheit dienenden Sprudelkiste auf, griff sich ein Begrenzungsfähnchen und setzte zu einem Spontantanz an. Der Jubel war verständlich, denn das 4:2 beseitigte in der Schlussphase die letzten Zweifel am Pokalsieg des TSV Weilheim.
Lange Zeit hatte das Match freilich auf Messers Schneide gestanden. Zwar boten die Weilheimerinnen das variablere und temporeichere Spiel, die TBN-Zweite war bei plötzlichen Gegenattacken allerdings immer mal wieder gefährlich. Das 1:0 für den Turnerbund fiel allerdings fast aus dem Nichts. Nach einem Freistoß köpfte Anke Kittelberger das 1:0. Das Signal für die vom heimischen Publikum unter den 500 Zuschauern teils lautstark nach vorne getriebenen Weilheimerinnen, noch einen Zahn zuzulegen. Sekunden vor dem Abpfiff der erste Hälfte der Lohn. Stürmerin Christina Demertzi markierte den Ausgleich, nur wenigen Augenblicke nach dem Wiederanpfiff legte die Dettingerin zum 2:1 nach. Wegbereiterin war jeweils die flinke und technisch versierte Nadine Enoch, die selbst noch vor der Pause zwei Hochkaräter auf dem Fuß gehabt hatte. Nach einem Foul an der Beurenerin Enoch sorgte die eingewechselte Franziska Richter für das 3:1.
Zwar gelang den Neckarhäuserinnen noch das 2:3 durch einen Fernschuss, doch das tat dem Siegeswillen des TSVW keinen Abbruch. So setzten schließlich beim Abpfiff Spielerinnen, Funktionäre und Fans zum kollektiven Freudentanz an. Besonders glücklich war Trainer Lang, der in seiner ersten Saison unter der Limburg gleich das Double holte. „Besonders dieser Pokalsieg ist eine Sensation, da wir vier höherklassige Gegner geschlagen haben“, sagte der Wendlinger strahlend, „ein großes Kompliment meinem Team, das mit Leidenschaft und Willen gespielt hat. Das Double ist ein kleines Weilheimer Wunder.“
