Basketball: TSVJ-Frauen bangen um Klassenerhalt
Sieg oder 
Schützenhilfe

Entscheidung am letzten Spieltag: Die Basketballerinnen des TSV Jesingen bleiben der Oberliga nur im Falle eines Sieges beim Tabellenzweiten Schwäbisch Hall erhalten. Da dies als eher unwahrscheinlich gilt, hoffen die Jesinger auf Schützenhilfe des TV Derendingen, der bei TSV-Kellerkonkurrent Stuttgart gastiert.

Kirchheim. Vieles spricht dafür, dass die Frage nach dem Verbleib der Jesinger Korbjägerinnen in der vierthöchsten deutschen Frauenspielklasse morgen in Stuttgart beantwortet wird – und nicht in Schwäbisch Hall, wo der TSVJ (Drittletzter/23 Punkte) nur bei einem Sieg aus eigener Kraft die Klasse halten kann. Bei einer Niederlage darf der ärgste Konkurrent im Tabellenkeller, MTV Stuttgart (Vorletzter/22), nicht gegen den TV Derendingen gewinnen – TSVJ oder MTV: einer dieser beiden wird den bereits als Absteiger feststehenden Heidenheimer SB in die Landesliga begleiten.

Jesingens Abteilungsleiter Frank Rödel schätzt die Lage vor dem Saisonfinale realistisch ein. „Ich glaube, dass wir auf Derendinger Schützenhilfe angewiesen sein werden, da unsere Chancen in Hall eher gering sind.“ Das hat Gründe: Jesingen konnte im Hohenlohischen noch nie gewinnen, dazu hat der Tabellenzweite mit Iuliana Miulescu (25 Punkte pro Spiel) die treffsicherste Schützin der Oberliga in seinen Reihen. Kampflos wollen die Teckstädterinnen der favorisierten TSG die Punkte allerdings nicht überlassen. „Wir fahren nicht dahin, um zu verlieren“, sagt Trainer Stefan Fortunat, „ich lass‘ mir taktisch was einfallen.“

Wie die Mannschaft seine Vorgaben umsetzt, wird der 26-jährige C-Lizenzinhaber jedoch nicht vor Ort beobachten können. Fortunat kämpft zeitgleich mit den VfL-Landesligamännern um Punkte im Kampf um den Aufstiegsrelegationsplatz. Co-Trainer Marcus Loew wird in Hall also nicht nur die TSV-Mädels auf dem Platz im Auge haben müssen, sondern auch sein Handy – Abteilungsboss Rödel plant nämlich, nach Stuttgart zum Match des MTV gegen Derendingen zu fahren und von dort telefonisch Kontakt zum Jesinger Tross zu halten. Die Hoffnungen auf Derendinger Schrittmacherdienste werden durch die „freundschaftlichen Beziehungen“ (Rödel) des TSVJ zum Tübinger Vorstadtclub genährt, schließlich coacht mit Corinna Stumpp eine ehemalige Jesingerin die zweite TVD-Mannschaft.

Die Rechnung ist klar: Sollten sowohl Jesingen als auch Derendingen verlieren, muss der TSVJ nach nur einer Spielzeit kommende Saison wieder in der Landesliga antreten. Ob die Mannschaft in dem Fall zusammenbleibt, ist nicht nur aufgrund der für Herbst zu erwartenden Studienanfängerinnen schwer zu sagen. Topscorerin Daniela Fischer (10 Punkte pro Spiel) würde in der Landesliga laut Frank Rödel die Basketballschuhe wohl an den Nagel hängen.

Immerhin hat der Coach unabhängig von der Spielklasse schon mal grünes Licht gegeben. „Ich habe vor, Trainer zu bleiben. Mir macht es richtig Spaß“, sagt Stefan Fortunat, der im heutigen Match auf alle Spielerinnen zurückgreifen kann. Ob gleiches auch für den Gegner gilt, bleibt abzuwarten. Vergangene Woche war Schwäbisch Hall ohne seine drei Besten rekordverdächtig unter die Räder gekommen – 6:149 hieß es am Ende des vermeintlichen Spitzenspiels gegen Tabellenführer Ludwigsburg. Ein gutes Omen für Jesingen?