Triathlon
Silke Hindennach holt in Nagold gleich zwei Medaillen

Die Ausdauersportlerin der Trias Wernau hat auf der Langdistanz den DM-Titel in ihrer Altersklasse gewonnen.

Silke Hindennach beim abschließenden Marathon durch Nagold. Foto: pr

Es war heiß, und es wurde noch heißer beim Nordschwarzwald-Triathlon, der am Wochenende im Kreis Calw über die Bühne ging. Wie im vergangenen Jahr schon war Silke Hindennach aus Kirchheim am Start. Die 56-Jährige absolvierte dort bereits ihre zweite Langdistanz in diesem Jahr. „Da es die deutsche Meisterschaft war, wollte ich es probieren.“ Die Vorzeichen waren allerdings nicht ideal, da Anfang August in Frankfurt noch die Mitteldistanz anstand und sie davor und danach krank war. „Das Training hat sich in den vergangenen zwei Wochen also sehr in Grenzen gehalten und ich habe einfach auf das Training der vergangenen Jahre gehofft“, so die Kirchheimerin.

Das Schwimmen fand in der Nagoldtalsperre mit einem kurzen Landgang statt. Während Silke Hindennach sich durchs Wasser kämpfte, stand Vereinskollegin Susanne Noss als Kampfrichterin draußen. Zu beanstanden hatte sie nichts, dafür einen Moment Zeit, auf den Auslöser der Kamera zu drücken. „Meine Schwimmzeit von 1.26,23 Stunden war meine schlechteste bis jetzt mit Neo, aber da ich immer noch nicht richtig fit war, hat mich das nicht erstaunt“, so die 56-Jährige, die sich anschließend hoch motiviert auf die profilierte Radstrecke freute. „Es geht dreimal anständig rauf und wieder runter. Schön waren die verschiedenen Stimmungsnester unterwegs, und dass Susanne als Sozi auf dem Motorrad immer wieder vorbeikam und gewunken hat.“

Beim letzten Wechsel zum Laufen musste die Kirchheimerin eine Strafminute absitzen. „Ich war an einer Stelle auf dem Auflieger, an der es verboten ist.“ Zeit zum Ärgern hatte die 56-Jährige nicht. Schnell ihr Glückskopftuch, das ihr Mann ihr vor vielen Jahren mal geschenkt hat, und die Sonnenbrille geschnappt, und los ging es.

Die Athleten mussten insgesamt fünf Runden in Nagold absolvieren. „Es war unglaublich heiß, und so bin ich von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation gelaufen mit Schwämmen im Trias-Anzug“, berichtet Silke Hindennach. Die wenigen Frauen – es waren insgesamt nur 21 am Start – riefen sich immer wieder aufmunternde Worte zu. „In meiner Altersklasse waren nur noch zwei weitere dabei. Die konnte ich zwar richtig einordnen, wusste aber überhaupt nicht, ob die vor oder hinter mir waren.“ Da die Kirchheimerin nur noch eine Niere hat und deshalb viel mehr trinken muss als andere, war pro Runde noch ein Dixi-Stopp angesagt. „In der letzten Runde hat mir dann ein Zuschauer zugerufen, dass ich auf dem Weg bin, Deutsche Meisterin zu werden. Ich wollte es gar nicht glauben. Für mich unfassbar, dass ich – trotz allem – schneller als meine Konkurrentinnen war.“ Und mit 13.09,26 Stunden war sie außerdem 26 Minuten schneller als letztes Jahr.