Knieschmerzen gefährden Einsatz morgen in Chemnitz
Sorge um Uskoski

Es war ein Vorgeschmack auf das, was kommt: viel Kampf, körperbetontes Spiel, hochklassige Gegner. Nach der Turnierwoche in Marokko dürfte die Knights am Samstag in Sachsen Ähnliches erwarten. Vor der Fahrt nach Chemnitz gilt die Hauptsorge Devin Uskoski. Wie schwer dessen Knieverletzung tatsächlich ist, soll heute eine Kernspin-Untersuchung zeigen.

Kirchheim. „Sie haben es sich verdient.“ Den Werbeslogan eines bekannten Touristikunternehmens hat sich Frenkie Ignjatovic wohl zu Herzen genommen. Der einwöchige Trip nach Marokko war auch ein Dankeschön an die Mannschaft für eine bisher überragende Saison. Eine Teambildungsmaßnahme in exotischer Umgebung. Zumindest in diesem Punkt war die Reise ein voller Erfolg. „Das Hotel, die Organisation – alles war top“, schwärmt der Trainer, der von einer „wunderschönen“ Woche spricht.

Top waren allerdings auch die Gegner, weshalb die sportliche Bilanz mit drei Niederlagen eher dürftig ausfällt. Wichtige Erkenntnisse hat Ignjatovic trotzdem gewonnen. Etwa die, dass die Verpflichtung von Brandon Griffin die richtige Entscheidung war. Er ist der Gewinner dieser Reise, war in allen drei Spielen bester Mann auf dem Platz. Dass es in den Spielen gegen die überraschend starken Teams aus dem Maghreb nicht gerade zimperlich zuging und auch die Schiedsrichter häufiger als gewohnt ein Auge zudrückten, sieht der Trainer als weiteren Pluspunkt. Damit wurde den Kirchheimern an Athletik und Härte mehr abverlangt, als ihnen lieb war. Was sich schon morgen bezahlt machen könnte, denn mit den Niners aus Chemnitz wartet ein bekannt kampf- und heimstarker Gegner auf die Knights. Die inzwischen auf Platz vier gekletterten Sachsen haben derzeit einen Lauf, den nach vier Siegen in Serie erst am vergangenen Samstag die Giants aus Düsseldorf stoppen konnten.

Eines dürfte sich die Mannschaft mit Sicherheit nicht: vom klaren Hinspiel-Ergebnis blenden lassen. Der 74:54-Erfolg im November in Kirchheim war ein deutlich härteres Stück Arbeit, als es das nackte Ergebnis ausdrückt. Bis zum Beginn des Schlussviertels war das Spiel völlig offen. Dies obwohl Smith, Brooks und Uskoski einen Glanztag erwischten und von der Chemnitzer Schaltzentrale um Johnson, Ishizaki, Lawson und Shaw fast nichts zu sehen war.

Sollten die Knights morgen Abend auf Devin Uskoski verzichten müssen, dürfte es ganz schwer werden, das weiß auch Ignjatovic. Der hofft am heutigen Nachmittag auf ein positives Urteil der Ärzte. Eine Kernspin-Untersuchung soll klären, ob es sich bei Uskoskis Kniebeschwerden, die er sich beim Aufwärmen in Ehingen zugezogen hat, nur um die anfangs diagnostizierte Prellung oder um einen Meniskusschaden handelt. Fakt bisher ist: Der Amerikaner konnte bis gestern nicht trainieren, geschweige denn spielen. In Marokko war er als Urlauber mit an Bord, das erste Training nach der Rückkehr hat er am Mittwochabend sofort wieder abgebrochen. Ist der Schaden gravierender als zunächst angenommen, könnte dies zum ernsten Problem mit Blick auf die am 5. April beginnenden Play-offs werden. Trotz der inzwischen vorhandenen Alternativen: Uskoski ist aus dem System nicht mehr wegzudenken. Das sieht auch der Trainer so: „Ohne Devin waren wir gegen die starken Gegner in Marokko nicht konkurrenzfähig.“

Glück im Unglück: Bis auf Uskoski haben alle die vergangene Woche heil überstanden. Zudem werden mit Sebastian Adeberg, Dominik Schneider und Besnik Bekteshi drei morgen wieder dabei sein, die nicht mit nach Marokko reisen konnten. Bei Adeberg war es der Klinik-Job, bei Schneider das Studium und Besnik Bekteshi ist in seinem letzten Jahr in der NBBL für die Ludwigsburger eine unverzichtbare Größe (siehe Zusatzinfo unten).