Weilheim. Nach elf Spielen ohne Niederlage und Platz fünf hat das Hübbe-Team nun alle Trümpfe in der Hand, den Fünf-Punkte-Rückstand auf die Tabellenspitze zu verringern. „Gegen Spitzenmannschaften habe ich die wenigsten Bedenken. Wir haben richtig viel Potenzial“, gibt sich Co-Trainer Danell Stumpe zuversichtlich. Vier Punkte Minimum aus diesen beiden Spielen sollten es schon sein, „wenn wir weiter Spaß haben und vorne dabeibleiben wollen.“
Mit Heiningen hat Weilheim aus der vergangenen Saison noch eine Rechnung offen. Das entscheidende Spiel um Relegationsplatz zwei ging 3:5 verloren. Wie im Frühjahr, begegnen sich die beiden Rivalen erneut auf Augenhöhe. Der zweitstärkste Angriff (Weilheim 41 Tore) misst sich mit dem drittstärksten (Heiningen 38). Die Gäste haben einen Punkt mehr auf dem Konto, die stabilste Abwehr der Liga – der TSV kassierte in 14 Spielen erst 14 Gegentreffer – spricht wiederum für die Platzherren.
Ein weiterer Vorteil für die Weilheimer: Sie haben eine eingespielte Mannschaft, die zuletzt fast immer in derselben Besetzung antreten konnte. Diesmal müssen sie allerdings Nick Strohmaier in der Innenverteidigung ersetzen, der beim 3:1 in Kirchheim wie Gegenspieler Daniel Cisternino nach einer Rangelei mit Rot vom Platz flog – eine Fehlentscheidung, meinten die beiden Spielleiter Norbert Krumm (VfL) und Günther Friess (TSV) unisono. Gemeinsam verfassten sie eine Stellungnahme an den WFV, um Strafmilderung für die beiden Spieler zu erreichen.
Der 1. FC Heiningen erlitt am vergangenen Sonntag mit 0:1 gegen Waldstetten seine zweite Heimniederlage nach dem 4:5 gegen Geislingen. Beim einzigen Erfolg versprechenden Angriff des Neulings patzte der Ex-Kirchheimer Schlussmann Norman Volber, während auf der Gegenseite die Routiniers Sawatzki, Petruso und Kraljevic reihenweise Großchancen liegen ließen. Trainer Tobias Flitsch warnt vor dem morgigen Duell: „Das Spiel wird eine große Herausforderung für uns. Weilheim hat ein Spitzenteam mit vielen gestandenen Routiniers. Wir sind durch eine beispiellose Verletzungsserie geschwächt.“ Am schlimmsten hat es Flügelflitzer Moritz Müller erwischt: Doppelter Kieferbruch nach Ellbogenschlag in Echterdingen.
Spitzenspiel in Weilheim, Kellerderby in Weilimdorf. Der Viertletzte, VfL Kirchheim, will sich am Sonntag mit einem Dreier beim Vorletzten mehr in Richtung Mittelfeld absetzen. Mit einem weiteren Sieg eine Woche später in Köngen wären die 18 Punkte, die Norbert Krumm bis zur Winterpause als Minimalziel ausgegeben hat, erreicht.
VfL-Trainer Erol Sarikoc hat den Gegner aus dem Stuttgarter Norden zweimal beobachtet und kommt zu der Überzeugung: „Es wird ein heißer Kampf, aber ein Sieg ist machbar.“ Doch Vorsicht, der Landesliga-Neuling, der in sechs Jahren von der Kreisliga B viermal aufgestiegen ist, empfängt die „Blauen“ nach einem 4:0-Sieg bei der TSG Schnaitheim mit ganz breiter Brust. Sein nächstes Ziel nach dem Aufstieg ist es, den SV Vaihingen abzufangen und die Nummer drei im Stuttgarter Fußball nach dem VfB und den Kickers zu werden.
Beim nach wie vor dünn besetzten VfL kündigen sich Verstärkungen für die Rückrunde an. „Vier neue Spieler haben wir so gut wie sicher. Es fehlt nur noch die Unterschrift“, sagt Sarikoc. Mit einem fünften werde noch verhandelt. In den nächsten Tagen wird sich auch der Trainer mit der Abteilungsleitung zusammensetzen, um über seine eigene Zukunft zu sprechen. Sein Vertrag läuft nur bis Weihnachten.