Rudern, Ringen, Rollstuhl-Tischtennis – nur drei Disziplinen, die Andreas Stoch bereits absolviert hat. Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD geht unter dem Motto „Sport mit Stoch“ regelmäßig auf Tour durchs Ländle und hat nun in Kirchheim Station gemacht. In der Sporthalle Stadtmitte absolvierte der 55-Jährige eine Trainingseinheit mit den Zweitligabasketballern der Knights.
Die Jungs merken es wahrscheinlich noch gar nicht, aber mir spannen schon die Oberschenkel.
Andreas Stoch
Dribbeln statt Debattieren, Passspiel statt Plenarsaal, Korbleger statt Kommissionen: Stoch machte neben den Rittern eine gute Figur, was freilich auch an seiner Passion für den US-Sport liegt. „Wann immer ich einen Basketball in die Hand nehme, bin ich elektrisiert“, gestand er, der in seiner Jugend selbst aktiv auf dem Court stand und immer noch regelmäßig mit einer aus Landtagskollegen bestehenden Mannschaft trainiert. „Man sieht auf Anhieb, dass er mal selbst gespielt hat“, lobte Knights-Sportchef Chris Schmidt den ehemaligen Landesminister für Kultus und Sport, der nicht der einzige Polit-Promi in der Halle war: So ließen es sich Kirchheims SPD-Urgestein Andreas Kenner, OB Pascal Bader und dessen Vorgängerin Angelika Matt-Heidecker nicht nehmen, abseits des Trainingsbetriebs ebenfalls ein paar Körbe zu werfen. „Ich verfolge die Knights regelmäßig, entweder vor Ort, im Live-Ticker oder durch die Zeitung“, verriet Matt-Heidecker, die sich im Hinblick auf die Sportstättendiskussion in Kirchheim einen Seitenhieb auf ihren Nachfolger nicht verkneifen konnte. „Ich bin froh“, schmunzelte das ehemalige Stadtoberhaupt, „dass ich nicht mehr erklären muss, warum ich was und wie entscheide.“

Andreas Stoch hielt sich angesichts der Landtagswahl im kommenden Jahr hingegen erfreulich zurück, was politische Botschaften angeht. Dafür hatte er auch zu viel Vergnügen, mit den Rittern durch die Halle zu flitzen und Bälle durch die Reuse zu jagen. „Es war sehr anstrengend, hat aber riesig Spaß gemacht“, stellte er nach knapp einer Stunde lachend fest. „Die Jungs merken es wahrscheinlich noch gar nicht, aber mir spannen schon die Oberschenkel.“
Immerhin: Die Zeit zum Regenerieren war länger als ursprünglich gedacht – ein für den nächsten Tag im Kalender eingetragener Trainingstermin bei den Handballern des TSV Neuhausen war kurzfristig verschoben worden, was die grundsätzliche Freude an Bewegung bei Tausendsassa Stoch freilich nicht schmälerte. „Ich finde es einfach toll, was in den Sporthallen im Land geleistet wird“, stellt er fest, „Sport ist etwas, das unser Land und unsere Gesellschaft reicher und stark macht.“ Und bevor es in die Umkleide ging, ließ er seinen Trainingskameraden von den Knights zum Abschied noch einen Mutmacher für die letzten drei Spiele da: „Ich wünsche euch, dass ihr in die Play-offs kommt.“

