Basketball: Knights-Neuzugang gegen Chemnitz bereits auf der Bank
Spiel eins nach Stommes

Zwei Meter groß, 92 Kilo schwer, 16,1 Punkte pro Spiel, 50 Prozent Trefferquote von jenseits der Drei-Punkte-Linie in der vergangenen Saison. Knights-Neuzugang Justin Stommes weckt bei Kirchheims Basketballern vor dem Sonntagsspiel daheim gegen Chemnitz Hoffnungen auf die Rückkehr zum Erfolg.

Kirchheim. Der 24-jährige Amerikaner landete am Mittwoch mit einiger Verspätung in Stuttgart. Wegen des Schneechaos hatte er in London seinen Anschlussflug verpasst und traf deshalb statt wie geplant am Vormittag erst am Abend in Kirchheim ein. Dort führte ihn der erste Weg direkt in die Sporthalle Stadtmitte, wo die Mannschaft um 20 Uhr mit dem Training begonnen hatte. Mehr als ein erstes Kennenlernen war an diesem Tag freilich nicht drin. Die erste Trainingseinheit mit Stommes fand gestern Abend statt.

„Ich freue mich sehr über diese Verpflichtung. Ein Spieler seiner Klasse ist schon etwas Besonderes“, sagt Coach Frenkie Ignjatovic, der nach eigenen Worten jedoch keine schnellen Wunder erwartet. „Wir geben ihm die Zeit, die er braucht, um in unser System zu finden, auch wenn wir unter Zeitdruck stehen.“ Erleichtert ist auch der sportliche Leiter Karl Lenger: „Wir sind froh, dass es uns gelungen ist, Justin zu verpflichten. Nach seiner so erfolgreichen letzten Saison und dem Wechsel in die BBL war damit nicht zu rechnen.“

Nur drei Trainingseinheiten stehen Ignjatovic zur Verfügung, um den Forward vor dem Spiel am Sonntag gegen den Tabellensechsten aus Chemnitz zu integrieren. Stommes erweist sich als höflicher Gast: Der erste Eindruck von Kirchheim sei toll, die Leute hier ausgesprochen nett. Auch der Wintereinbruch in den vergangenen Tagen beeindruckt ihn wenig. „Schnee bin ich aus der Heimat gewohnt“, meint der Mann aus Minneapolis.

Nicht nur Punkte erhofft man sich von Stommes, der zuletzt für Bremerhaven in der BBL aktiv war. Er soll Gefahr von außen bringen und damit Räume für Tomasevic, Brooks und Co. schaffen, denen in den vergangenen Wochen das Wurfglück gefehlt hat. In welche Besetzung die Knights am Sonntag werden auflaufen können, ist bis jetzt allerdings noch völlig unklar. Bei Stommes lagen gestern Nachmittag die nötigen Unterlagen zur Freigabe noch nicht vor. Ob Cedric Brooks am Sonntag dabei sein wird, steht ebenfalls in den Sternen. Im Dienstagstraining verletzte er sich bei einem Zusammenprall am Kopf und musste genäht werden. Wie es scheint, hat er dabei eine Gehirnerschütterung erlitten.

Der Rest des Kaders ist dagegen fit und auch entsprechend motiviert. Besonders das Centertrio Marcus Smallwood, Dominik Schneider und Jonathan Maier hat nach den guten Leistungen der vergangenen Wochen an Stabilität gewonnen. Eine geschlossene Mannschaftsleistung wird am Sonntag über Sieg oder Niederlage entscheiden, denn Chemnitz verfügt über einen tiefen Kader ohne nennenswerte Schwachpunkte. Der Japaner Takumi Ishizaki hält beim Team von Trainer Felix Schreier die Zügel in der Hand und leitet das Spiel. Mit 13,4 Punkten führt der Guard auch die Scorerliste der Chemnitzer an. Unterstützung erhält er in erster Linie von John Bynum. Der bundesligaerfahrene Guard wird sich in erster Linie um Alexander, Brooks oder Tomasevic kümmern.

Chemnitz ist neben Aufsteiger Vechta das Überraschungsteam der Liga. Trotz schwacher Offensive (nur 69,5 Punkte pro Spiel) steht die Mannschaft auf dem sechsten Tabellenplatz. Grund dafür: die knallharte Verteidigung. Unter der Teck hofft man auf einen ähnlichen Verlauf wie in der Vorrunde, als die Kirchheimer eines ihrer besten Saisonspiele ablieferten. Mit 85:69 gelang ein beeindruckender Auswärtssieg. Auch in der Rückrunde hätte ein Sieg gegen die Niners große Bedeutung. „Chemnitz ist eine sehr gute Mannschaft, gegen die wir in der Vergangenheit schon öfter mal schlecht aussahen. Sie gehen sicherlich als Favorit in diese Partie“, meint Ignjatovic. „Cedric Brooks hatte gegen Chemnitz sein bisher bestes Saisonspiel. Vielleicht kann er gegen diese Mannschaft eine ähnliche Leistung zeigen, sollte er rechtzeitig gesund werden“, hofft der Trainer.