Nöttingen. Mit gesenkten Köpfen verließen die Kirchheimer Spieler das Panorama-Stadion in Nöttingen. Nichts war’s mit einer Überraschung gegen die wohl spielerisch stärkste Mannschaft der Oberliga. Der mit Abstand beste Kirchheimer Benjamin Huber hatte jede Menge Bälle zu halten. Vor allem in der ersten Halbzeit konnten sich die Kirchheimer bei ihrem Torhüter bedanken, nicht schon aussichtslos in Rückstand geraten zu sein.
Nur in den ersten zehn Minuten war der VfL ein gleichwertiger Gegner. Von der elften bis zur 22. Spielminute brannten die Gastgeber ein wahres Feuerwerk ab und spielten eine Chance nach der anderen heraus. Die neu formierte Kirchheimer Hintermannschaft war da wahrlich nicht zu beneiden: Kurzfristig war Abwehrchef Sascha Welm wegen einer Grippe ausgefallen. Nicht nur deshalb war die Kirchheimer Abwehr ein ums andere Mal überfordert, und wenn Torwart Huber nicht glänzend pariert hätte, wäre der VfL schon frühzeitig unter die Räder gekommen.
Fünf Großchancen innerhalb von nur elf Spielminuten belegten die Überlegenheit der Nordbadener. Zunächst scheiterte Leutrim Neziraj an Huber (11.), dann verfehlte Metin Telle gleich zweimal das Gehäuse (13., 15.) knapp. Danach stellte Huber erneut seine Klasse unter Beweis und wehrte zwei Schüsse von Riccardo Di Piazza (18.) und Reinhard Schenker (22.) mit Glanzparaden ab. Die Teckstädter hatten große Schwierigkeiten, selbst einmal einen gefährlichen Angriff zu fahren, und der einzige Torschuss im ersten Durchgang resultierte aus einer Vorarbeit von Andre Kriks auf Benjamin Barth, aber dessen Schuss ging drei Meter am Tor vorbei (28.).
Ansonsten spielten nur die Gastgeber, allen voran der überragende Timo Brenner, der auf der Pressekonferenz ein Sonderlob von Trainer Michael Wittwer erhielt. Obwohl die Nöttinger Angreifer trotz zahlreicher Einschussmöglichkeiten noch nicht das Tor trafen, spielten sie im Stile eines Tabellenführers: clever. „Wir wussten, dass uns irgendwann das Tor gelingen wird“, behauptete Nöttingens Riccardo Di Piazza später.
Nach dem Seitenwechsel wurde der Verlauf der Partie dann fast auf den Kopf gestellt: Andre Kriks war seinem Gegenspieler entwischt, umkurvte noch Torwart Daniel Jilg und schoss – doch sein Schuss aus spitzem Winkel ging am Tor vorbei (46.). Der Tabellenführer zeigte sich wenig beeindruckt von der ersten Kirchheimer Großchance und demonstrierte weiterhin Überlegenheit. Nach 58 Spielminuten war der Bann gebrochen. Nach einer Vorlage von Timo Brenner erzielte Leutrim Neziraj das erlösende 1:0 (58.). Nur neun Minuten später sorgte Metin Telle mit dem 2:0 für die Vorentscheidung (67.). Danach gaben die VfL-Fußballer noch nicht auf und hätten in der Schlussphase fast den Anschlusstreffer markiert. Zunächst scheiterte Ferdi Er aus zehn Metern an einem Nöttinger Abwehrbein (87.), zwei Minuten später köpfte Michael Kümmerle das Leder an die Unterkante der Querlatte. Trotz der Nullnummer an eigenen Treffern konnte der VfL am Donnerstagabend zufrieden sein: Mit der 0:2-Niederlage war er bestens bedient.
