Sportschießen
Sporthalle wird zum Schießstand

Der TSV Ötlingen ist am Samstag Gastgeber des Bundesliga-Wettkampftages. Sportlich rechnet sich der Tabellenletzte zuhause allerdings nicht allzu viel aus.  

Marijana Matea Strbac hatte in dieser Saison schon großes Pech. Im Stechen unterlag sie nach Ringen gerade mal mit 0,1

Für die Luftpistolen-Mannschaft des TSV Ötlingen steht am Samstag, 15. November, der Heimkampf ihrer Bundesliga-Saison an. Da die Trainingsstätte im Rübholz dafür viel zu klein ist, empfängt die Schützenabteilung ihre Gäste in der Kirchheimer Sporthalle Stadtmitte. Dabei verspricht der Liga-Modus ein spannendes Event – nicht nur für Kenner der Schießsport-Szene. Durch die Live-Übertragung samt stetiger Prognose ist der Wettkampf-Verlauf jederzeit gut nachvollziehbar.

Allerdings könnte die Ausgangssituation für den Gastgeber schlechter kaum sein: Tabellenletzter, als einziges Team bislang noch ohne Sieg. Trotzdem kann man der Mannschaft kaum einen Vorwurf machen, denn „jeder bringt das, was er kann“, wie es Abteilungsleiter Roland Preissler auf den Punkt bringt. Dass es bislang noch nicht zu einem Sieg gereicht hat, dafür gibt es manche Gründe. Erinnert sei nur an die Proteste in Italien, die den fest eingeplanten Einsatz von Margherita Veccaro beim Ligastart unmöglich machten – höhere Gewalt. Oder die Winzigkeit von 0,1 Ring, die Matea Štrbac im Stechen unterlag – fehlendes Glück. Oder die Abwesenheit des türkischen Top-Schützen Yosuf Dikeç.

Einzelleistungen machen Mut

Andererseits gab es grandiose Einzelleistungen wie die von Amelie Vogler am vergangenen Wettkampfwochenende mit ihrer persönlichen Bestleistung von 371 Ringen. Es sind diese individuellen Leistungen, die trotz der scheinbar aussichtslosen Tabellensituation Mut machen für den Rest der Saison. „Zwei Mannschaftssiege sind durchaus noch möglich“, so die Einschätzung von Trainer Markus Geipel. Doch die Erwartungen für den Heimkampf sind auch bei ihm nicht allzu hoch. Schließlich müssen seine Schützlinge ausgerechnet zu Hause gegen ein absolutes Spitzenteam antreten, den Vorjahrssieger Weil am Rhein. Auf Veccaro und Dikeç kann die Mannschaft allerdings auch an diesem Wettkampftag zuhause nicht zählen. Beide Leistungsträger starten für ihre Nationalmannschaft bei der zeitgleich stattfindenden WM in Kairo.

Bis zu den ersten Schüssen gibt es für die Vereinsmitglieder des TSV Ötlingen rund um Roland Preissler noch einiges zu tun. Schließlich muss extra für diesen einen Tag in der Sporthalle Mitte eine regelkonforme Wettkampfstätte aufgebaut werden. Das heißt: Teppiche werden verlegt, Tische aufgestellt, elektronische Schießstände samt Beleuchtung installiert, alles verkabelt, der Kommandostand eingerichtet, zahlreiche Hinweisschilder aufgehängt und natürlich die Bewirtung für Sportler und Fans sichergestellt.

Hallenöffnung ist um 10 Uhr, um 11 Uhr startet das Schießsport-Event mit einem Pokalfinale der Kreisjugend – eine große Bühne für den Nachwuchs. Dem schließt sich das Training der sechs Bundesliga-Mannschaften an.

Gastgeber ist um 18 Uhr dran

Dann geht es Schlag auf Schlag: Um 15 Uhr ist Wettkampfbeginn für die erste Bundesliga-Paarung, bevor es um 16.30 Uhr für die nächsten beiden Teams ernst wird. Den sportlichen Abschluss des Tages bildet schließlich der Wettkampf der Heimmannschaft, der um 18 Uhr startet.

Mit diesem Höhepunkt endet ein langer Wettkampftag für die Ötlinger Sportler und Fans. Die Helfer dagegen sind noch einmal gefordert: Was am Abend zuvor aufgebaut worden ist, muss nun wieder abgebaut und aufgeräumt werden. Der Heimkampf ist also eine gehörige Herausforderung, sportlich wie organisatorisch.