Bikepark-Nutzer sollen an einen Tisch
Stadt will 
schlichten

Die Stadt ist bemüht, die Wogen im Streit um die künftige Nutzung des geplanten Bikeparks beim Schlossgymnasium zu glätten. Ein Gesprächs­termin mit beiden Gruppen, die unterschiedliche Interessen ­verfolgen, soll helfen.

Kirchheim. Die Fronten im Streit um die Pläne für den Kirchheimer Bikepark in der Jesinger Halde sind verhärtet. Die Dirtbike-Gruppe, die federführend an den Bauplänen mitgewirkt hat und der Verein Radsport Kirchheim (RSK) als künftiger Betreiber des Geländes sind zerstritten. Dabei hätten beide Seiten unter dem Dach des Vereins gemeinsame Sache machen sollen. Nachdem der RSK eine Planänderung auf den Tisch gelegt hat, die die Bereiche beider Interessengruppen neu ordnet, fühlen sich die Dirtbiker hintergangen und in ihren Möglichkeiten zu sehr eingeschnürt. Der Großteil des Geländes ist für eine wettkampftaugliche BMX- und Four-Cross-Strecke vorgesehen, an der vor allem der Verein ein Interesse hat.

Langweilig, uninteressant, viel zu klein und allzu beliebig, so die freundlichsten Reaktionen der Dirtbiker auf die geänderten Pläne des Vereins. Der wiederum sieht darin einen Beitrag, dass das Gelände künftig weniger Pflege braucht. „So macht das keinen Sinn mehr“, sagt Dirtbiker-Sprecher Kalle Block, der als Initiator des Gesamtprojekts gilt. Block und seine Mitstreiter haben sich vom Vorhaben verabschiedet und machen den Verein Radsport Kirchheim (RSK) und seinen Vorsitzenden Albert Bosler für das zerrüttete Verhältnis verantwortlich.

Ein Zwist, der nicht im Verborgenen blieb. Was ist da los? Mitglieder des Kirchheimer Gemeinderates verlangten vergangene Woche von der Verwaltung Antworten. Bürgermeister Günter Riemer will sich nun als Schlichter in die Sache einbringen und beide Seiten zu einem klärenden Gespräch an einen Tisch holen. „Die Jugendlichen müssen in das Projekt mit eingebunden werden“, lässt Riemer keinen Zweifel, woran Stadt und Gemeinderat gelegen ist. „Wenn es triftige Gründe für eine Planänderung gibt, dann muss das gemeinsam besprochen werden.“ Einen genauen Termin kann Riemer noch nicht nennen. „Möglichst schnell“, sagt er. „Die Einladungen gehen noch diese Woche raus.“

Auf dem Gelände hinterm Schlossgymnasium, wo noch im November in trauter Eintracht der erste Spatenstich stattfand, verharrt der Baubetrieb derweil im Stand-by-Modus bis Bewegung in die Sache kommt. Albert Bosler hat bereits Verhandlungsbereitschaft signalisiert. „Die Planung hat sich aus meiner Sicht nicht gravierend verändert“, versteht der Vorsitzende des RSK die ganze Aufregung nicht. Er sagt: „Wir gehen offen mit dem Thema um und werden positiv in die Gespräche gehen.“ Bosler sagt aber auch: „Wir sind kein reiner Freizeitverein. Ich habe Lizenzsportler, die Trainingsmöglichkeiten brauchen.“

Auf der Gegenseite scheint man indes das Vertrauen in den Partner verloren zu haben. Kalle Block spricht von Enttäuschung auf breiter Front. „Ich werde mir die Argumente anhören,“ sagt der 21-Jährige, „aber mich nicht weiter in das Projekt einbringen.“