Ihren Ruf als unruhiges Gewässer bestätigt die Fußball-Kreisliga A heuer immer wieder gerne. Die sprichwörtlich fünfgliedrige Teck-Armada segelte dabei am Wochenende unabhängig voneinander hart am Wind. Doch lediglich das italienisch-deutsche Flaggschiff des AC Catania und die unter neuem Kommando stehende Fregatte von der Berghalbinsel vermochten die Schlachtgunst gestern wirkungsvoll für sich zu entscheiden.
Taktikumstellung hilft
Rüdiger Lechler war ein breites Grinsen nach Spielschluss sogar am Telefon anzuhören. Der Fußballabteilungsleiter und – gemeinsam mit Dennis Oswald – Interimscoach der SGEH freute sich diebisch über den ersten Punktspielsieg in diesem Jahr. „Wir haben in Großbettlingen in einer körperbetonten Partie einen verdienten Sieg errungen.“ Tatsächlich war eine taktische Umstellung des Trainergespanns der Grundstein für den Erfolg: „Wir konnten dadurch mehr Druck ausüben und Tore erzielen“, verrät Lechler augenzwinkernd. Tatsächlich waren die Älbler nach sechs Minuten durch Dzenan Murtic in Führung gegangen. Mit einem Doppelschlag durch Jannik Schmid gelang den Einheimischen der vorübergehende Ausgleich (38., 58.). Nach dem Seitenwechsel scheiterte der Großbettlinger Versuch, das Spiel zu gestalten. Lediglich durch gelegentliche Standards blieb der TSuGV gefährlich. Die Spielgemeinschaft legte hingegen ein paar Schippen drauf und markierte durch Treffer von Tim Kammerer (72.) und Hakan Demir (84.) zwei weitere Treffer zum 2:3-Endstand.
Verkehrte Welt
Frag’ doch ‘mal die Maus: Wie eine verkehrte Welt im Fußball funktioniert, kann spätestens seit gestern der TSV Weilheim erklären. Obwohl die Limburg-Kicker über weite Strecken das Spiel machten, markierte der TSV Neckartailfingen – teilweise wohl mit freundlicher Unterstützung des Unparteiischen – die Treffer. Ein reguläres Tor von Davide Di Marzo kurz vor Schluss sowie zwei, aus Weilheimer Sicht fragwürdige, Foulelfmeter kurz nach Spielbeginn durch Robin Plachy sowie in der Nachspielzeit durch Di Marzo brachten den Ex-Landesligisten auf die Verliererstraße. „Unsere Leistung war deutlich besser als die der Neckartailfinger“, wusste TSVW-Coach Salvatore De Rosa nach Spielschluss. Allerdings versäumten es seine Schützlinge auch, die sich bietenden Chancen zu nutzen. Nicht weniger als fünfmal musste der Pfosten für die Gäste retten. Eine Bestätigung der verkehrten Fußballwelt gab es sogar vom Gegner: „Wir haben viel Glück gehabt. Ein Remis wäre deutlich gerechter gewesen“, unterstrich Neckartailfingens Spielleiter Alberto Guillen.
Glücklose Dettinger
Tiefes Geläuf und ein Gegner, der mit Mann und Maus verteidigte, hatte Roland „Schu“ Schumacher gestern als Grund für die unerwartete Niederlage der SF Dettingen ausgemacht. Nach guten Trainings- und Testspielergebnissen auf Kunstrasen wurde die Techniker-Truppe vom Schlossberg bei der SGM Höllbach unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Den Sportfreunden gelang, obwohl optisch überlegen, kaum einmal eine sehenswerte Chancenkreation. Zudem waren noch einige kurzfristige Ausfälle im rot-schwarzen Trikot zu beklagen – darunter auch Goalgetter Tim Lämmle, der sich mit Fieber abgemeldet hatte. Kosta Kalaitzis (65.) und Marco Fink (89.) hätten das Spiel noch drehen können, scheiterten aber an SGM-Keeper Simon Borbeck. „Ich glaube, wir hätten heute noch zwei weitere Stunden spielen können, ohne ein Tor zu erzielen“, war der lakonische Schlusskommentar von Coach Schumacher.
Kölles Lob für den Gegner
Patrick Kölle hatte einen der Gründe für die gestrige Niederlage des TV Neidlingen gegen den VfB Neuffen schnell ausgemacht. Für den Spielertrainer war es die Quittung einer mangelhaften Trainingsbeteiligung von nur rund 60 Prozent. Dem VfB zollte der einstige Landesligaspieler dafür Respekt: „Die haben richtig gut gespielt. Die Neuffener Treffer steuerten Oktay Sahin (5.), Tim Sternemann (10.), Sascha Gökeler (80.) und Tobias Kaufmann (90.) bei. „Die nächsten zwei Wochen“, ist sich TVN-Coach Kölle sicher, „werden quälend für die Mannschaft werden. Wir haben einiges im Training nachzuholen.“
Wie ein Schweizer Uhrwerk
Forza Catania! Die Rossoblu hatten den gestrigen bemitleidenswerten Gegner aus Harthausen geradezu überrannt, ließen dem Ex-Bezirksligisten durch Treffer von Michele Latte (7., 45.+1), Carmelo Trumino (14., 18.), Daniele Attorre (60.), Michele Canova (90.+1) und Cosimo Attorre (90.+1) nicht den Hauch einer Chance. „Wir haben heute funktioniert wie ein Schweizer Uhrwerk“, freute sich ACC-Spielertrainer Cosimo Attorre nach der Partie und wollte keinen Mannschaftsteil bevorzugen: „Alle, auch die Einwechselspieler, waren hellwach und haben ihre Aufgabe perfekt erfüllt.“

