Fußball
Teck-Teams auf der Suche nach sich selbst

Höhenflug, Wundertüte, Härtefall – die Kreisliga A2 zeigt sich derzeit in ihrer ganzen Bandbreite. Kaum ein Wochenende vergeht ohne Überraschung. 

Neuffens Torhüter Nico Schmid hatte im Spitzenspiel gegen die SGEH nur selten etwas zu tun und musste beim 7:0 seiner Mannschaft kein einziges Mal hinter sich greifen. Foto: Markus Brändli

Für ein echtes Ausrufezeichen in der Fußball-Kreisliga A hat am vergangenen Sonntag der VfB Neuffen gesorgt. Mit einem spektakulären 7:0-Kantersieg beim bisherigen Tabellenführer SG Erkenbrechtsweiler-Hochwang schoben sich die Spadelsberg-Kicker vorübergehend bis Donnerstag an die Spitze der Liga. Nach bereits zwei Jahren mit vielversprechender Entwicklung scheint der VfB im dritten Jahr unter den Ex-Kirchheimern Felix Hummel und Tim Sternemann nun endgültig zum großen Wurf auszuholen. Sechs Siege aus den jüngsten sieben Partien katapultierten den VfB nach wechselhaftem Saisonstart in die Riege der Titelfavoriten.

Trotzdem bleibt Spielertrainer Hummel auf dem Boden: „Die herausragende Leistung gegen die SGEH war natürlich so nicht zu erwarten. Wir sind auch so bodenständig, dass wir wissen, dass so etwas nicht jede Woche passieren wird.“ Ein Grund für den aktuellen Höhenflug sei die außergewöhnlich hohe Trainingsbeteiligung: „Alle ziehen voll mit und saugen die Inhalte regelrecht auf.“ Ein wichtiger Faktor sei zudem Routinier Stephan Rothweiler, der im Sommer beim VfB sein Comeback gab und direkt auch Teil des Trainergespanns wurde.

Besonders hervor heben Hummel und Sternemann auch das Umfeld auf dem Spadelsberg: „Die Kameradschaft ist hervorragend, es fühlt sich an wie eine große Familie. Wir haben keinerlei Themen, die zwischen Spielern oder übergeordneten Ebenen stehen – hier ziehen alle an einem Strang.“ Selbst das aktuelle Verletzungspech mit drei langfristigen Ausfällen habe die Mannschaft nicht aus der Bahn geworfen. „Viele Spieler haben sich über die Zeit mehrere Positionen angeeignet. Dadurch können wir vieles sehr gut kompensieren.“

Überraschungspaket TVN

Wenn man hingegen dieser Tage beim TV Neidlingen vorbeischaut, weiß man nie so genau, was einen erwartet. Die Kirschblütentäler sind in dieser Saison bisher eine waschechte Wundertüte: starken Heimauftritten gegen die Topteams TSV Grafenberg (2:2) und SGEH (5:3) stehen immer wieder kleine Dämpfer gegenüber. Die Konstanz fehlt noch, und so rangiert der TVN aktuell nur knapp über dem Strich. Trainer Christopher Andrä nimmt das nüchtern zur Kenntnis: „Es ist ja kein Geheimnis, dass wir zu Hause deutlich mehr Punkte holen als auswärts. Manchmal tun wir uns gegen offensivere Gegner sogar leichter als gegen Teams, die uns den Ball überlassen.“ Vor allem fordert der Cheftrainer etwas mehr mentale Stabilität von seiner Elf. „Manchmal fehlt uns im Kopf noch Abgeklärtheit, um ungeplante Situationen einfach abzuschütteln.“

Am Sonntag geht es für die Neidlinger gegen den Dritten aus Harthausen. „Die Gäste sind natürlich der Favorit. Aber zu Hause können wir grundsätzlich jeden schlagen“, gibt Andrä die Marschroute vor.

Personalnot beim FCK

Ähnliche Situation auch beim Aufsteiger FC Kirchheim: Die junge Mannschaft hat ihre Kreisliga-A-Tauglichkeit immer wieder aufblitzen lassen, erst zuletzt beim eindrucksvollen 4:0 über die SF Dettingen. Doch Tabellenplatz 13 bedeutet aktuell den Abstiegsrelegationsrang. Und die Personalsituation ist dramatisch. Co-Spielertrainer und Vereinsgründer Deni Kalfic spart nicht mit klaren Worten: „Es ist, wie es ist, wir müssen die Situation so annehmen. Es kommt gerade leider sehr viel Pech zusammen“, bilanziert der 34-Jährige. „In den Spielen sieht man regelmäßig, dass wir gut mithalten können. Wir gehen in Führung, wir drehen Spiele. Aber hinten raus fehlen uns oft die Körner, weil wir zu wenig Kadertiefe haben, um das aufzufangen.“

Das jüngste Duell gegen Dettingen beschreibt Kalfic dahingehend sogar als Tiefpunkt. So sehr, dass die Kirchheimer Spieler reaktivieren mussten, die monatelang nicht trainiert hatten. „Aber trotzdem haben wir stark gespielt und den Dettingern keine Chance gelassen.“ Für Sonntag beim AC Catania sieht er sein Team klar als Außenseiter: „Catania ist natürlich der Favorit. Wir werden wieder mit Not am Mann antreten müssen und hoffen auf das Beste. Kämpfen werden wir auf jeden Fall.“

Die Catanesi ihrerseits gehen mit einer frischen 3:6-Pleite im Gepäck vom Nachholspiel am Donnerstag gegen den TV Bempflingen in die Partie. Trotz doppelter Führung der Hausherren war es am Ende Patrick Kegel, der die Bempflinger in der zweiten Halbzeit per Hattrick innerhalb von 13 Minuten auf die Siegerstraße brachte.

In den restlichen Partien empfangen die SF Dettingen den TSV Neckartailfingen, während die SGEH beim Schlusslicht TSV Linsenhofen und die SGM Owen-Unterlenningen auswärts bei der SGM Höllbach ran müssen.