Zum Spielen auf die Lenzerheide: Das selbst ernannte „Bike Kingdom“ in Graubünden erwartet am Wochenende bei der insgesamt vierten Station des Mountainbike-Weltcups – und das Ergebnis auf 1500 Meter über dem Meer ist offen wie nie. Auch die Profis aus der Teckregion haben dort schon große Erfolge, aber auch Niederlagen erlebt: So begründete der Sieg im Shorttrack von Luca Schwarzbauer (Ochsenwang) im Juni 2023 die Karriere als Shorttrack-Spezialist und öffnete ihm die Tür zu seinem heutigen Team Canyon XC Racing. Im selben Rennen fuhr auch Max Brandl (Weilheim, heute als Privatier am Start) auf Rang acht und damit erstmals unter die Top Ten im Weltcup.
Kira Böhm (Cube Factory) hingegen konnte bislang auf dem Kurs unterhalb des Rothorns noch gar nicht richtig punkten – und zählt den bei allen Mountainbikern beliebten Kurs dennoch zu ihren Lieblingen: „Ich mag ihn sehr, auch weil die Atmosphäre hier immer top ist und echt viele Zuschauer die Strecke säumen.“ Mehr als 33000 sollen es im vergangenen Jahr am ganzen Wochenende gewesen sein, zusammen mit den Downhill-Rennen (auch dieses Jahr am Samstag) und der Verabschiedung der Schweizer Mountainbike-Legende Nino Schurter.
Ruppige Abfahrten warten
Die rund vier Kilometer lange Strecke in der dünnen Luft Graubündens zeigt dabei ein komplett anderes Profil als die in Leogang vor einer Woche: Nach einem steilen, langen Anstieg, bei dem fast die gesamten 200 Höhenmeter auf einmal erklommen werden müssen, geht es auf technisch anspruchsvollen und teils sehr ruppigen Abfahrten dennoch sehr „flowig“ zu, wie es die Profis be-schreiben. „Wichtig ist eine gute Linienwahl“, sagen alle Sportler aus der Region unisono. Böhm freut sich schon, gemeinsam mit dem Techniktrainer des Teams die besten Fahrlinien auszukundschaften, Schwarzbauer will mit seinen Mechanikern sicherstellen, dass das Setup seines Sportgeräts optimal auf die Strecke eingestellt ist: „In Leogang musste es wegen der Anstiege nur leicht sein, aber hier ist eine korrekte Einstellung unglaublich wichtig: Das können die entscheidenden ein bis zwei Prozent sein. Es wird extrem hart“, so Schwarzbauer. Deswegen wolle er auch „spielerisch“ an die herausfordernde Strecke rangehen, seinen Rhythmus finden und „dann schauen, wo ich rauskomme.“
Böhm gibt dazu ein klares Ziel vor: „Wenn ich bis zum Schluss unter den Top 20 mithalten kann, bin ich zufrieden.“ Voraussetzung ist dabei ein guter Startplatz für Sonntag (Startzeit 13.30 Uhr), der wie immer am Freitag ab 18 Uhr im Shorttrack ausgefahren wird. Dann wird sich das Renngelände am Fuß der Rothorn-Bahn zum ersten Mal so richtig in einen Hexenkessel verwandeln.
Doch Schwarzbauer dämpft ein wenig die Erwartungen auf die Wiederholung seines Sieges von 2023: „Mein Fokus liegt dieses Jahr nicht so sehr wie in der Vergangenheit auf dem Shorttrack, aber natürlich will ich dort eine wichtige Rolle spielen und mir vor allem einen guten Startplatz für Sonntag erkämpfen.“
Nach den schwierigen Jahren 2024 und 2025, als Max Brandl mit Krankheiten und Verletzungen zu kämpfen hatte, ist es schon ein Erfolg, in der Weltrangliste trotz Sturz in Leogang wieder so weit nach vorne gerutscht zu sein, dass er einen sicheren Startplatz im Shorttrack hat.

