Die TG Nürtingen war kurz davor, den großen Traum von der 1. Bundesliga zu realisieren. Sportlich läuft es top, Fans und Kommune stehen hinter Team und Verein, und auch was die Anforderungen an die Halle angeht, war man auf einem guten Weg. Umso enttäuschender ist nun die Enteidung der HBF: Die TGN bekommt keine Erstliga-Lizenz.
„Für den gesamten Verein ist diese Entscheidung ein schwerer Moment. Nicht, weil wir die Anforderungen des Profihandballs nicht ernst nehmen, sondern weil wir überzeugt waren, tragfähige und verantwortungsvolle Lösungen aufgezeigt zu haben“, so Abteilungsleiter Gunnar Fischer. Die TG Nürtingen hat fristgerecht umfangreiche Unterlagen, Konzepte und Vorschläge eingereicht. Darunter eine Übergangslösung zur Erweiterung der Sporlastic-Arena, Maßnahmen zur Erfüllung infrastruktureller Anforderungen sowie einen klaren Plan für gesundes und nachhaltiges Wachstum. Der Verein wollte Verantwortung übernehmen – ohne dabei seine Identität, seine wirtschaftliche Vernunft und seine Wurzeln aufzugeben.
„Natürlich akzeptieren wir die Entscheidung des Verbandes. Trotzdem tut sie weh“, erklärt der Sportliche Leiter Philipp Henzler. „Wir sind der Auffassung, dass die Statuten durchaus Spielraum für eine Übergangslösung bieten. Unser Ziel war nie ein Schnellschuss, sondern ein gesunder Weg in die Bundesliga – gemeinsam mit unserer Stadt, unseren Fans und unserer Heimat.“
Wie die TG in ihrer Pressemitteilung schreibt, war gerade dieser Weg besonders wichtig. Die Sporlastic-Arena sei weit mehr als nur eine Spielstätte – vielmehr Heimat, Identifikation und Herzstück des Vereins. Anstatt kurzfristig alles auf Risiko zu setzen oder die eigene Seele für den Profisport aufzugeben, habe die TG bewusst einen nachhaltigen Weg gehen wollen – mit provisorischen Lösungen, einem klaren Entwicklungsplan und der Perspektive, langfristig professionelle Strukturen wachsen zu lassen.
Für die HBF scheint all dies nicht zu zählen. „Es ist unglaublich bitter, wenn man es sportlich schaffen könnte, aber aus strukturellen Gründen nicht darf“, so Abteilungsleiter Fischer weiter. „Gerade für unsere Spielerinnen, unser Trainerteam und alle Menschen im Umfeld tut uns das besonders leid.“ Trotz allem will die TG Nürtingen ihren Weg nicht verlassen. Umso kämpferischer gibt sich der Verein. Er stehe weiterhin für nachhaltige Entwicklung, Ehrenamt, Leidenschaft und Zusammenhalt, wie es in der Pressemitteilung weiter heisst. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, welches Potenzial in Nürtingen stecke – auf dem Feld, auf den Rängen und in der gesamten Region. Die Entscheidung der HBF beende daher nicht den Traum, sondern verschiebe ihn nur.

